Was ist das KYC-Verfahren? Know Your Customer erklärt

In allen Online Casinos gehört das KYC-Verfahren mittlerweile dazu. Es wurde extra dafür entwickelt, um einfach und schnell die Identität der Kunden zu überprüfen, um ein hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten und gegen Betrug und Geldwäsche vorzugehen. Wir erklären hier, was genau es mit dem KYC-Verfahren auf sich hat, wie es abläuft, wo es verpflichtend ist und was es sonst noch zu beachten gibt.

Autor & Verantwortlichkeit: Gregor Ziegler (Zahlen-Nerd)
Letztes Update: 27. Januar 2023
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Das Wichtigste in Kürze

  • KYC-Verfahren in deutschen Casinos verpflichtend
  • Dient zur Geldwäscheprävention
  • Zur einwandfreien Identifizierung der Kunden gedacht
  • Dokumente wie Ausweiskopien und Adressnachweise nötig
  • Online Casinos aus Curacao gehen teilweise ohne KYC-Verfahren einher

Was ist KYC?

KYC ist die Abkürzung für Know Your Customer, was so viel wie „Kenne deinen Kunden“ bedeutet. Das Verfahren ist für Unternehmen wichtig, um die Identität der Kunden zu überprüfen. Die Identität der Kunden muss gemäß den rechtlichen Anforderungen und der gültigen Vorschriften und Gesetze in Deutschland von einigen Unternehmen geprüft werden.

Im Internetgeschäft wie beispielsweise in Online Casinos ist dies nötig, um Online Betrug und Geldwäsche zu bekämpfen. Seriöse Unternehmen setzen daher auf das KYC-Verfahren. Es gilt sogar als gesetzliches Gebot, die Identität zu prüfen.

Hauptsächlich sind die Überprüfungsprozesse im Finanz- und Banking-Bereich relevant. Aber auch in den Bereichen Versicherungen, Immobilien, Casino und Krypto ist das KYC-Verfahren nicht mehr wegzudenken. Dank des KYC-Verfahrens ist es möglich, auch aus der Ferne die Identität der Kunden zu prüfen.

Rechtliches zum Know-Your-Customer-Verfahren

Geschaffen wurde das Know-Your-Customer-Verfahren, damit Unternehmen direkt prüfen können, mit welchen Personen sie Geschäftsbeziehungen eingehen. Es soll Geldwäsche verhindern oder zumindest vermindern.

Der Artikel 8 der 3. EU-Geldwäsche-Richtlinie sowie das Geldwäschegesetz und die 4. EU-Geldwäsche-Richtlinie bilden die Rechtsgrundlage des KYC-Verfahrens. Diese Rechtsgrundlagen bilden zusammen mit dem UK Modern Slavery Act, dem UK Bribery Act und dem Financial Action Task Force die EU-Richtlinien für das KYC-Verfahren.

KYC-Verfahren in Online Casinos: Wie läuft das ab?

Mit dem KYC-Verfahren wird die Identität der Kunden von Anbietern sicher und zuverlässig identifiziert und überprüft. Dafür müssen diverse Prüfungen unterschiedlicher Unterlagen durchgeführt werden.

Es wird mit dem Verfahren geprüft, ob der Kunde auch wirklich derjenige ist, für den er sich ausgibt. Wurde die Prüfung erfolgreich abgeschlossen, können Kunden Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Es gibt verschiedene Methoden, die für die Prüfung relevant sind. Allerdings erfüllen nicht alle Verfahren die gesetzlichen Anforderungen.

Du musst also, wenn das KYC-Verfahren ansteht, entsprechende Dokumente einreichen, damit der Online Anbieter deine Daten prüfen kann. Läuft die Prüfung zur Zufriedenheit ab, kannst du direkt starten und Dienstleistungen nutzen.

Mögliche Dokumente, die du bereithalten musst

Es gibt verschiedene Aufsichtsbehörden, die unterschiedliche Anforderungen an das Know-Your-Customer Verfahren stellen. Zu den möglichen Unterlagen, die du einsenden musst, können gehören:

  • Ausweis
  • Führerschein
  • Adressnachweis (beispielsweise Versorgerrechnung)

Letztendlich kann die Prüfung sowohl online als auch vor Ort in einem Unternehmen erfolgen. Möchtest du online ein Konto eröffnen und gibt es eine Bank vor Ort, könntest du auch zur Filiale vor Ort gehen, um deine Identität nachzuweisen. Insgesamt fallen 3 Schritte beim Know-Your-Company-Verfahren an, die die verschiedenen Anbieter beachten müssen:

Schritt 1: Identität des Kunden zweifelsfrei feststellen

Im ersten Schritt hat das Unternehmen die Aufgabe, zweifelsfrei festzustellen, wie es um die Identität des Kunden bestellt ist. Ist die Person wirklich die, die zu den Ausweisdokumenten gehört? Hierbei wird unter anderem geprüft, ob die hinterlegten Daten zu den Daten der Nachweisdokumente gehören.

