Schwedisches Gericht bestätigt AML-Bußgelder gegen Betsson

Schwedisches Gericht mit Richterhammer auf Holzpodest vor Betsson-Logo auf blauem Hintergrund.

Schwedisches Verwaltungsgericht bestätigt Geldwäsche-Sanktionen gegen Betsson – Aufsicht setzt strenge Maßstäbe bei Herkunftsnachweisen

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein schwedisches Verwaltungsgericht bestätigt die Entscheidung der Glücksspielaufsicht gegen Betsson wegen schwerwiegender Verstöße gegen Geldwäschevorschriften.
  • Spelinspektionen verhängte im Mai 2025 Geldstrafen gegen Betsson Nordic Ltd, Spooniker Ltd und Snabbare Ltd für Vorgänge aus dem Jahr 2023.
  • Die Bußgelder betragen 6,5 Mio. SEK für Betsson, 10 Mio. SEK für Spooniker und 5,5 Mio. SEK für Snabbare.
  • Das Gericht sieht unzureichende Prüfungen zur Herkunft hoher Einzahlungen als erwiesen an.
  • Betsson und Snabbare sind weiterhin in Schweden aktiv, die Lizenz von Spooniker lief im Oktober 2025 aus.

Gericht bestätigt schwere Verstöße gegen Geldwäschevorgaben

Ein schwedisches Verwaltungsgericht hat die Einschätzung der nationalen Glücksspielaufsicht Spelinspektionen bestätigt, wonach Betsson schwerwiegende Verstöße gegen geldwäscherechtliche Vorschriften begangen hat. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen zur Kundenüberprüfung und zur Feststellung der Herkunft von Geldern.

Spelinspektionen hatte im Mai 2025 Verfahren gegen Betsson Nordic Ltd sowie gegen Spooniker Ltd, eine damalige Tochtergesellschaft der Kindred Group von FDJ United, und gegen Snabbare Ltd, eine Tochter der ComeOn Group, eingeleitet. Anlass waren aus Sicht der Behörde unzureichende Sorgfaltspflichten im Umgang mit bestimmten Kundengruppen. Die beanstandeten Sachverhalte beziehen sich auf das Jahr 2023.

Die Aufsicht sprach Verwarnungen aus und verhängte Bußgelder in Höhe von 6,5 Mio. SEK gegen Betsson, 10 Mio. SEK gegen Spooniker und 5,5 Mio. SEK gegen Snabbare. Das Verwaltungsgericht bestätigte nun sowohl die Verwarnungen als auch die Geldstrafen.

alert-circle
Du findest uns auch auf Telegram: Klicke hier, um unserem Telegram Channel zu folgen.

Unklare Herkunft hoher Einzahlungen im Fokus

Kern der Verfahren war die Frage, ob die Betreiber ausreichend geprüft hatten, woher größere Einzahlungen von Kunden stammten. Spelinspektionen untersuchte dazu jeweils eine Auswahl von Kundenkonten.

Nach Darstellung der Behörde konnten hohe Einzahlungen teilweise nicht mit dem zu versteuernden Einkommen der betroffenen Spieler erklärt werden. Die Unternehmen führten an, es habe sich um frühere Gewinne gehandelt, die erneut eingezahlt worden seien.

Spelinspektionen hielt diese Erklärung jedoch nicht für ausreichend belegt. Die betreffenden Gelder seien zuvor von den Spielkonten abgehoben worden. Damit habe sich der sogenannte geschlossene Kreislauf des Glücksspiels unterbrochen. In solchen Fällen seien weitergehende Maßnahmen erforderlich, um sicherzustellen, dass es sich bei späteren Einzahlungen tatsächlich um zuvor ausgezahlte Gewinne handelt.

Das Gericht folgte dieser Argumentation. Es stellte fest, dass Glücksspiel als Hochrisikobranche für Geldwäsche einzustufen sei. Sobald Gelder aus dem Spielkonto ausgezahlt werden, müssten Anbieter intensivere Prüfungen vornehmen, um die Identität und Herkunft der erneut eingezahlten Mittel zu verifizieren.

