Spielsucht – immer eine Gefahr

Letztes Update: 12. Juli 2022
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Die Spielsucht ist beim Glücksspiel allgegenwärtig und die einfache Verfügbarkeit von Online-Casinos erhöht die Gefahr des pathologischen Spielens. In vielen Fällen entwickelt sich die Spielsucht schleichend und die ersten Anzeichen bleiben unbemerkt. Durch die Spielsucht geraten die Betroffenen oftmals in finanzielle Schwierigkeiten und um die Sucht weiterhin finanzieren zu können, werden Schulden gemacht. Wie alle Suchterkrankungen kann auch die Spielsucht mit professioneller Unterstützung und einer Psychotherapie behandelt werden.

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Erklärung – pathologisches Glücksspiel

Der Begriff pathologisches Glücksspiel bezeichnet eine psychische Störung, die sich durch die mangelnde Fähigkeit, dem Glücksspiel zu widerstehen, zeigt. Sie wird daher auch den Impulskontrollstörungen und Abhängigkeitserkrankungen zugeordnet.

Die Ursachen

Der Spielsucht liegen meist mehrere Ursachen zugrunde und das pathologische Glücksspiel entwickelte sich schleichend. Vermutet wird, dass bei der Entstehung einer Spielsucht sowohl genetische als auch biologische und psychosoziale Faktoren eine Rolle spielen.

Genetische Faktoren:
Studien zeigen, dass bei Kindern, die mit einem Elternteil aufwachsen, das an einer Spielsucht leidet, das Risiko ebenfalls eine Spielsucht zu entwickeln, bei 20 Prozent liegt. Die Gene sind zwar nicht die alleinige Ursache, doch tragen sie ebenfalls einen Teil zur Entstehung des pathologischen Glücksspiels bei.
• Biologische Faktoren:
Ähnlich wie Essen oder Trinken setzt das Glücksspiel den Botenstoff Dopamin frei, der auch als Glückshormon bekannt ist. Bei regelmäßigem Glücksspiel nimmt die Wirkung des Dopamins allmählich ab. Um jedoch wieder das Hochgefühl erleben zu können, spielen die Betroffenen länger oder setzen höhere Geldsummen ein.
Psychosoziale Faktoren:
Menschen, die unter einer Spielsucht leiden, haben oftmals ein geringes Selbstwertgefühl, das durch negative Erfahrungen entstanden ist. Da beim Glücksspiel die Aufmerksamkeit auf das Spiel gelenkt wird, stellt dies eine Flucht vor der Realität dar. Durch die Gewinne wirkt es, als hätten sie das Glücksspiel unter Kontrolle und es wird trotz Verlusten immer weitergespielt.

Zusätzlich zu den oben genannten Faktoren spielt auch das Suchtpotenzial der Spiele eine entscheidende Rolle bei der Entstehung einer Spielsucht. Vor allem in Online Casinos sind die Spiele rund um die Uhr und ohne Einschränkungen verfügbar. Durch die Zahlung per Kreditkarte oder E-Wallets fällt es außerdem schwer die Finanzen im Blick zu behalten und es besteht die Gefahr mehr einzusetzen als geplant war.

Auswirkungen (Kriminalität, finanzielle Probleme, private Probleme. Alles anbringen)

Die Spielsucht wirkt sich auf alle Lebensbereiche der Betroffenen aus. Da häufig große Geldsummen für das Glücksspiel genutzt werden, kommt es zu finanziellen Engpässen, die weitreichende Folgen haben. So ist es den Betroffenen nicht mehr möglich finanziellen Verpflichtungen, wie etwa Mietzahlungen oder anderen regelmäßigen Kosten, nachzukommen. Um dennoch spielen zu können, wird dann häufig von Freunden oder Familienmitgliedern Geld geliehen oder ein Kredit aufgenommen. Da die Rückzahlung der Beträge jedoch nicht möglich ist, steigt der finanzielle Druck und es droht im schlimmsten Fall die Gefahr in die Kriminalität abzurutschen. Da die Sucht und der Drang zum Spielen so groß ist, wird oftmals auch nicht davor zurückgeschreckt, Geld mit Betrug, Diebstahl oder Unterschlagung zu beschaffen.

