FinchTrade startet B2B-Zahlungen per Stablecoin in Schwellenmärkte
FinchTrade startet B2B-Grenzueberschreitende Zahlungen ueber Stablecoins – Abwicklung nach Afrika, Lateinamerika und in die VAE ohne Korrespondenzbanken
Das Wichtigste in Kürze
- FinchTrade fuehrt einen B2B-Zahlungsdienst ein, der Geschaeftszahlungen nach Afrika, Lateinamerika und in die Vereinigten Arabischen Emirate ueber Stablecoin-Infrastruktur abwickelt.
- Transaktionen sollen am selben oder am naechsten Geschaeftstag abgeschlossen werden, ohne Einbindung von Korrespondenzbanken.
- Unterstuetzt werden neun Waehrungen, darunter EUR, NGN, MXN, BRL und AED.
- Onboarding inklusive AML- und KYB-Pruefungen dauert laut Unternehmen 24 bis 72 Stunden.
- Die Abwicklung erfolgt on-chain in einem Stablecoin mit vollstaendigem Audit-Trail.
Neuer B2B-Zahlungsdienst auf Stablecoin-Basis
FinchTrade hat einen neuen grenzueberschreitenden Zahlungsdienst fuer Unternehmen vorgestellt. Das Angebot richtet sich an Zahlungsdienstleister und E-Geld-Institute sowie an Handels- und Rohstoffunternehmen, die Zahlungen in Maerkte Afrikas, Lateinamerikas und in die Vereinigten Arabischen Emirate leisten.
Nach Angaben des Unternehmens erfolgt die Abwicklung der Transfers ueber Stablecoin-Infrastruktur. Jede Transaktion wird on-chain in einem Stablecoin abgewickelt und anschliessend in die jeweilige lokale Zielwaehrung ausgezahlt. Die Empfaenger erhalten den Betrag laut FinchTrade noch am selben Tag oder am folgenden Geschaeftstag.
Im Unterschied zu klassischen SWIFT-Ueberweisungen sollen keine Korrespondenzbanken zwischengeschaltet sein. Damit entfaellt die mehrstufige Weiterleitung ueber mehrere Banken, die bei internationalen Ueberweisungen ueblich ist.
Neun unterstuetzte Waehrungen in vier Zahlungs-Korridoren
Der neue Dienst deckt neun Waehrungen ab. Von Europa aus koennen Euro versendet werden. Auf der Empfaengerseite werden folgende Waehrungen unterstuetzt:
– Nigerianischer Naira
– Ghanaischer Cedi
– Kenianischer Schilling
– Mexikanischer Peso
– Brasilianischer Real
– Chilenischer Peso
– Argentinischer Peso
– VAE-Dirham
Damit konzentriert sich FinchTrade auf Zahlungs-Korridore zwischen Europa und Teilen Afrikas, Lateinamerikas sowie dem Nahen Osten. Laut Unternehmen sehen Kunden vor der Ausfuehrung einer Transaktion den angewendeten Wechselkurs sowie den finalen Auszahlungsbetrag in der Zielwaehrung.
Zudem wird jede Transaktion mit einem vollstaendigen Audit-Trail dokumentiert. Dazu gehoeren der angewendete FX-Kurs, eine On-Chain-Referenz sowie eine Bankbestaetigung der Auszahlung in lokaler Waehrung.
Abwicklung ohne klassische Korrespondenzbanken
FinchTrade beschreibt als zentrales Problem bisheriger B2B-Zahlungen in die genannten Regionen die Einbindung mehrerer Korrespondenzbanken. Eine einzelne Ueberweisung durchlaeuft laut Unternehmen haeufig zwei oder drei Institute, bevor sie beim Empfaenger ankommt.
Jede beteiligte Bank fuehrt eigene Gebuehren und eigene Geldwaeschepruefungen durch. Zudem koennen Gelder fuer mehrere Tage gebunden sein, waehrend die Ueberweisung abgewickelt wird. FinchTrade gibt an, dass traditionelle Korrespondenzbankstrukturen Betriebskapital fuer drei bis fuenf Tage binden und pro Transfer zusaetzliche Kosten von drei bis fuenf Prozent verursachen koennen.