Betsson und andere Betreiber widersprachen der Auslegung

Die betroffenen Unternehmen hatten die Entscheidung der Aufsicht angefochten. Betsson argumentierte, die Auslegung der Behörde gehe über die gesetzlichen Vorgaben hinaus und sei in der Praxis nicht umsetzbar.

Konkret wandte sich das Unternehmen gegen die Auffassung, Lizenznehmer dürften frühere Auszahlungen nur dann als Quelle späterer Einzahlungen berücksichtigen, wenn sie fortlaufend Kontoauszüge einholen und verifizieren, dass es sich tatsächlich um dieselben Gelder handelt. Diese Interpretation sei unzutreffend und stehe nicht im Einklang mit früherer Gerichtspraxis, mit den vorbereitenden Arbeiten zu den Geldwäschevorschriften sowie mit übergeordneten Leitlinien. Zudem fehle der Bezug zu einem risikobasierten Ansatz und zum konkreten Sachverhalt.

Auch Spooniker kritisierte die Risikobewertungen der Behörde. Diese seien ungenau und nicht ausreichend belegt, da sie sich lediglich auf Bruttoeinzahlungen gestützt hätten.

Das Verwaltungsgericht wies diese Einwände zurück. Es kam zu dem Schluss, dass die Betreiber keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen hatten, um die Herkunft der Mittel eindeutig festzustellen. Die Anforderungen der Aufsicht seien angesichts des erhöhten Geldwäscherisikos im Glücksspielsektor gerechtfertigt.

Unterschiedliche regulatorische Entwicklungen im schwedischen Markt

Die Entscheidung hat direkte Auswirkungen auf die betroffenen Unternehmen im schwedischen Markt. Betsson und Snabbare sind weiterhin mit Lizenzen aktiv. Spooniker hingegen verfügt seit Oktober 2025 nicht mehr über eine schwedische Lizenz.

FDJ ist in Schweden weiterhin präsent, allerdings über Unibet Sweden, das seine Lizenz über Kaprifol Services Limited hält. Damit bleibt der Konzern trotz des Verfahrens gegen die frühere Tochtergesellschaft im Markt vertreten.

Die aktuelle Gerichtsentscheidung steht zudem im Kontrast zu einem anderen Verfahren: Nur einen Monat zuvor hatte dasselbe Gericht eine im März 2025 von Spelinspektionen verhängte Geldstrafe gegen LeoVegas aufgehoben. In diesem Fall kam das Gericht zu dem Ergebnis, dass der Betreiber seine Sorgfaltspflichten nach dem schwedischen Glücksspielgesetz klar und deutlich nicht verletzt habe.

Damit zeigt sich, dass die gerichtliche Überprüfung von Aufsichtsentscheidungen je nach Sachlage unterschiedlich ausfallen kann. Während im Fall LeoVegas keine Pflichtverletzung festgestellt wurde, bestätigte das Gericht nun die Bewertung der Behörde im Zusammenhang mit geldwäscherechtlichen Prüfpflichten.

Unsere Einschätzung

Die Entscheidung des schwedischen Verwaltungsgerichts bestätigt die strenge Auslegung der Geldwäschevorschriften durch Spelinspektionen im Bereich der Herkunftsnachweise von Spielgeldern. Betreiber müssen demnach bei unterbrochenen Zahlungsflüssen weitergehende Prüfungen vornehmen, um die Quelle erneuter Einzahlungen eindeutig zu belegen. Für lizenzierte Anbieter im schwedischen Markt unterstreicht das Urteil die regulatorischen Anforderungen im Umgang mit Kundenmitteln und die Bedeutung dokumentierter Sorgfaltsmaßnahmen.

Wir haben uns strikte redaktionelle Richtlinien auferlegt und erklären unsere Testmethoden offen und verständlich. Außerdem kommunizieren wir transparent, wie unsere Arbeit finanziert wird. Diese Seite kann Trackings Links enthalten, was unsere objektive Sichtweise aber in keinster Weise beeinflusst.

Neueste Artikel

Über den Autor

Janina Frei

Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.
🍪
Wir verwenden Cookies. Durch die Nutzung dieser Website akzeptierst du das.