Japan legt Bewerbungsfrist für zwei neue Casino-Lizenzen fest
Japan legt Bewerbungszeitraum für zwei weitere Casino-Lizenzen fest – neues Kabinettsdekret bringt Planungssicherheit für integrierte Resorts
Das Wichtigste in Kürze
– Japan hat den Bewerbungszeitraum für integrierte Resorts auf den 6. Mai bis 5. November 2027 festgelegt.
– Bis zu drei Lizenzen sind vorgesehen, eine davon ging bereits an MGM Resorts und Orix in Osaka.
– Präfekturen können sich mit einem IR District Development Plan um die zwei verbleibenden Lizenzen bewerben.
– Premierministerin Sanae Takaichi treibt den Ausbau landbasierter Casinos voran, lehnt Online-Casinos jedoch klar ab.
Regierung definiert Zeitplan für neue integrierte Resorts
Die japanische Regierung hat per Kabinettsbeschluss den offiziellen Zeitplan für die nächste Bewerbungsrunde um integrierte Resorts festgelegt. Lokale Gebietskörperschaften können ihre Anträge zwischen dem 6. Mai 2027 und dem 5. November 2027 einreichen. Damit konkretisiert sich der Fahrplan für den weiteren Ausbau des regulierten Casino-Marktes im Land.
Die gesetzliche Grundlage bildet das sogenannte Integrated Resorts Bill. Dieses Gesetz sieht vor, dass bis zu drei Betreiber Lizenzen für den Bau und Betrieb groß angelegter Resortanlagen erhalten können, die auch ein Casino umfassen. Ziel ist es, Tourismus, Hotellerie, Unterhaltung und Glücksspiel in einem integrierten Konzept zu bündeln.
Mit der nun festgelegten Frist erhalten interessierte Präfekturen Planungssicherheit. Sie müssen im Rahmen ihrer Bewerbung einen IR District Development Plan vorlegen. Dieser Entwicklungsplan entsteht in Zusammenarbeit mit einem privaten Betreiber und beschreibt die konkrete Ausgestaltung des Projekts.
Eine Lizenz bereits vergeben – Osaka-Projekt mit MGM und Orix
In der ersten Bewerbungsrunde wurde bereits eine Lizenz vergeben. MGM Resorts International erhielt gemeinsam mit der japanischen Orix Corporation die Genehmigung, ein integriertes Resort in Osaka zu entwickeln. Die Eröffnung ist für das Jahr 2030 vorgesehen.
Damit bleiben zwei der insgesamt drei möglichen Lizenzen noch offen. Die nun beginnende Phase richtet sich an weitere Präfekturen, die Interesse an einem solchen Großprojekt haben. Voraussetzung ist jeweils eine Partnerschaft mit einem Unternehmen aus dem privaten Sektor.
Internationale Konzerne wie Caesars Entertainment, Wynn Resorts und Hard Rock International wurden im Zusammenhang mit früheren Bewerbungen genannt. Dies unterstreicht das internationale Interesse an Japans reguliertem Casino-Markt.
Mehrere Präfekturen prüfen neue Anläufe
An der ersten Bewerbungsrunde beteiligten sich unter anderem Nagasaki und Wakayama. Beide Anträge wurden jedoch abgelehnt. Yokohama zog seine Bewerbung unter Verweis auf gesellschaftliche Bedenken zurück.
Es gilt als wahrscheinlich, dass Nagasaki und Wakayama erneut einen Antrag einreichen. Zudem haben Präfekturen wie Hokkaido und Aichi Konsultationen aufgenommen, um eine mögliche Bewerbung zu prüfen.
Jede interessierte Region muss ein detailliertes Entwicklungsgebiet definieren und gemeinsam mit einem privaten Partner ein tragfähiges Konzept ausarbeiten. Die zentrale Regierung bewertet anschließend die eingereichten Pläne.
Orientierung am Singapur-Modell statt Macau
Die japanische Gesetzgebung orientiert sich laut vorliegenden Informationen stärker am Modell Singapurs als an dem von Macau. Der Fokus liegt demnach auf integrierten Resorts mit breitem touristischem Angebot und nicht ausschließlich auf Glücksspiel.
Damit verfolgt Japan das Ziel, das Casino-Geschäft in ein umfassendes Tourismus- und Wirtschaftskonzept einzubetten. Der Ansatz soll sicherstellen, dass die Anlagen als multifunktionale Destinationen wahrgenommen werden und nicht allein als Glücksspielstandorte.
Die nun geschaffene Klarheit über den Zeitplan gilt als wichtiger Schritt für Betreiber, die eine Expansion in den asiatischen Markt prüfen. Ein verbindlicher Rahmen erleichtert die strategische Planung und die Abstimmung mit lokalen Partnern.
Politische Unterstützung durch Premierministerin Takaichi
Der Ausbau regulierter landbasierter Casinos wird maßgeblich von Premierministerin Sanae Takaichi unterstützt. Sie wurde kürzlich wiedergewählt. Ihre Partei erreichte dabei mehr als zwei Drittel der Sitze im Unterhaus. Ein solches Ergebnis wurde seit der heutigen Form des japanischen Parlaments im Jahr 1947 nicht erzielt.
Takaichi hatte sich bereits 2013 für ein Gesetz zur Einführung integrierter Resorts eingesetzt. Dieses Engagement mündete später in die aktuelle Gesetzgebung. Nach ihrer Wahl im Oktober 2025 wies sie das Tourismusministerium an, die Arbeiten zur Umsetzung des Casino-Mandats wieder aufzunehmen. Die nun beschleunigte Festlegung des Bewerbungszeitraums steht im Zusammenhang mit dieser politischen Priorisierung.
Ihre wirtschaftspolitische Agenda zielt auf die Förderung des Wachstums durch Steuersenkungen und höhere Ausgaben. Investitionen in den Casino-Sektor werden dabei als ein Bestandteil dieser Strategie betrachtet.
Klare Abgrenzung gegenüber Online-Glücksspiel
Während landbasierte integrierte Resorts politisch unterstützt werden, äußerte sich Takaichi deutlich kritisch gegenüber Online-Casinos. Sie bezeichnete diese als Finanzierungsquelle für anonyme, mobile kriminelle Gruppen und als Abfluss japanischen Vermögens ins Ausland.
Zudem betonte sie, dass Maßnahmen diskutiert werden sollen, um Inhalte und Beiträge einzudämmen, die Nutzer zu Online-Casinos führen. Auch die Eindämmung von Spielsucht wird in diesem Zusammenhang genannt.
Damit zeichnet sich eine klare regulatorische Linie ab: Förderung stark regulierter, standortgebundener Großprojekte auf der einen Seite und eine restriktive Haltung gegenüber nicht stationären Angeboten auf der anderen.
Unsere Einschätzung
Mit der Festlegung des Bewerbungszeitraums schafft die japanische Regierung einen verbindlichen Rahmen für die Vergabe der verbleibenden zwei Lizenzen für integrierte Resorts. Eine Lizenz ist bereits vergeben, weitere Präfekturen bereiten mögliche Bewerbungen vor. Politisch wird der Ausbau landbasierter Casinos aktiv unterstützt, während Online-Glücksspiel ausdrücklich kritisch bewertet wird. Für Betreiber und potenzielle Partner ergibt sich damit ein klar strukturierter, zeitlich definierter Prozess innerhalb eines regulierten Umfelds.
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