Standard Chartered sieht UNI bei 100 US-Dollar bis 2030
Standard Chartered prognostiziert UNI-Kurs von 100 US-Dollar bis 2030 – DeFi-Wachstum und Tokenisierung als zentrale Treiber
Das Wichtigste in Kürze
– Standard Chartered hat die DeFi-Plattform Uniswap erstmals analysiert und ein Kursziel von 100 US-Dollar für den UNI-Token bis Ende 2030 genannt.
– Als Haupttreiber nennt die Bank einen erwarteten 37-fachen Anstieg tokenisierter Vermögenswerte in DeFi bis 2030.
– Laut Standard Chartered könnten in den kommenden vier Jahren rund 2,7 Billionen US-Dollar in DeFi-Protokollen gebunden sein.
– Seit der Aktivierung eines Gebührenmechanismus wurden insgesamt 106,15 Millionen UNI-Token verbrannt.
– Der UNI-Kurs stieg nach Veröffentlichung der Analyse um 18 Prozent auf rund 3 US-Dollar.
Standard Chartered startet Analyse von Uniswap
Die britische Bank Standard Chartered hat am 15. Juni in einem Schreiben an Kunden erstmals eine Einschätzung zur DeFi-Plattform Uniswap veröffentlicht. Geoff Kendrick, Global Head of Digital Assets Research bei Standard Chartered, geht davon aus, dass der UNI-Token bis Ende 2030 auf 100 US-Dollar steigen könnte. Dies entspräche laut Darstellung der Bank einem Anstieg um das 40-Fache gegenüber dem damaligen Kursniveau.
Kendrick begründet die Prognose vor allem mit dem erwarteten Wachstum tokenisierter Vermögenswerte innerhalb des DeFi-Sektors. Nach Einschätzung der Bank soll sich der Wert tokenisierter Assets, die in DeFi-Protokollen aktiv sind, bis Ende 2030 um das 37-Fache erhöhen. In diesem Zusammenhang sieht Standard Chartered Uniswap als besonders gut positioniert, um von dieser Entwicklung zu profitieren.
Erwartetes DeFi-Wachstum bis 2030
Neben der Entwicklung im Bereich der Tokenisierung nennt die Bank konkrete Volumenzahlen. Laut Kendrick könnten in den kommenden vier Jahren rund 2,7 Billionen US-Dollar in DeFi-Protokollen gebunden sein. Diese Zahl bezieht sich auf das gesamte in DeFi hinterlegte Kapital.
Standard Chartered verweist zudem auf strukturelle Eigenschaften des Protokolls. Dazu zählen die Markenbekanntheit von Uniswap, die Rolle als allgemeine Infrastrukturplattform sowie Sicherheitsaspekte. Nach Einschätzung der Bank könnten diese Faktoren zusätzliche Impulse liefern.
In der Analyse wird außerdem ein Vergleich mit der Kryptobörse Coinbase gezogen. Standard Chartered argumentiert, dass Uniswap gemessen am Verhältnis von Marktkapitalisierung zu annualisierten Gebühren aktuell mit einem niedrigeren Multiplikator bewertet werde. Daraus leitet die Bank weiteres Aufwärtspotenzial ab. Zudem erwartet Kendrick, dass UNI in den kommenden vier Jahren eine stärkere Performance als Bitcoin und Ethereum erzielen könnte, sofern das Protokoll zusätzliche Partnerschaften mit traditionellen Finanzunternehmen eingeht.
Partnerschaften mit traditionellen Finanzakteuren
Im Zuge der Tokenisierung haben bereits erste traditionelle Finanzunternehmen ihre Aktivitäten auf Uniswap ausgeweitet. Anfang 2026 erweiterten BlackRock und Fidelity ihre Nutzung des Protokolls, um ihre jeweiligen tokenisierten Geldmarktfonds zu skalieren.
Uniswap-CEO Hayden Adams bezeichnete die Prognose von Standard Chartered als positiv. Gleichzeitig gab es deutliche Kritik aus dem Marktumfeld. Omar Kanji, Investor bei der auf Krypto spezialisierten Venture-Firma Dragonfly, kritisierte insbesondere die Bewertungsmethodik. Er bemängelte, dass in der Analyse auch Liquiditätsanbietergebühren von UNI in die annualisierten Gebühren einbezogen wurden und daraus ein niedrigeres Bewertungsmultiple im Vergleich zu Coinbase abgeleitet werde.
Darüber hinaus stellten andere Marktteilnehmer die Frage, welche konkreten Fortschritte Uniswap in den vergangenen Jahren erzielt habe. Diese Diskussion verdeutlicht, dass die Einschätzung von Standard Chartered innerhalb der Branche nicht einheitlich aufgenommen wurde.
Token-Burn-Mechanismus und Gebührenentwicklung
Ein zentraler Aspekt der aktuellen Entwicklung ist die Aktivierung eines Protokollgebührenmechanismus im vergangenen Jahr. In diesem Zuge wurden zunächst 100 Millionen UNI-Token verbrannt. Das entspricht 10 Prozent des damaligen Gesamtangebots.
Nach aktuellen Daten wurden seit Ende Dezember insgesamt 106,15 Millionen UNI-Token vernichtet. Abzüglich der initialen 100 Millionen Token ergibt sich für das Jahr 2026 ein durchschnittlicher monatlicher Burn von rund 1 Million UNI.
Das Protokoll generiert derzeit laut Angaben annualisierte Gebühren in Höhe von 858 Millionen US-Dollar. Ein Teil dieser Einnahmen wird für Rückkäufe von UNI-Token verwendet. Die Reduzierung des zirkulierenden Angebots durch den Burn-Mechanismus stellt eine strukturelle Veränderung in der Tokenökonomie des Projekts dar.
Kursreaktion nach Veröffentlichung der Prognose
Nach Bekanntwerden der Analyse von Standard Chartered verzeichnete der UNI-Token einen deutlichen Kursanstieg. Der Preis stieg um 18 Prozent und erreichte rund 3 US-Dollar. Damit wurden die bis dahin im Juni aufgelaufenen Verluste ausgeglichen.
Charttechnisch wurde die Marke von 3 US-Dollar als kurzfristige Hürde identifiziert. Sollte sich dieses Niveau als Unterstützung etablieren, wurden in der Marktbeobachtung die Bereiche um 3,6 und 4 US-Dollar als mögliche nächste Kursziele genannt. Bei einer Zurückweisung an der 3-US-Dollar-Marke könnten hingegen Rückgänge in Richtung 2,6 oder 2,4 US-Dollar folgen.
Die unmittelbare Marktreaktion zeigt, dass die Einschätzung einer großen internationalen Bank kurzfristig Einfluss auf die Preisbildung nehmen kann.
Unsere Einschätzung
Die erstmalige Abdeckung von Uniswap durch Standard Chartered und das genannte Kursziel von 100 US-Dollar bis 2030 haben eine deutliche kurzfristige Marktreaktion ausgelöst. Grundlage der Prognose sind Erwartungen an ein starkes Wachstum tokenisierter Vermögenswerte und steigende Kapitalbindung im DeFi-Sektor. Gleichzeitig zeigen die kritischen Stimmen zur Bewertungsmethodik, dass die Annahmen der Bank nicht unumstritten sind. Relevante Faktoren bleiben die Entwicklung der Protokollgebühren, der weitere Token-Burn sowie die Ausweitung von Partnerschaften mit traditionellen Finanzakteuren.
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