Philippinen erwarten 2026 deutlichen Rückgang der Gaming-Umsätze
Philippinen erwarten bis zu 19 Prozent weniger Gaming-Umsatz 2026 – Online-Segment verliert an Dynamik
Das Wichtigste in Kürze
- Die philippinische Glücksspielaufsicht Pagcor rechnet 2026 mit einem Bruttospielertrag von 320 bis 350 Milliarden PHP.
- 2025 lag der Gesamtumsatz noch bei 396,14 Milliarden PHP.
- Im ersten Quartal 2026 sank der Bruttospielertrag um 15,87 Prozent auf 87,6 Milliarden PHP.
- Elektronisches Gaming verlor deutlich an Anteil, während lizenzierte Casinos wieder führend sind.
- Pagcor nennt sinkende Konsumausgaben, Inflation, geopolitische Spannungen im Nahen Osten und neue Zahlungsregeln als Gründe.
Pagcor senkt Prognose für 2026 deutlich
Die philippinische Glücksspielbehörde Philippine Amusement and Gaming Corp, kurz Pagcor, erwartet für das laufende Jahr einen spürbaren Rückgang der Gaming-Einnahmen. Nach Angaben von Alejandro Tengco, Chairman und CEO der Behörde, könnte der Bruttospielertrag 2026 zwischen 320 und 350 Milliarden PHP liegen.
Zum Vergleich: 2025 hatte der Markt noch 396,14 Milliarden PHP erzielt. Sollte sich die neue Prognose bestätigen, entspräche das einem Rückgang von rund 11,6 bis 19,2 Prozent. Tengco äußerte sich dazu am Rande des SiGMA Asia Summit 2026 in Manila gegenüber Medienvertretern.
Bereits im ersten Quartal 2026 zeigte sich die Entwicklung in den offiziellen Zahlen. Der Bruttospielertrag belief sich auf 87,6 Milliarden PHP. Das entspricht einem Minus von 15,87 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Verschiebung zwischen Online- und stationärem Geschäft
Die aktuellen Quartalszahlen zeigen auch eine Veränderung in der Marktstruktur. Lizenzierte Casinos erzielten im ersten Quartal 44,52 Milliarden PHP. Das entsprach 50,83 Prozent des gesamten Bruttospielertrags. Elektronisches Gaming kam auf 39,90 Milliarden PHP oder 45,55 Prozent Marktanteil.
Diese Verteilung ist insofern bemerkenswert, als das Online- und E-Gaming-Segment zuvor die stationären Casinos als wichtigste Einnahmequelle überholt hatte. Im Jahr 2025 hatte insbesondere das elektronische Gaming das Wachstum getragen und schwächere Umsätze im klassischen Casino-Geschäft ausgeglichen.
Mit dem Rückgang im ersten Quartal 2026 hat sich dieses Verhältnis wieder umgekehrt. Die stationären Casinos liegen erneut vor dem digitalen Segment. Damit verschiebt sich die Dynamik innerhalb des regulierten Marktes deutlich.
Makroökonomische Faktoren und neue Zahlungsregeln belasten Nachfrage
Pagcor führt die schwächere Entwicklung auf mehrere Faktoren zurück. Genannt werden eine geringere Konsumneigung, Inflation sowie wirtschaftliche Auswirkungen im Zusammenhang mit Spannungen im Nahen Osten. Laut Tengco sei insbesondere die Krise im Nahen Osten ein wesentlicher Einflussfaktor.
Hinzu kommt eine regulatorische Änderung im Zahlungsverkehr. Online-Glücksspielplattformen müssen ihre Anbindung an E-Wallets auflösen. Diese Maßnahme soll aus Sicht der Aufsicht die Kontrollmöglichkeiten verbessern. Für Spielerinnen und Spieler bedeutet sie jedoch zusätzliche Schritte im Zahlungsprozess.
Nach Angaben von Tengco trifft die aktuelle Entwicklung vor allem Verbraucher mit niedrigem bis mittlerem Einkommen. Steigende Lebenshaltungskosten führen demnach dazu, dass Ausgaben für Freizeit und Glücksspiel zugunsten von Grundbedürfnissen zurückgestellt werden.
Forschung sieht anhaltenden Druck auf das E-Gaming-Segment
Auch aus wissenschaftlicher Sicht wird die Entwicklung mit makroökonomischem Druck in Verbindung gebracht. Ser Percival Peña-Reyes vom Ateneo Center for Economic Research and Development erklärte gegenüber BusinessWorld, dass Inflation, schwächeres Verbrauchervertrauen und verlangsamtes Wachstum die Glücksspielumsätze weiter belasten könnten.
Er verwies darauf, dass gerade das elektronische Gaming, das zuvor als Hauptwachstumstreiber galt, im ersten Quartal deutlich zurückgegangen sei. Das deute darauf hin, dass selbst digital getriebene Nachfrage empfindlich auf wirtschaftliche Belastungen reagiere.
Damit unterscheidet sich die aktuelle Situation klar vom Vorjahr. 2025 war der Gesamtmarkt noch gewachsen. Der Bruttospielertrag stieg damals um 6,39 Prozent gegenüber 2024, von 372,33 Milliarden PHP auf 396,14 Milliarden PHP. Das Wachstum war maßgeblich durch Online- und elektronische Angebote getragen worden.
Auswirkungen für Anbieter und Marktteilnehmer
Für Betreiber lizenzierter Plattformen und Casinos bedeutet die neue Prognose eine veränderte Planungssituation. Ein zweistelliger Rückgang des Gesamtmarktes würde sowohl Umsatzprognosen als auch Investitionsentscheidungen beeinflussen.
Besonders relevant ist die Entwicklung für Anbieter mit starkem Fokus auf elektronische oder reine Online-Angebote. Da dieses Segment im ersten Quartal überproportional unter Druck stand, könnten sich Geschäftsmodelle stärker an veränderte Zahlungsprozesse und Konsumgewohnheiten anpassen müssen.
Für internationale Marktbeobachter und Unternehmen, die den philippinischen Markt vergleichen, liefern die Zahlen einen aktuellen Hinweis auf die Sensibilität digitaler Glücksspielumsätze gegenüber makroökonomischen Faktoren und regulatorischen Eingriffen.
Unsere Einschätzung
Pagcor rechnet 2026 mit einem deutlichen Rückgang des Bruttospielertrags auf 320 bis 350 Milliarden PHP, nachdem 2025 noch 396,14 Milliarden PHP erzielt wurden. Bereits im ersten Quartal sank der Markt um 15,87 Prozent. Besonders betroffen ist das elektronische Gaming, das zuvor das Wachstum getragen hatte. Als Ursachen nennt die Aufsicht sinkende Konsumausgaben, Inflation, geopolitische Spannungen und neue Zahlungsregeln für Online-Plattformen. Für Marktteilnehmer signalisiert dies eine veränderte Dynamik innerhalb des philippinischen Glücksspielsektors.
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