GGL erlaubt höhere Einsatzlimits bei Online-Slots ab Juli

Spielautomat mit leuchtenden Walzen und Münzen vor dunklem Hintergrund, darüber Text "Einsatzlimits ab Juli erhöht"

Deutschlands Glücksspielaufsicht erlaubt höhere Einsatzlimits bei Online-Slots – neue Spielräume für lizenzierte Anbieter ab Juli

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) erlaubt lizenzierten Online-Slot-Anbietern höhere Einsätze als bisher.
  • Das gesetzliche Standardlimit von 1 Euro pro Spin bleibt bestehen, Erhöhungen auf 3 oder 5 Euro sind auf Antrag möglich.
  • Für 3 Euro pro Spin müssen Spieler mindestens 21 Jahre alt sein.
  • 5 Euro pro Spin sind nur für Spieler ohne Hinweise auf problematisches Spielverhalten in den vergangenen 90 Tagen zulässig.
  • Die Entscheidung erfolgt im Vorfeld der Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags, die bis Jahresende abgeschlossen werden soll.

GGL genehmigt Ausnahmen vom 1-Euro-Standardlimit

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat eine Änderung genehmigt, die es lizenzierten Online-Slot-Betreibern ermöglicht, über das bisherige Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin hinauszugehen. Das 1-Euro-Limit bleibt weiterhin als gesetzlicher Regelfall bestehen. Betreiber mit einer Lizenz der GGL können jedoch künftig eine Genehmigung beantragen, um höhere Einsätze anzubieten.

Konkret sind Einsätze von bis zu 3 Euro oder 5 Euro pro Spin möglich. Die Anpassung gilt ab Juli. Voraussetzung ist, dass die jeweiligen Anbieter die von der Behörde definierten Anforderungen erfüllen. Die Entscheidung wurde vom Verwaltungsrat der GGL getroffen, in dem Vertreter aller 16 Bundesländer sitzen.

Nach Angaben der Behörde soll die Maßnahme auf veränderte Marktbedingungen reagieren und zugleich mit den Zielen des Glücksspielstaatsvertrags vereinbar bleiben. Dazu zählen insbesondere ein hohes Maß an Spielerschutz innerhalb eines regulierten Marktes sowie die Prävention von Glücksspielabhängigkeit.

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Alters- und Verhaltensprüfung als Voraussetzung für höhere Limits

Die Möglichkeit, höhere Einsätze zu nutzen, ist an konkrete Bedingungen geknüpft. Für das 3-Euro-Limit müssen Spieler mindestens 21 Jahre alt sein. Das 5-Euro-Limit ist zusätzlich an eine Verhaltensprüfung gebunden.

Spieler dürfen in den vorangegangenen 90 Tagen keine Anzeichen für ein als problematisch eingestuftes Spielverhalten gezeigt haben. Erst wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, kann ein Anbieter das höhere Limit freischalten.

Betreiber, die von der neuen Regelung Gebrauch machen, sind verpflichtet, das Spielverhalten sowohl vor als auch nach der Erhöhung kontinuierlich zu überwachen. Werden Anzeichen für schädliche Spielmuster festgestellt, müssen Interventionsmaßnahmen ergriffen werden. Dazu kann gehören, dass der Spieler kontaktiert wird, seine Spielaktivitäten eingeschränkt werden oder sein Konto vorübergehend gesperrt wird.

Damit bleibt die Erhöhung der Einsatzgrenzen in ein System eingebettet, das auf fortlaufender Kontrolle und Eingriffsmöglichkeiten basiert.

Rechtsgrundlage im Glücksspielstaatsvertrag

Der Glücksspielstaatsvertrag sieht vor, dass die GGL befugt ist, Einsatzlimits anzupassen, wenn dies aufgrund von Marktentwicklungen erforderlich erscheint. Die nun beschlossene Änderung wurde im Rahmen dieser Zuständigkeit umgesetzt.

Die Genehmigung höherer Einsatzgrenzen fällt zeitlich mit einer umfassenden Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags zusammen. Diese Evaluierung wird von Vertretern der 16 Bundesländer durchgeführt und soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Es handelt sich um die erste Überprüfung seit Inkrafttreten der aktuellen Fassung im Jahr 2021.

Im Mittelpunkt der Prüfung steht unter anderem die Frage, ob die zentralen Ziele des Vertrags erreicht wurden. Dazu zählt insbesondere die sogenannte Kanalisierung, also die Lenkung der Spieler in den legalen, lizenzierten Markt, sowie die Begrenzung problematischen Spielverhaltens.

Branchenverbände verweisen auf Wettbewerbsfähigkeit des regulierten Marktes

Vertreter lizenzierter Anbieter und Branchenverbände begrüßen die Entscheidung der Behörde. Simon Priglinger-Simader, Senior Regulatory Affairs Manager DACH bei der Entain Group und Vizepräsident des Deutschen Online Casinoverbands, erklärte, die Bundesländer zeigten mit dem Beschluss ihre Bereitschaft, bestehende Regelungen regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen.

Er verwies darauf, dass die bisherige Ausgestaltung des regulierten Angebots die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber nicht lizenzierten Anbietern eingeschränkt habe. Auch Luka Andric, Geschäftsführer des Deutschen Sportwettenverbands, sprach von einem wachsenden Bewusstsein dafür, dass der aktuelle Rahmen eines seiner zentralen Ziele nicht vollständig erreiche, nämlich die Schaffung eines ausreichend attraktiven legalen Marktes.

Der Deutsche Online Casinoverband nennt eine Online-Kanalisierungsquote im mittleren zweistelligen Bereich als Hinweis darauf, dass die bestehenden Regeln ihre intendierte Wirkung bislang nicht vollständig entfaltet hätten. Aus Sicht der Verbände steht dies im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des legalen Produktangebots.

Bedeutung für Anbieter und Nutzer im regulierten Markt

Für lizenzierte Betreiber eröffnet die Entscheidung die Möglichkeit, ihr Angebot innerhalb des bestehenden Rechtsrahmens anzupassen. Voraussetzung bleibt ein genehmigter Antrag bei der GGL sowie die Einhaltung der Vorgaben zur Alters- und Verhaltensprüfung.

Für Spieler bedeutet die Änderung, dass unter bestimmten Bedingungen höhere Einsätze pro Spin zulässig sind, ohne den regulierten Markt verlassen zu müssen. Gleichzeitig bleiben die Schutzmechanismen bestehen, da jede Erhöhung an Monitoring und mögliche Interventionen gekoppelt ist.

Die Anpassung erfolgt in einer Phase, in der die Wirksamkeit des Glücksspielstaatsvertrags umfassend bewertet wird. Die Ergebnisse dieser Evaluierung könnten weitere regulatorische Entscheidungen nach sich ziehen.

Unsere Einschätzung

Die Genehmigung höherer Einsatzlimits stellt eine gezielte Anpassung innerhalb des bestehenden Rechtsrahmens dar. Das 1-Euro-Standardlimit bleibt bestehen, wird jedoch durch klar definierte Ausnahmen ergänzt. Die Maßnahme ist eng an Alters- und Verhaltenskontrollen gekoppelt und steht im Zusammenhang mit der laufenden Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags. Für lizenzierte Anbieter und Nutzer im regulierten Markt ergeben sich dadurch veränderte Rahmenbedingungen, ohne dass die grundlegenden Ziele des Spielerschutzes formal aufgegeben werden.

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Über den Autor

Janina Frei

Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.
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