Deswegen ist es so wichtig, dass du auch wirklich die korrekten Daten bei der Registrierung im ausgewählten Online Casinos angibst. Steht die Identitätsprüfung an und kommt es zu Ungereimtheiten, verzögert sich eine mögliche Auszahlung oder sie bleibt sogar ganz aus.

Schritt 2: Verstehen der Aktivitäten des Kunden, ob diese rechtmäßig sind

Die Mitarbeiter in den Online Casinos sind geschult und müssen herausfinden, ob es sich bei dem Kunden um Betrüger und Geldwäscher handelt, oder ob die Aktivitäten rechtmäßig sind. Das ist kein einfaches Unterfangen, da Kriminelle auch immer erfinderischer werden.

Schritt 3: Geldwäscherisiken in Verbindung mit dem Kunden bewerten

Mitarbeiter der Online Casinos müssen das Geldwäscherisiko des Kunden bewerten können. Ist der Kunde vorher noch nie irgendwo auffällig geworden und stimmen die Daten überein, braucht sich niemand um diesen Aspekt zu sorgen. Das Geldwäscherisiko ist in dem Fall als ziemlich niedrig einzustufen.

Wann ist KYC in Casinos Pflicht?

Handelt es sich um ein in Deutschland lizenziertes Online Casino, kannst du davon ausgehen, dass das KYC-Verfahren durchgeführt werden muss. Außerdem schreiben einige Lizenzgeber mittlerweile das KYC-Verfahren vor. Je nach Sitz des Casinos wird es aber auch gesetzlich vorgeschrieben.

Online Casinos mit einer Lizenz der Malta Gaming Authority sind besonders streng aufgestellt. Sobald der Gewinnbetrag bei über 2.300 Euro liegt, gibt es eine Nachricht hinsichtlich des KYC-Verfahrens vom Online Casino.

Falls du in einem Online Casino ohne KYC Pflicht spielen möchtest, müsstest du dich nach einem Anbieter mit einer Lizenz Curacaos entscheiden. Online Casinos mit dieser Lizenz sind an keine besonders strengen Vorgaben gebunden und müssen keinen Datenabgleich starten. Zudem kannst du dort vielmals auch mit Kryptowährungen Zahlungsvorgänge vornehmen.

Datenschutz in Casinos: Was passiert mit den Dokumenten?

Datenschutz wird in seriösen Online Casinos großgeschrieben. Unter anderem werden die persönlichen Daten über hochmoderne und gängige SSL-Verfahren übermittelt. Somit wird der Zugriff Dritter unterbunden.

Die Dokumente der Spieler werden in einer gesicherten Datenbank verwahrt. Darauf hat auch kein Dritter Zugriff. Die Lizenz-Behörden achten ganz genau darauf, ob die Online Casinos auch wirklich diesen Faktor einhalten.

Du brauchst dir also keine Gedanken darüber machen, dass deine Daten in falsche Hände gelangen könnten. Dafür sorgen die strengen Regelungen hinsichtlich des Datenschutzes, die von den Behörden vorgegeben werden.

Wo findet das KYC-Verfahren außerdem statt?

Die Identifizierung der Kunden über das Internet wird in vielen verschiedenen Online-Bereichen genutzt. Unter anderem ist das Verfahren im Finanzsektor nicht mehr wegzudenken. Soll ein Konto eröffnet werden, muss eine Identifizierung stattfinden, bevor es zur Kontoeröffnung kommt.

Ebenfalls ist das KYC-Verfahren im Immobilienbereich, im Versicherungsbereich und im Handel mit Kryptowährungen an der Tagesordnung. Es sind also viele Bereiche, die die Unternehmen im Vorfeld prüfen müssen, bevor es zu Geschäftsbeziehungen kommen kann.

Kann man das KYC-Verfahren umgehen?

In einem Online Casino, welches mit strengen Regulierungen einhergeht, ist das Umgehen des KYC-Verfahrens kaum möglich. Sie sind dazu verpflichtet, den Prozess durchzuführen. Allerdings gibt es auch Anbieter, die keine Verifizierung verlangen.

Online Casinos mit einer Lizenz Curacaos gehören zu den Anbietern, die ohne das Verifizierungsverfahren mit KYC Prozess einhergehen können. In Online Casinos mit deutscher Lizenz hingegen ist das Umgehen nicht möglich.

Entscheidest du dich für ein Online Casino ohne KYC-Verfahren, benötigst du für die Anmeldung lediglich:

  • Gültige Mailadresse
  • Nutzernamen
  • Passwort

Nun kannst du auch schon die Anmeldung absenden. Im nächsten Moment gibt es eine Registrierungsmail für dich, die du noch bestätigen musst. Schon kannst du mit dem Spielen starten.

