35,55 Mio. Dollar durch DeFi-Bridge-Hacks verloren
35,55 Millionen Dollar durch drei Bridge-Hacks verloren – DeFi-Sicherheitsrisiken rücken erneut in den Fokus
Das Wichtigste in Kürze
- Drei DeFi-Protokolle verloren an einem Tag zusammen 35,55 Millionen US-Dollar durch Exploits von Cross-Chain-Bridges.
- AFX verzeichnete mit 24,2 Millionen US-Dollar in USDC den größten Verlust.
- Auch BSquared Network und VerusCoin waren betroffen, mit Schäden von 3,9 Millionen beziehungsweise 7,5 Millionen US-Dollar.
- Parallel dazu bewegt der Angreifer hinter dem 285-Millionen-Dollar-Exploit bei Drift Protocol erneut gestohlene ETH.
- Die Vorfälle ereignen sich, nachdem der DeFi-Sektor im Juli einen TVL-Anstieg von über 10 Milliarden US-Dollar verzeichnet hatte.
Drei Cross-Chain-Bridge-Exploits an einem Tag
Innerhalb eines Tages wurden drei DeFi-Protokolle Opfer von Sicherheitsvorfällen, die sich gezielt gegen Cross-Chain-Bridges richteten. Nach den vorliegenden Angaben summieren sich die Verluste auf insgesamt 35,55 Millionen US-Dollar.
Den größten Schaden meldete AFX. Angreifer entwendeten dort 24,2 Millionen US-Dollar in USDC von der Arbitrum-Bridge des Protokolls und transferierten die Mittel anschließend auf Ethereum. Damit entfiel mehr als zwei Drittel der Gesamtsumme auf dieses einzelne Protokoll.
BSquared Network verzeichnete den zweithöchsten Verlust. Hier wurden rund 8,6 Millionen B2-Token im Gegenwert von etwa 3,9 Millionen US-Dollar abgezogen. Auch VerusCoin war betroffen. Bei diesem Vorfall belief sich der Schaden durch einen Bridge-Exploit auf rund 7,5 Millionen US-Dollar.
Auffällig ist, dass alle drei Angriffe denselben technischen Bereich betrafen. Obwohl die Protokolle in unterschiedlichen Ökosystemen operieren, richteten sich die Exploits jeweils gegen die Cross-Chain-Bridge-Infrastruktur. Damit rückt erneut ein Segment in den Mittelpunkt, das in der Vergangenheit wiederholt Ziel von Angriffen war.
Erinnerungen an frühere Hack-Wellen im DeFi-Sektor
Die aktuellen Verluste fallen im Vergleich zu früheren Ereignissen geringer aus, stehen jedoch in einem sensiblen Marktumfeld. Im ersten und zweiten Quartal kam es zu drei aufeinanderfolgenden Hacks, bei denen über 600 Millionen US-Dollar verloren gingen.
In der Folge kam es zu deutlichen Kapitalabflüssen aus dem DeFi-Sektor. Der Total Value Locked, also das in DeFi-Protokollen gebundene Kapital, fiel auf das Niveau des zweiten Quartals 2024 und lag nur noch bei etwas über 65 Milliarden US-Dollar. Besonders ausgeprägt war der Rückgang bei Ethereum. Dort sank der TVL innerhalb von weniger als 48 Stunden um mehr als 10 Milliarden US-Dollar.
Diese Phase war von erhöhter Risikoaversion geprägt. Die Sicherheitslage rückte in den Vordergrund, während Liquidität aus verschiedenen Protokollen abgezogen wurde. Vor diesem Hintergrund werden auch kleinere Exploits sensibler wahrgenommen, da sie Erinnerungen an die vorherige Hack-Welle wachrufen.
Bewegungen gestohlener Mittel beim Drift-Exploit
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält der Markt durch neue Aktivitäten rund um den Drift-Exploit. Drift Protocol war Anfang des Jahres Ziel eines der größten DeFi-Angriffe, bei dem Angreifer 285 Millionen US-Dollar entwendeten.
Nun werden Teile der gestohlenen Mittel erneut bewegt. Nach Angaben von Onchain Lens leitet der Angreifer ETH in wiederholten Tranchen von jeweils 100 ETH über den Tornado Cash Router weiter. Mehrere Transaktionen erfolgen dabei pro Minute.
Die Transfers deuten nicht zwingend auf einen unmittelbaren Verkauf hin, rücken den früheren Großangriff jedoch erneut ins Blickfeld. In Kombination mit den aktuellen Bridge-Exploits entsteht dadurch ein Umfeld, in dem Sicherheitsaspekte erneut stärker diskutiert werden.
TVL-Erholung im Juli trifft auf neue Unsicherheit
Die jüngsten Vorfälle ereignen sich in einer Phase, in der sich der DeFi-Sektor gerade erholt hatte. Laut Daten von DeFiLlama stieg der Total Value Locked im Juli um mehr als 10 Milliarden US-Dollar. Damit verzeichnete der Sektor den stärksten monatlichen Zuwachs seit der Hack-Welle im ersten und zweiten Quartal.
Der Anstieg deutete auf eine Rückkehr von Kapital in verschiedene Protokolle hin. Nach den massiven Abflüssen in der ersten Jahreshälfte hatte sich das gebundene Kapital wieder spürbar erhöht.
Mit den nun gemeldeten 35,55 Millionen US-Dollar an neuen Verlusten kommt jedoch erneut Unsicherheit auf. Auch wenn die Summe deutlich unter den Schäden der vorherigen Hack-Serie liegt, konzentrieren sich die Vorfälle auf eine zentrale technische Schwachstelle. Cross-Chain-Bridges verbinden unterschiedliche Blockchains und spielen für Liquiditätstransfers eine zentrale Rolle. Entsprechend wirken sich Sicherheitsprobleme in diesem Bereich direkt auf mehrere Ökosysteme aus.
Unsere Einschätzung
Die drei Bridge-Exploits mit einem Gesamtvolumen von 35,55 Millionen US-Dollar sowie die erneuten Bewegungen der beim Drift-Exploit entwendeten ETH fallen in eine Phase der Erholung des DeFi-Sektors. Nachdem der TVL im Juli um über 10 Milliarden US-Dollar gestiegen war, rücken Sicherheitsfragen wieder stärker in den Fokus. Die aktuellen Vorfälle betreffen unterschiedliche Protokolle, weisen jedoch mit Cross-Chain-Bridges einen identischen Angriffsvektor auf und erinnern an die vorangegangene Hack-Welle mit deutlich höheren Verlusten und spürbaren Kapitalabflüssen.
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