US-Krypto-ETFs verlieren 107 Milliarden Dollar seit Oktober 2025
Bitcoin-ETF-Vermoegen in den USA sinkt auf 84 Milliarden Dollar – 107 Milliarden Dollar Abfluesse seit Oktober 2025
Das Wichtigste in Kürze
- Das verwaltete Vermoegen von US-Krypto-ETFs ist laut Artemis auf rund 84 Milliarden Dollar gefallen.
- Seit dem Hoechststand von 191,4 Milliarden Dollar im Oktober 2025 sind rund 107 Milliarden Dollar abgeflossen.
- Der Rueckgang faellt in eine seit Oktober 2025 anhaltende Baisse am Kryptomarkt mit einem Verlust von 2,24 Billionen Dollar Marktkapitalisierung.
- Der Coinbase Premium Index ist ins Negative gedreht und signalisiert nachlassende Nachfrage von US-Investoren.
- Auch die woechentlichen Zufluesse in Spot-Bitcoin- und Spot-Ethereum-ETFs sind seit Mitte April deutlich gesunken.
Verwaltetes Vermoegen faellt auf Stand von November 2024
Das verwaltete Vermoegen aller US-Kryptowaehrungs-ETFs ist laut Daten von Artemis auf ein Niveau zurueckgefallen, das zuletzt im November 2024 erreicht wurde. Damit liegt das Gesamtvolumen rund 19 Monate unter seinem Hoechststand.
Im Oktober 2025 hatten US-Krypto-ETFs zusammen 191,4 Milliarden Dollar verwaltet. Seitdem sind etwa 107 Milliarden Dollar aus diesen Produkten abgeflossen. Aktuell summieren sich die Mittel in US-ETFs auf Bitcoin, Ethereum, Ripple, Hyperliquid und Solana auf rund 84 Milliarden Dollar.
Zum Vergleich: Im November 2024 bestand das ETF-Angebot in den USA ausschliesslich aus Produkten auf Bitcoin und Ethereum. Damals erreichten diese beiden Assets zusammen einen Wert von rund 75,1 Milliarden Dollar. Trotz drei zusaetzlicher ETF-Produkte liegt das heutige Gesamtvolumen nur geringfuegig ueber diesem Wert.
Baerenmarkt belastet den gesamten Kryptosektor
Der Rueckgang bei den ETF-Vermoegen faellt in eine laenger andauernde Abwaertsphase am Kryptomarkt. Seit Beginn des Baerenmarktes im Oktober 2025 sind laut den genannten Daten 2,24 Billionen Dollar an Marktkapitalisierung verloren gegangen, Stablecoins ausgenommen.
Diese Entwicklung spiegelt eine breite Kapitalflucht wider, die sowohl von kryptoaffinen Anlegern als auch von traditionellen Investoren ausgeht. Die ETF-Daten zeigen, dass insbesondere regulierte Anlageprodukte in den USA von dieser Entwicklung betroffen sind.
Dass inzwischen fuenf unterschiedliche Kryptowaehrungen als ETF-Produkte verfuegbar sind, hat den generellen Rueckgang nicht kompensiert. Das deutet auf eine insgesamt reduzierte Risikobereitschaft im Markt hin.
Coinbase Premium Index signalisiert Verkaufsdruck aus den USA
Bitcoin gilt weiterhin als Leitindikator fuer den Gesamtmarkt. Ein zentrales Stimmungsbarometer ist der Coinbase Premium Index. Er misst die Nachfrage nach Bitcoin auf US-Handelsplaetzen im Vergleich zur globalen Nachfrage auf Binance.
Seit dem 15. April begann der Index schrittweise zu sinken. Ab dem 23. April verstaerkte sich der Verkaufsdruck. Ein negativer Wert bedeutet, dass die Nachfrage auf US-Plattformen hinter der globalen Nachfrage zurueckbleibt.
Zum Zeitpunkt der Datenerhebung lag der sieben-Tage-Durchschnitt des Index bei minus 0,086. Damit befindet sich der Indikator klar im negativen Bereich. Das wird als Zeichen einer ausgepraegten Zurueckhaltung unter traditionellen US-Investoren gewertet.
Wochenzufluesse in Spot-ETFs brechen seit Mitte April ein
Die Entwicklung des Coinbase Premium Index deckt sich mit den Kapitalbewegungen in Spot-Bitcoin-ETFs. Am 17. April verzeichneten diese Produkte noch ihre zweithoechsten woechentlichen Zufluesse. In den darauffolgenden Wochen sind die Zufluesse jedoch deutlich eingebrochen.
Ein aehnliches Bild zeigt sich bei Ethereum. Auch hier begann der entsprechende Premium Index im April zu fallen und notiert inzwischen im negativen Bereich. Parallel dazu gingen die Zufluesse in US-Spot-Ethereum-ETFs seit dem 17. April zurueck.
Die Kombination aus negativen Praemien und sinkenden ETF-Zufluessen deutet auf eine breit angelegte Kapitalzurueckhaltung hin, insbesondere von institutionellen und regulierten Marktteilnehmern in den USA.
Globale wirtschaftliche Faktoren belasten Risikomaerkte
Als ein wesentlicher Belastungsfaktor werden die globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen genannt. Der Konflikt zwischen Iran, den USA und Israel wirkte sich auf zentrale Bereiche der Weltwirtschaft aus.
Insbesondere steigende Oelpreise fuehrten zu hoeherer Inflation. In den USA stieg die Inflationsrate auf 4,2 Prozent. Das entspricht einem Anstieg um 40 Basispunkte gegenueber dem Aprilwert von 3,8 Prozent.
In diesem Umfeld kam es zu einer Umschichtung von Kapital aus risikoreicheren Anlagen in weniger volatile Alternativen. Als Beispiel wird die Rendite zehnjaehriger US-Staatsanleihen genannt, die 4,68 Prozent erreichte. Ein solches Niveau wurde zuletzt im Januar 2025 verzeichnet.
Diese Verschiebung hin zu Staatsanleihen steht im Zusammenhang mit der geringeren Nachfrage nach Krypto-Assets und entsprechenden ETF-Produkten.
Unsere Einschätzung
Die Daten zeigen einen deutlichen Rueckgang des verwalteten Vermoegens in US-Krypto-ETFs seit dem Hoechststand im Oktober 2025. Trotz einer Ausweitung des ETF-Angebots auf fuenf Kryptowaehrungen liegt das Gesamtvolumen nur knapp ueber dem Niveau von November 2024.
Negative Werte beim Coinbase Premium Index sowie sinkende Zufluesse in Spot-Bitcoin- und Spot-Ethereum-ETFs belegen eine nachlassende Nachfrage aus den USA. Gleichzeitig faellt die Entwicklung in eine Phase steigender Inflation und hoeherer Renditen bei US-Staatsanleihen.
Fuer Marktteilnehmer auf Vergleichsplattformen liefern diese Kennzahlen konkrete Hinweise auf Kapitalstroeme, Anlegerverhalten und die aktuelle Risikoneigung im regulierten US-Kryptomarkt.
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