Die neue Zahlungsloesung basiert auf der bestehenden Settlement-Infrastruktur des Unternehmens. FinchTrade betreibt diese Infrastruktur bereits fuer den institutionellen Kryptohandel. Die Stablecoin-Konvertierung erfolgt demnach ueber Systeme, die im Rahmen des OTC-Geschaefts und der Liquiditaetsbereitstellung im Einsatz sind.
Zielgruppe: Zahlungsdienstleister und institutionelle Marktteilnehmer
Das Angebot richtet sich explizit an institutionelle Kunden. Dazu zaehlen laut Unternehmen OTC-Desks, Digital-Asset-Firmen und Kryptofonds, die bereits Spot-Handel ueber FinchTrade abwickeln.
Fuer bestehende Kunden soll der neue Dienst als zusaetzlicher Anwendungsfall innerhalb der bestehenden Geschaeftsbeziehung dienen. Eine erneute KYB-Pruefung oder technische Integration sei nicht erforderlich, sofern die Infrastruktur bereits genutzt wird.
Auch Zahlungsdienstleister und E-Geld-Institute, die Auszahlungen in Schwellenlaendern bisher manuell verarbeiten, gehoeren zur Zielgruppe. Gleiches gilt fuer Handels- und Rohstoffunternehmen, deren Mittel bei klassischen SWIFT-Ueberweisungen bis zur finalen Gutschrift gebunden sind.
Onboarding und regulatorischer Rahmen
Das Onboarding neuer Kunden soll inklusive integrierter AML- und KYB-Pruefungen zwischen 24 und 72 Stunden dauern. Damit beschreibt FinchTrade einen strukturierten Aufnahmeprozess, der regulatorische Anforderungen beruecksichtigt.
Das Unternehmen wurde 2018 gegruendet und hat seinen Sitz in der Schweiz. Es agiert als Anbieter von Digital-Asset-Liquiditaet und als OTC-Desk fuer institutionelle Kunden. Laut eigenen Angaben verarbeitet FinchTrade jaehrlich ein Handelsvolumen in Milliardenhoehe im Bereich Krypto-zu-Fiat-Transaktionen und bedient mehr als 100 institutionelle Kunden in ueber 30 Laendern.
Die Aufsicht erfolgt unter der Schweizer VQF. Damit ist das Unternehmen in einen regulatorischen Rahmen eingebunden, der fuer Finanzintermediaere in der Schweiz gilt.
Fokus auf Lateinamerika und weitere Expansion geplant
Kurzfristig erwartet FinchTrade die staerkste Nachfrage in Lateinamerika. Genannt werden insbesondere Brasilien, Mexiko, Chile und Argentinien. In diesen Maerkten verweist das Unternehmen auf Abwicklungsverzoegerungen, mehrere zwischengeschaltete Banken und begrenzte Kostentransparenz bei internationalen Zahlungen.
Geplant ist eine Ausweitung der unterstuetzten Zahlungs-Korridore in Abhaengigkeit von der Kundennachfrage. Prioritaet haben laut Unternehmen Routen zwischen Europa und Lateinamerika.
Unsere Einschätzung
Mit dem neuen B2B-Zahlungsdienst erweitert FinchTrade seine bestehende Infrastruktur fuer institutionellen Kryptohandel um einen weiteren Anwendungsbereich. Die Abwicklung ueber Stablecoins und die Integration in bestehende Kundenbeziehungen sollen schnellere Settlement-Zeiten und transparente Kostenstrukturen ermoeglichen. Fuer Zahlungsdienstleister, E-Geld-Institute und institutionelle Marktteilnehmer, die in den genannten Regionen taetig sind, stellt das Angebot eine Alternative zu klassischen SWIFT-basierten Ueberweisungen mit mehreren Korrespondenzbanken dar.
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