Allerdings muss das Alter der Spieler verifiziert werden. Vielmals wird in solchen Online Casinos auf den Zahlungsdienst Trustly gesetzt. Mit der Ein- oder Auszahlung über Trustly wird im Prinzip das Alter des Spielers verifiziert. Dank der Zahlungsmethode sind keine langwierigen Registrierungsprozesse nötig.

Vor- & Nachteile

Für die Behörden und die Unternehmen bringt das KYC-Verfahren einige Vorteile mit sich. So ist es möglich, eine einwandfreie Identifizierung durchzuführen. Auch der Schutz vor Geldwäsche wird minimiert. Außerdem wird sichergestellt, dass Spieler auch wirklich mindestens 18 Jahre alt sind.

Spieler hingegen sehen meistens nur Nachteile. Immerhin ist es ein zeitintensives Verfahren. Das bedeutet, dass Spieler mit Wartezeiten rechnen müssen, bis sie spielen oder eine Auszahlung erhalten können. Zudem müssen sensible Daten übermittelt werden, was auch nicht gerne gesehen ist.

Vorteile
  • Einwandfreie Identifizierung der Identität des Kunden
  • Sicherstellung, dass der Kunde wirklich der ist, für den er sich ausgibt
  • Schutz gegen Geldwäsche und Betrug
  • Verifizierung des Alters der Spieler
  • Hoher Datenschutz gewährleistet
Nachteile
  • Langwieriges Verfahren
  • Übermittlung sensibler Daten

Fazit: Zeitaufwendig, aber sicher

Das KYC-Verfahren in Online Casinos bringt dem Anbieter ein Plus an Sicherheit ein. Immerhin werden Spieler genau geprüft, sodass kriminelle Machenschaften stark reduziert werden. Allerdings ist es ziemlich zeitaufwendig, was die Spieler abschreckt. Auch die Angabe und Übermittlung sensibler Daten und Dokumente stößt bei vielen Leuten nicht unbedingt auf Beifall. Letztendlich werden aber die Daten sicher über einer SSL-Verbindung übertragen. Auch werden die Dokumente sicher verwahrt.

Wer auf das KYC-Verfahren keine Lust hat, könnte sich aber für Online Casinos mit einer Lizenz Curacaos entscheiden. Die Lizenzbehörde gibt kein KYC-Verfahren vor, sodass der Registrierungsprozess so einfach und schnell abgewickelt wird. Es müssen keine sensiblen Daten angegeben werden. Aber gänzlich auf eine Prüfung der Identität wird im Normalfall nicht verzichtet. Unter anderem ist eine Verifizierung über Trustly möglich, da so der Altersabgleich stattfindet. Somit hat jeder Spieler die Wahl und kann sich entscheiden, ob in einem Online Casino mit oder ohne KYC-Verfahren gespielt wird.

Häufige Fragen und Antworten zum KYC

Wofür wird das KYC-Verfahren in Casinos benötigt?

Das KYC-Verfahren wird in Casinos für die Verifizierung und Identifizierung des Kunden benötigt. Die Daten der Kunden werden abgeglichen, um kriminelle Aktivitäten wie Geldwäsche zu unterbinden.

Welche Dokumente werden für das Know-Your-Customer-Verfahren benötigt?

Um das Know-Your-Customer-Verfahren durchzuführen, müssen verschiedene Dokumente wie Ausweis und Adressnachweis übermittelt werden. Von dem Casino gibt es eine Info über die benötigen Dokumente, die einzureichen sind.

Warum möchte das Casino eine Verbrauchsstellenrechnung von mir?

Das Casinos benötigt eine Verbrauchsstellenrechnung von dir, um sicherzugehen, dass es dich auch wirklich an der Anschrift gibt. So sollen Betrug und Geldwäsche unterbunden werden.

Verlangsamt KYC die Auszahlung?

Es hängt davon ab, wann das KYC-Verfahren durchgeführt wird. In manchen Casinos kannst du erst nach dem Durchlaufen des KYC-Verfahrens spielen, sodass es keine Verzögerung im Falle einer Auszahlung gibt. Ist es aber beispielsweise ein Casino mit einer EU-Lizenz, das erst ab einer bestimmten Auszahlungshöhe das KYC-Verfahren durchführen muss, dauert es natürlich länger, bis die Auszahlung bei dir ankommt.

Gibt es auch Casinos ohne KYC?

Es gibt auch Casinos ohne KYC. Online Casinos ohne EU-Lizenz sind zum Teil nicht daran gebunden oder es muss erst ab einer bestimmten Auszahlungshöhe das KYC-Verfahren durchgeführt werden. Ist es ein Casino mit einer Curaçao Lizenz , wird von den Lizenzbehörden erfahrungsgemäß kein KYC-Verfahren vorgeschrieben. Somit kannst du auch Online Casinos ohne KYC-Verfahren ausfindig machen.