Frankreich reguliert Web3-Spiele mit handelbaren Digitalobjekten

Digitalisierte Spielfiguren und Symbole vor französischer Flagge mit Blockchain- und Würfelsymbolen im Hintergrund

Frankreich führt Regulierungsrahmen für Web3-Spiele mit handelbaren digitalen Objekten ein – Drei Jahre Pilotphase unter Aufsicht der ANJ

Das Wichtigste in Kürze

  • Die französische Glücksspielaufsicht ANJ hat einen Regulierungsrahmen für Spiele mit monetarisierbaren digitalen Objekten eingeführt.
  • Betroffen sind Blockchain-basierte Spiele, die sich im Grenzbereich zwischen Videospielen und reguliertem Glücksspiel bewegen.
  • Die Regelung basiert auf dem Security and Digital Space Regulation Act von Mai 2024 und startet als dreijähriges Pilotprogramm.
  • Bargeldgewinne sind ausgeschlossen, stattdessen gelten Wertobergrenzen für digitale Vermögenswerte.
  • Strenge Vorgaben zu Alterskontrolle, KYC, Spielerschutz und Berichtspflichten sind verpflichtend.

Neuer Rechtsrahmen für Spiele mit monetarisierbaren digitalen Objekten

Die französische Glücksspielbehörde Autorité Nationale des Jeux, kurz ANJ, hat einen speziellen Regulierungsrahmen für Spiele eingeführt, die sogenannte monetarisierbare digitale Objekte enthalten. Gemeint sind digitale Vermögenswerte wie NFTs oder blockchainbasierte Gegenstände, die Spieler innerhalb eines Spiels erhalten und auf Sekundärmärkten weiterverkaufen können.

Die neue Regelung richtet sich an Angebote, die sich in einer Grauzone zwischen klassischen Videospielen und regulierten Glücksspielprodukten bewegen. Charakteristisch für diese Spiele ist, dass sie Elemente des Zufalls und finanzielle Einsätze enthalten, zugleich jedoch keine Auszahlungen in gesetzlichem Zahlungsmittel vorsehen. Statt direkter Geldgewinne erhalten Spieler digitale Objekte mit potenziellem Marktwert.

Die Einführung des Rahmens gilt als eigenständiger Regulierungsansatz für ein Segment, das bislang nicht eindeutig dem Glücksspielrecht oder dem allgemeinen Spielemarkt zugeordnet war.

alert-circle
Du findest uns auch auf Telegram: Klicke hier, um unserem Telegram Channel zu folgen.

Rechtsgrundlage im SREN-Gesetz von 2024

Die regulatorische Grundlage bildet das im Mai 2024 verabschiedete Security and Digital Space Regulation Act, kurz SREN. Dieses Gesetz definiert eigene rechtliche Kategorien für Online-Spiele, die Zufallselemente, finanzielle Einsätze und weiterveräußerbare digitale Vermögenswerte kombinieren, ohne Gewinne in gesetzlichem Zahlungsmittel auszuzahlen.

Mit dieser gesetzlichen Einordnung schafft der französische Gesetzgeber eine formale Abgrenzung zu klassischen Glücksspielangeboten, die unter Lizenz Bargeldgewinne ausschütten dürfen. Die nun erfassten Web3-basierten Spiele unterliegen einem gesonderten Regime, das spezifische Anforderungen an Aufbau, Funktionsweise und wirtschaftliche Struktur stellt.

Der neue Rahmen startet zunächst als dreijähriges Pilotprogramm. In dieser Phase werden die betroffenen Angebote unter besonderer Aufsicht betrieben. Ziel ist es, die praktische Umsetzung und die Auswirkungen der Regulierung systematisch zu erfassen.

Klare Grenzen bei Gewinnen und Zugang für Minderjährige

Ein zentrales Element der neuen Vorschriften ist das ausdrückliche Verbot von Bargeldgewinnen. Spiele, die unter den neuen Rahmen fallen, dürfen keine Geldpreise im Sinne klassischer Glücksspielprodukte anbieten.