Abgesehen von den finanziellen Schwierigkeiten wirkt sich das pathologische Glücksspiel auch auf die psychische Gesundheit der Betroffenen aus. Die Spieler befinden sich permanent in einem inneren Konflikt, der von einem Wechselbad der Gefühle bestimmt ist. Einerseits haben sie ein schlechtes Gewissen und fühlen mitunter auch Aggression, andererseits ist der Drang nach dem Glücksgefühl jedoch zu hoch, um mit dem Spielen aufhören zu können. Auch, wenn die Betroffenen wissen, dass ihr Spielverhalten außer Kontrolle geraten ist, schaffen sie es nicht aufzuhören. Um den Druck zu lindern, folgt dann häufig der Griff zu Alkohol, Drogen oder Medikamenten, wodurch die Gefahr, weitere Süchte zu entwickeln, entsprechend steigt.

Wie verbreitet ist Glücksspielsucht?

Laut einer Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), weisen etwa 1 Prozent der 16- bis 70-Jährigen in Deutschland ein problematisches Glücksspielverhalten auf. Davon zeigen jedoch 0,39 Prozent der Spieler ein auffälliges Spielverhalten und 0,34 Prozent gelten als pathologische Glücksspieler.

Die Phasen der Glücksspielsucht (Einstiegsphase, Verlustphase und Verzweiflungsphase erklären)

In den meisten Fällen entwickelt sich die Spielsucht über einen längeren Zeitraum und die ersten Anzeichen werden nicht als diese wahrgenommen. Die Entwicklung der Spielsucht verläuft in der Regel in drei Phasen:

  1. Gewinnphase:
    In der Gewinnphase – also der Einstiegsphase – findet das Glücksspiel noch kontrolliert statt und die Einsätze sind gering. Die Erfolge durch Gewinne stärken jedoch das Selbstwertgefühl und lassen die Hoffnung aufkeimen, irgendwann einen großen Gewinn erzielen zu können. Die Spieler beginnen dann häufig, sich eine Gewinnstrategie zu überlegen, um ihrem Ziel näherzukommen. Zeitgleich nimmt auch die Häufigkeit des Glücksspiels zu und die Spieler investieren mehr Zeit und Geld.
  2. Verlustphase:
    Mit der Steigerung des Glücksspiels kommt es zu einer Gewöhnungsphase, die wiederum automatisch auch mit höheren Verlusten verbunden ist. In der Verlustphase reicht das monatliche Einkommen nicht mehr aus, um die Ausgaben für das Glücksspiel decken zu können. Um die finanziellen Verluste ausgleichen zu können, wird Geld von Freunden oder Familienmitgliedern geliehen beziehungsweise Kredite aufgenommen. Außerdem verlieren die Betroffenen den Bezug zu Geld und es wird nur noch als Mittel zum Zweck angesehen. Mit zunehmendem finanziellem Druck versuchen die Spieler das Glücksspiel mit Strategien zu beeinflussen, um endlich den lang ersehnten großen Gewinn zu erzielen. In dieser Phase können sich die meisten Spieler ihre Sucht noch nicht eingestehen und es gelingt ihnen ihr Problem vor den Angehörigen zu verbergen.
  3. Verzweiflungsphase:
    In der dritten Phase verlieren die Betroffenen die Kontrolle über das Glücksspiel vollständig und es wird zum Lebensmittelpunkt. Selbst Gewinne lösen keine Freude mehr aus und das Spielen wird zunehmend als unbefriedigend empfunden. Dennoch gelingt es ihnen nicht das Spielen aufzugeben. Die Beschaffung von Geld gestaltet sich immer schwieriger und der Druck durch die Gläubiger steigt. Die Verzweiflung ist in dieser Phase oftmals so groß, dass auch vor Kriminalität nicht mehr zurückgeschreckt wird. Zusätzlich wird eine Persönlichkeitsveränderung der Betroffenen wahrgenommen. Sie sind zunehmend aggressiv, antriebslos und ziehen sich zurück.

