Malta Gaming Authority fordert Verbesserungen beim Spielerschutz

Regierungsgebäude mit Lupe, Bürotürme mit Warnzeichen, zerbrochener Schutzschild im Vordergrund

Malta Gaming Authority identifiziert Lücken beim Spielerschutz – Lizenznehmer müssen Nachbesserungspläne vorlegen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Malta Gaming Authority hat im ersten Halbjahr 2025 eine thematische Überprüfung bei 20 Lizenznehmern und 58 aktiven URLs durchgeführt.
  • Untersucht wurden unter anderem die Umsetzung von Selbstsperren und weitere Maßnahmen zum verantwortungsvollen Spielen.
  • Die Behörde stellte insgesamt ein hohes Maß an regulatorischer Konformität fest, identifizierte jedoch konkrete Verbesserungsbereiche.
  • Betroffene Anbieter wurden aufgefordert, Korrekturpläne einzureichen; bei Bedarf folgen weitere Aufsichtsmaßnahmen.
  • Bereits im Oktober 2025 startete die MGA ein anonymes Online-Selbstbewertungstool zur Unterstützung von Spielern.

Überprüfung von Selbstsperren und Schutzmechanismen im ersten Halbjahr 2025

Die Malta Gaming Authority, kurz MGA, hat im ersten Halbjahr 2025 eine thematische Überprüfung zur Umsetzung von Selbstsperren und weiteren Spielerschutzmaßnahmen durchgeführt. Betroffen waren 20 Lizenznehmer mit insgesamt 58 aktiven Webseiten.

Ziel der Prüfung war es, die Wirksamkeit bestehender Schutzmechanismen im praktischen Einsatz zu bewerten. Dabei ging es nicht nur um formale Vorgaben, sondern um die tatsächliche Funktionsweise in realistischen Nutzungsszenarien. Die MGA setzte unter anderem auf einen Mystery Shopper Ansatz, um Abläufe aus Sicht von Spielern nachzuvollziehen.

Im Mittelpunkt standen Fragen wie: Wird eine Selbstsperre technisch korrekt aktiviert? Greift sie markenübergreifend? Werden verantwortungsvolle Spielhinweise an entscheidenden Punkten sichtbar angezeigt?

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Mystery Shopper Test mit mehreren Marken und Identitätsvarianten

Für die Untersuchung definierte die Behörde drei Testszenarien mit unterschiedlichen Markenbezeichnungen.

Im ersten Szenario, bezeichnet als Brand A, wurde ein Spielerkonto mit festgelegten persönlichen Daten eröffnet. Anschließend erfolgten Einzahlungen und Spielaktivitäten, um die Funktionalität der Plattform zu prüfen.

Im zweiten Szenario, Brand B, registrierte sich die Testperson mit denselben persönlichen Daten erneut. Nachdem bei Brand A eine Selbstsperre aktiviert worden war, überprüfte die MGA, ob diese Sperre auch bei Brand B wirksam wurde.

Das dritte Szenario, Brand C, testete die Fähigkeit der Systeme, zusammenhängende Identitäten zu erkennen. Hier erfolgte eine Registrierung mit ähnlichen, jedoch nicht identischen persönlichen Angaben. Falls die Registrierung erfolgreich war, wurden erneut Einzahlungen und Spielaktivitäten durchgeführt, um festzustellen, ob das System das zuvor selbstgesperrte Profil korrekt identifizieren konnte.

Diese Vorgehensweise sollte zeigen, ob Anbieter markenübergreifende Kontrollen implementiert haben und wie robust ihre Identitätsprüfungen ausgestaltet sind.

Identifizierte Schwachstellen trotz insgesamt hoher Konformität

Nach Angaben der MGA wiesen die meisten geprüften Lizenznehmer ein starkes Maß an Konformität mit den regulatorischen Erwartungen auf. Dennoch stellte die Behörde mehrere Bereiche fest, in denen Verbesserungen erforderlich sind.

Zu den genannten Punkten zählen Verzögerungen bei der Aktivierung von Selbstsperren sowie das Aufheben einer Sperre ohne verpflichtende Abkühlungsphase. Zudem wurden Defizite bei der Erkennung doppelter oder stark ähnlicher Identitätsangaben über verschiedene Marken hinweg festgestellt.

Weitere Schwachstellen betrafen die Nutzerführung: So fehlten in einigen Fällen Hinweise zur Limitsetzung bereits während des Registrierungsprozesses. Auch sogenannte Reality Check Pop-ups zeigten teilweise unvollständige Informationen an.

Die betroffenen Lizenznehmer wurden über die festgestellten Mängel informiert und aufgefordert, konkrete Maßnahmenpläne zur Behebung einzureichen. Im Rahmen eines risikobasierten Aufsichtsansatzes behält sich die MGA vor, bei Bedarf weitergehende Prüfungen oder Gespräche anzusetzen.

Die Behörde forderte alle Lizenznehmer dazu auf, die Ergebnisse als Anlass für eine kritische Überprüfung interner Kontrollmechanismen zu nutzen und bestehende Lücken eigenständig zu schließen.

Einführung eines anonymen Online-Selbstbewertungstools

Bereits im Oktober 2025 hatte die MGA ein neues Online-Selbstbewertungstool eingeführt, um den Spielerschutz weiter zu stärken. Das Instrument richtet sich direkt an Spieler und soll zur Reflexion des eigenen Spielverhaltens beitragen.

Das Tool basiert auf einem neun Fragen umfassenden Fragebogen, der soziale und umweltbezogene Einflussfaktoren berücksichtigt. Es nutzt den Problem Gambling Severity Index als Grundlage und wurde in Zusammenarbeit mit mehreren Organisationen entwickelt, darunter Sedqa, Caritas Malta, die OASI Foundation und die Responsible Gaming Foundation.

Die Nutzung ist anonym, kostenlos und sowohl auf Englisch als auch auf Maltesisch möglich. Spieler werden dazu angehalten, das Tool regelmäßig zu verwenden, um mögliche Veränderungen im eigenen Verhalten über die Zeit zu beobachten.

Sollten die Ergebnisse auf Unterstützungsbedarf hindeuten, werden Nutzer an eine der beteiligten Organisationen verwiesen. Zusätzlich stellt die MGA Informationen zu Instrumenten wie Einsatzlimits oder globalen Sperrtools bereit.

Nach Darstellung der Behörde verfolgt diese Initiative einen kooperativen Ansatz, der gemeinsam mit lokalen Einrichtungen in Malta und Gozo umgesetzt wird.

Unsere Einschätzung

Die thematische Überprüfung zeigt, dass die Malta Gaming Authority die praktische Umsetzung von Selbstsperren und Schutzmaßnahmen systematisch testet. Trotz insgesamt hoher Konformität wurden konkrete operative Schwachstellen identifiziert, insbesondere bei markenübergreifenden Kontrollen und der technischen Umsetzung von Sperren. Die Aufforderung zur Vorlage von Korrekturplänen und die Kombination mit einem anonymen Selbstbewertungstool verdeutlichen, dass die Behörde sowohl auf regulatorische Durchsetzung als auch auf präventive Instrumente für Spieler setzt.

Hinweis: Diese Webseite dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Gewinne im Glücksspiel sind nicht garantiert. Glücksspiel kann süchtig machen. Spiele nur, wenn es in deiner Region legal ist, und informiere dich über die geltenden Gesetze. Beratung: BZgA +49 (0) 800 1 37 27 00 | 18+

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Erstellt von

Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.

Letztes Update: 17. Februar 2026

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