Stattdessen sind Obergrenzen für den maximalen Wert digitaler Vermögenswerte vorgesehen, die ein einzelner Spieler innerhalb eines bestimmten Zeitraums erhalten kann. Damit soll die wirtschaftliche Dimension der Spielteilnahme begrenzt werden.

Darüber hinaus ist Minderjährigen der Zugang zu diesen Spielen untersagt. Betreiber müssen strenge Verfahren zur Altersverifikation umsetzen. Diese KYC-Anforderungen dienen der eindeutigen Identifizierung der Nutzer und der Durchsetzung des Jugendschutzes.

Verpflichtende Spielerschutzinstrumente und Transparenzanforderungen

Neben Alterskontrollen schreibt der neue Rahmen auch konkrete Maßnahmen zum Spielerschutz vor. Betreiber müssen Instrumente wie Zeitlimits, Einsatzlimits und Selbstsperrmechanismen integrieren. Diese Funktionen orientieren sich an Standards, die auch im regulierten Glücksspielmarkt Anwendung finden.

Zusätzlich bestehen umfassende Dokumentations- und Berichtspflichten. Unternehmen, die ein entsprechendes Spiel in Frankreich anbieten wollen, müssen eine formelle Erklärung bei der ANJ einreichen. Darüber hinaus sind sie verpflichtet, detaillierte Aktivitätsprotokolle zu führen.

Die Aufsichtsbehörde erhält Zugang zu relevanten Daten, um Geldflüsse nachverfolgen zu können. Diese Transparenzanforderungen betreffen insbesondere Transaktionen im Zusammenhang mit digitalen Vermögenswerten. Ziel ist eine nachvollziehbare und überprüfbare Struktur der wirtschaftlichen Abläufe.

Einordnung im europäischen Kontext

Der französische Ansatz gilt als erster spezifischer Regulierungsrahmen für Spiele mit monetarisierbaren digitalen Objekten. Andere europäische Länder haben ebenfalls Regelungen für vergleichbare Spielmodelle erlassen, darunter Belgien und das Vereinigte Königreich.

Auch in Polen gibt es Bestrebungen, das nationale Glücksspielgesetz anzupassen, um entsprechende Spielmechaniken umfassender zu erfassen. Damit zeichnet sich eine breitere regulatorische Auseinandersetzung mit blockchainbasierten Spielmodellen in Europa ab.

Für Anbieter, die in mehreren europäischen Märkten tätig sind, bedeutet dies unterschiedliche nationale Anforderungen. Während Frankreich nun einen eigenen, klar definierten Rahmen etabliert, können die rechtlichen Einordnungen in anderen Staaten variieren.

Unsere Einschätzung

Mit dem neuen Regulierungsrahmen schafft Frankreich erstmals eine eigenständige rechtliche Kategorie für Web3-Spiele mit handelbaren digitalen Objekten. Die Kombination aus Bargeldverbot, Wertobergrenzen, strengen KYC-Vorgaben, verpflichtenden Spielerschutzinstrumenten und umfassenden Berichtspflichten führt zu klar definierten Rahmenbedingungen für Betreiber.

Für Anbieter, die digitale Vermögenswerte in ihre Spielmechanik integrieren, entsteht damit ein regulierter Zugang zum französischen Markt. Gleichzeitig werden Nutzer durch Alterskontrollen, Limits und Transparenzanforderungen in ein formelles Aufsichtssystem eingebunden. Die dreijährige Pilotphase gibt der Aufsicht die Möglichkeit, die praktische Umsetzung dieses neuen Modells systematisch zu überwachen und auszuwerten.

Hinweis: Diese Webseite dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Gewinne im Glücksspiel sind nicht garantiert. Glücksspiel kann süchtig machen. Spiele nur, wenn es in deiner Region legal ist, und informiere dich über die geltenden Gesetze. Beratung: BZgA +49 (0) 800 1 37 27 00 | 18+

Neueste Artikel

Über den Autor Janina Frei Reporterin für Schweizer Casinonachrichten
Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.
🍪
Wir verwenden Cookies. Durch die Nutzung dieser Website akzeptierst du das.