Glücksspielsucht in Zahlen – wie viele Süchtige gibt es?

Nach Angaben des BZgA zeigen mehr als 400.000 Personen in Deutschland ein unkontrolliertes Spielverhalten. Von einem pathologischen Glücksspiel sind etwa 200.000 Menschen betroffen. Männer zeigen häufiger ein auffälliges Spielverhalten als Frauen.

So erkenne ich Spielsucht (die üblichen Stichpunkte für Anzeichen)

Im Gegensatz zu substanzbezogenen Süchten, wie etwa Alkohol- oder Drogensucht, findet die Spielsucht im Verborgenen statt. Für die Angehörigen ist es daher umso schwerer zu erkennen, ob ein Familienmitglied eine Spielsucht entwickelt beziehungsweise darunter leidet. Erkennbar ist eine Spielsucht an den folgenden Merkmalen:

Was tun die Casinos gegen Spielsucht?

Seriöse Casinos sind sich ihrer Verantwortung als Glücksspielanbieter bewusst und gehen gegen die Spielsucht vor. Hierfür bieten sie verschiedene Beschränkungsmöglichkeiten an und unterstützen die Spieler bei der Erkennung eines problematischen Spielverhaltens.

Selbstsperren in Online Casinos

In der Regel bieten alle Online Casinos die Möglichkeit einer Selbstsperre an. Entweder kann Sperre von den Spielern selbst über das Spielerkonto vorgenommen werden oder diese wird nach einer Kontaktaufnahme vom Casino durchgeführt. Die Dauer der Selbstsperre kann von den Spielern selbst bestimmt werden.

Automatische Erkennung von problematischem Verhalten

Inzwischen setzen viele Online Casinos auf eine spezielle Software, die das Verhalten der Spieler analysiert und erkennt, wenn es sich in eine problematische Richtung entwickelt. Dadurch können die Spieler frühzeitig darauf aufmerksam gemacht werden und Maßnahmen zur Verbeugung getroffen werden.

Limits

Eine weitere Maßnahme, mit der die Anbieter gegen die Spielsucht vorgehen, ist die Einrichtung von Limits. Die Spieler können sich zum Beispiel tägliche, wöchentliche oder monatliche Einzahlungslimits setzen. Ist das Limit erreicht, sind keine weiteren Einzahlungen mehr möglich. Außerdem können bei vielen Online Casinos auch Verlustlimits eingerichtet werden.

Kann man Spielsucht vorbeugen?

Grundsätzlich ist es möglich einer Spielsucht vorzubeugen. Da jedoch die ersten Anzeichen oftmals zu spät erkannt werden, ist das Problem häufig schon vorangeschritten bis erste Maßnahmen ergriffen werden. Dennoch ist es für jede Person, die gerne Glücksspiel betreibt, sinnvoll, sich an die folgenden Grundsätze zu halten:

• Die Geldsummen im Blick behalten und nicht mehr einsetzen als vorhanden ist
• Nur Spiele spielen, die bekannt sind
• Eigene Limits setzen – sowohl Einsätze als auch Verluste
• Regelmäßige Pausen machen, um Abstand zu gewinnen

Adressen und Kontakte

Sobald ein Spieler feststellt, dass das Spielverhalten außer Kontrolle geraten ist, oder das Umfeld darauf hinweist, dass ein Problem vorliegt, ist es ratsam, sich Hilfe zu suchen. Hierfür stehen verschiedene Beratungsstellen und Organisation zur Verfügung, die Betroffene kontaktieren können.

Hilfreiche Links:

Quellen:
https://www.limes-schlosskliniken.de/blog/spielsucht/
https://www.netdoktor.de/krankheiten/spielsucht/
https://www.beratung.help/a/verlauf-spielsucht
https://de.wikipedia.org/wiki/Pathologisches_Spielen