Binance weist Vorwürfe zu Iran-Transaktionen zurück
Binance weist Vorwürfe zu Iran-Transaktionen zurück – Bericht über interne Untersuchungen sorgt für regulatorische Aufmerksamkeit
Das Wichtigste in Kürze
- Binance bestreitet Berichte, wonach interne Mitarbeiter wegen Hinweisen auf Iran-bezogene Transaktionen entfernt wurden.
- Laut einem Medienbericht sollen rund 1 Milliarde USDT über die Tron-Blockchain mit Bezug zu Iran bewegt worden sein.
- Die angeblichen Transaktionen sollen zwischen März 2024 und August 2025 identifiziert worden sein.
- Binance erklärt, es seien keine Sanktionsverstöße festgestellt worden und Entlassungen hätten andere Gründe gehabt.
- Der Kurs des Binance-eigenen Tokens BNB fiel zuletzt um 1,42 Prozent auf 618,18 US-Dollar.
Bericht über mutmaßliche Iran-Transaktionen in Milliardenhöhe
Ein Bericht des Wirtschaftsmagazins Fortune hat neue Vorwürfe gegen die Kryptobörse Binance ausgelöst. Demnach sollen rund 1 Milliarde US-Dollar in Form von Tether (USDT) über die Tron-Blockchain transferiert worden sein. Diese Transaktionen seien nach Angaben des Berichts mit dem Iran in Verbindung gestanden.
Der Zeitraum der angeblich identifizierten Transfers reicht von März 2024 bis August 2025. Interne Ermittler von Binance hätten diese Bewegungen demnach als potenziell problematisch eingestuft. Der Bericht stellt zudem die Behauptung auf, dass die betreffenden Mitarbeiter nicht regulär aus dem Unternehmen ausgeschieden seien, sondern aus ihren Positionen entfernt wurden.
Besondere Bedeutung erhält der Vorgang vor dem Hintergrund, dass die Tron-Blockchain laut Bericht von Regulierungsbehörden häufig im Zusammenhang mit der Umgehung von Sanktionen genannt wird. Konkrete behördliche Maßnahmen oder offizielle Feststellungen werden in dem Bericht jedoch nicht genannt.
Binance widerspricht und verweist auf interne Regelverstöße
Binance hat die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Co-CEO Richard Teng erklärte, es seien keine Sanktionsverstöße festgestellt worden. Zudem seien keine Ermittler wegen interner Hinweise entlassen worden.
Nach Darstellung des Unternehmens seien betroffene Mitarbeiter nicht aufgrund ihrer Bedenken entfernt worden, sondern wegen Verstößen gegen interne Richtlinien. Konkret nennt Binance unbefugten Zugriff auf Unternehmensdaten als möglichen Grund für arbeitsrechtliche Maßnahmen.
Richard Teng forderte Korrekturen an der Berichterstattung und betonte, Binance erfülle weiterhin seine regulatorischen Verpflichtungen. Damit stellt das Unternehmen klar, dass aus seiner Sicht weder ein Compliance-Versagen noch eine bewusste Missachtung von Sanktionsvorschriften vorliege.
Hintergrund: Frühere Einigung mit US-Behörden erhöht Sensibilität
Die aktuellen Vorwürfe treffen Binance in einer Phase erhöhter regulatorischer Aufmerksamkeit. Das Unternehmen hatte zuvor eine Einigung mit US-Behörden in Höhe von 4,3 Milliarden US-Dollar erzielt. Diese Einigung markierte einen bedeutenden Einschnitt für die weltweit größte Kryptobörse.
Vor diesem Hintergrund ist die Frage nach der internen Compliance-Struktur besonders relevant. Der Fortune-Bericht legt nahe, dass die angebliche Entfernung interner Ermittler das Compliance-Team geschwächt haben könnte. Dieses Team ist dafür zuständig, verdächtige Aktivitäten zu überwachen und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sicherzustellen.
Binance weist diese Darstellung zurück und betont, die organisatorischen Maßnahmen hätten keinen Zusammenhang mit gemeldeten Sanktionsbedenken.
Reaktionen aus der Krypto-Community und Marktumfeld
In sozialen Netzwerken erhielt die Stellungnahme von Richard Teng Unterstützung. Einzelne Nutzer verwiesen auf Unterschiede zwischen anonymen Quellen und offiziellen Prüfergebnissen. Andere hoben hervor, dass eine klare öffentliche Reaktion Teil guter Unternehmensführung sei.
Auch der frühere CEO Changpeng Zhao äußerte sich zu den Vorwürfen. Er bezeichnete den Bericht als „paid FUD“ und verwies auf unzufriedene ehemalige Mitarbeiter als mögliche Quelle der Anschuldigungen.
Parallel dazu steht der gesamte Kryptomarkt unter Druck. Der Binance-eigene Token BNB notierte zuletzt bei 618,18 US-Dollar und verzeichnete innerhalb von 24 Stunden einen Rückgang von 1,42 Prozent. Ein direkter Zusammenhang zwischen den Kursbewegungen und den aktuellen Berichten wird nicht hergestellt, allerdings fällt die Entwicklung in eine Phase allgemein schwächerer Marktstimmung.
Mögliche regulatorische Implikationen für Stablecoins und Blockchain-Transaktionen
Der Fall lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf Stablecoin-Transfers und die Überwachung von Blockchain-Netzwerken. Im Bericht wird ausdrücklich auf die Nutzung der Tron-Blockchain im Kontext von Sanktionen verwiesen.
Sollten sich die Vorwürfe weiter konkretisieren, könnte dies die Diskussion um strengere Kontrollen von Stablecoin-Transaktionen verstärken. Derzeit gibt es jedoch keine behördlichen Feststellungen oder neuen regulatorischen Maßnahmen im Zusammenhang mit den genannten Transaktionen.
Unklar bleibt, ob es sich bei den Vorwürfen um belastbare Hinweise aus internen Untersuchungen oder um Darstellungen ehemaliger Mitarbeiter handelt. Binance betont, dass keine Verstöße festgestellt wurden.
Unsere Einschätzung
Die Berichte über mutmaßliche Iran-bezogene Transaktionen betreffen einen Zeitraum zwischen März 2024 und August 2025 und beziehen sich auf rund 1 Milliarde USDT auf der Tron-Blockchain. Binance weist sämtliche Vorwürfe zurück und erklärt, es seien keine Sanktionsverstöße festgestellt worden. Angesichts der früheren Einigung mit US-Behörden steht die Compliance-Struktur des Unternehmens erneut im Fokus. Konkrete regulatorische Schritte im Zusammenhang mit den aktuellen Vorwürfen sind bislang nicht bekannt.
Hinweis: Diese Webseite dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Gewinne im Glücksspiel sind nicht garantiert. Glücksspiel kann süchtig machen. Spiele nur, wenn es in deiner Region legal ist, und informiere dich über die geltenden Gesetze. Beratung: BZgA +49 (0) 800 1 37 27 00 | 18+