US-Senator will Micro Prop Bets verbieten und Offshore-Zahlungen einschränken
Das Wichtigste in Kürze
- US-Senator Brian Schatz plant ein Bundesgesetz zum Verbot sogenannter Micro Prop Bets bei Sportveranstaltungen.
- Die Federal Trade Commission soll befugt werden, gegen Zahlungsdienstleister vorzugehen, die illegale Offshore-Sportwetten unterstützen.
- Schatz stellte den Vorstoß im Rahmen einer Anhörung des Handelsausschusses des US-Senats zu Sportwetten vor.
- Der Senator begründet das Vorhaben mit Integritätsrisiken und Manipulationsanfälligkeit bei stark granularen Wettmärkten.
Gesetzesinitiative gegen Micro Prop Bets und Offshore-Zahlungen
US-Senator Brian Schatz will einen Gesetzentwurf einbringen, der sogenannte Micro Prop Bets bei Sportveranstaltungen bundesweit verbieten würde. Zudem soll die Federal Trade Commission FTC ausdrücklich die Befugnis erhalten, gegen Unternehmen vorzugehen, die wissentlich illegale Offshore-Glücksspielangebote unterstützen.
Schatz kündigte die Initiative während einer Anhörung eines Unterausschusses des Handelsausschusses im US-Senat an. Dort diskutierten Abgeordnete und Branchenexperten über Risiken im Zusammenhang mit Offshore-Anbietern und spezifischen Wettformaten wie Micro Prop Bets.
Kern des Vorhabens ist es, die Durchsetzung bestehender bundesrechtlicher Vorgaben zu stärken. Nach den Plänen des Senators könnte die FTC Zahlungsdienstleister ins Visier nehmen, die Transaktionen für Offshore-Sportwettenanbieter abwickeln, sofern diese nicht mit bundesrechtlichen Anforderungen im Zusammenhang mit Micro Prop Bets konform sind.
FTC soll gegen Zahlungsdienstleister vorgehen können
Nach Darstellung von Schatz soll das Gesetz der FTC eine klare Rechtsgrundlage geben, um Zahlungsabwickler zu belangen, die mit illegalen Offshore-Anbietern zusammenarbeiten. Konkret würde die Behörde die Möglichkeit erhalten, gegen Payment Processor vorzugehen, die Zahlungen für Sportwettenplattformen außerhalb der USA verarbeiten, wenn diese gegen bundesrechtliche Vorgaben verstoßen.
Schatz erklärte, man sehe auf legislativer Ebene einen gangbaren Weg, um zumindest einen Teil der bestehenden Probleme anzugehen. Die Maßnahme solle zwar nicht sämtliche gesellschaftlichen oder individuellen Herausforderungen im Zusammenhang mit Glücksspiel lösen, aber eine konkrete Durchsetzungslücke schließen.
Nach seiner Darstellung könnte die FTC Zahlungsdienstleister darauf hinweisen, dass sie nicht mit Offshore-Anbietern zusammenarbeiten dürfen, sofern diese nicht den bundesrechtlichen Anforderungen zu Micro Prop Bets entsprechen. Damit würde die Regulierung nicht nur auf Ebene der Wettanbieter ansetzen, sondern auch bei der finanziellen Infrastruktur.
Micro Prop Bets im Fokus der Integritätsdebatte
Ein zentrales Element des geplanten Gesetzes ist das Verbot von Micro Prop Bets. Dabei handelt es sich um Wetten auf sehr spezifische, isolierte Ereignisse innerhalb eines Sportereignisses. Solche Märkte können einzelne Spielzüge, Aktionen oder Momente betreffen.
Im Rahmen der Anhörung betonte Schatz, dass gerade diese stark granularen Wettmärkte besondere Risiken bergen. Je kleinteiliger eine Wette ausgestaltet sei, desto anfälliger könne sie für Manipulationen werden. Er verwies darauf, dass einzelne Spieler oder andere Beteiligte potenziell Einfluss auf isolierte Spielsituationen nehmen könnten.
Darüber hinaus verwies der Senator auf strukturelle Risiken, die sich aus algorithmisch gesteuerten Wettangeboten ergeben könnten. Micro Prop Bets seien aus seiner Sicht besonders problematisch, weil sie gezielt auf kurzfristige, schnelle Wettentscheidungen abzielen. Diese Kombination aus hoher Frequenz und isolierten Ereignissen stelle aus Integritätssicht eine besondere Herausforderung dar.
Anhörung im Senat thematisiert Offshore-Anbieter
Die Diskussion fand im Rahmen einer Anhörung zu Sportwetten statt, bei der neben Micro Prop Bets auch Offshore-Operatoren im Mittelpunkt standen. Gesetzgeber und Branchenvertreter befassten sich mit der Frage, wie mit Anbietern umzugehen ist, die außerhalb der USA operieren, aber dennoch US-Kunden bedienen.
Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, die Schnittstelle zwischen regulierten Märkten und nicht autorisierten Angeboten stärker zu kontrollieren. Durch die Einbindung der FTC würde eine Bundesbehörde ausdrücklich in die Lage versetzt, gegen unterstützende Unternehmen vorzugehen, selbst wenn diese nicht selbst als Wettanbieter auftreten.
Damit verschiebt sich der regulatorische Fokus teilweise von den Endanbietern hin zu Dienstleistern, die Zahlungsströme ermöglichen. Für Zahlungsdienstleister könnte dies bedeuten, dass sie ihre Geschäftsbeziehungen zu Offshore-Sportwettenanbietern genauer prüfen müssten, sofern das Gesetz verabschiedet wird.
Mögliche Auswirkungen auf Anbieter und Zahlungsinfrastruktur
Sollte der Gesetzentwurf Gesetz werden, hätte dies direkte Auswirkungen auf Anbieter von Micro Prop Bets im US-Markt. Ein bundesweites Verbot würde diese Wettform unabhängig von bundesstaatlichen Regelungen untersagen.
Für Offshore-Anbieter könnte der Zugang zum US-Markt zusätzlich erschwert werden, wenn Zahlungsdienstleister aufgrund regulatorischer Risiken ihre Zusammenarbeit einstellen. Die Initiative zielt damit sowohl auf das konkrete Wettprodukt als auch auf die finanzielle Abwicklung dahinter.
Für Marktteilnehmer im iGaming-Sektor ist die Entwicklung vor allem deshalb relevant, weil sie zeigt, dass bestimmte Wettformate und Zahlungsstrukturen verstärkt in den Fokus der Bundespolitik rücken. Die Anhörung im Handelsausschuss verdeutlicht, dass das Thema Integrität und Offshore-Durchsetzung weiterhin Gegenstand legislativer Debatten ist.
Unsere Einschätzung
Der angekündigte Gesetzentwurf von Senator Brian Schatz verbindet zwei regulatorische Ansätze: das ausdrückliche Verbot von Micro Prop Bets und eine erweiterte Durchsetzungskompetenz für die FTC gegenüber Zahlungsdienstleistern, die illegale Offshore-Angebote unterstützen. Für Anbieter, Zahlungsabwickler und Nutzer von Sportwetten könnte dies zu veränderten Marktbedingungen führen, sofern das Vorhaben im Kongress umgesetzt wird. Die Diskussion im Senat zeigt, dass Micro Prop Bets und Offshore-Zahlungsströme aktuell im Zentrum bundespolitischer Überlegungen stehen.
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