Schweiz erweitert Blacklist auf 3.998 Glücksspiel-Websites

Server-Rack mit großem Vorhängeschloss, Schild mit Schweizer Kreuz, Globus mit Symbolen für gesperrte Webseiten.

Schweiz setzt 3.998 Glücksspiel-Websites auf Blacklist – Behörden verschärfen Durchsetzung gegen Offshore-Anbieter

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Eidgenössische Spielbankenkommission ESBK hat die Liste gesperrter Glücksspiel-Websites auf 3.998 Domains ausgeweitet.
  • Internetprovider in der Schweiz müssen nicht lizenzierte Angebote gemäß Glücksspielgesetz blockieren.
  • Illegales Online-Glücksspiel zählt zu den zentralen Vollzugsschwerpunkten der ESBK für 2026.
  • Online-Casino-Lizenzen sind ausschließlich bestehenden landbasierten Konzessionären vorbehalten.
  • Im März erhielt Casino Locarno als zehnter Betreiber eine Online-Lizenz für CasiNeo.ch.

Blacklist wächst auf 3.998 Domains

Die Schweiz hat ihre Liste gesperrter Glücksspiel-Websites deutlich ausgeweitet. Nach aktuellen Angaben der Eidgenössischen Spielbankenkommission ESBK umfasst die Blacklist inzwischen 3.998 Domains. Damit unterstreicht die Aufsichtsbehörde ihren konsequenten Kurs gegen Anbieter, die ohne Schweizer Lizenz auf den Markt zugreifen.

Grundlage ist das Schweizer Glücksspielgesetz. Es verpflichtet Internetprovider dazu, den Zugang zu Websites zu blockieren, die sich an Schweizer Spieler richten, ohne über eine entsprechende Bewilligung zu verfügen. Seit Inkrafttreten des Online-Glücksspielrahmens im Jahr 2019 ist die Liste kontinuierlich gewachsen. Die zunehmende Zahl gesperrter Domains zeigt, dass weiterhin zahlreiche Offshore-Betreiber versuchen, am Schweizer Markt teilzunehmen.

Die ESBK betrachtet illegales Online-Glücksspiel als prioritäres Vollzugsthema für 2026. In diesem Zusammenhang intensiviert die Behörde ihre Marktüberwachung und arbeitet enger mit Internetanbietern zusammen, um gesperrte Angebote technisch zu unterbinden. Betreiber, die gezielt Schweizer Konsumenten ansprechen, müssen mit verstärkter Prüfung, formellen Verfahren und möglichen finanziellen Sanktionen rechnen.

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Streng regulierter Zugang zum Online-Casino-Markt

Parallel zur Ausweitung der Blacklist entwickelt sich der regulierte Markt unter engen Vorgaben weiter. Anders als in vielen anderen europäischen Ländern beschränkt die Schweiz Online-Casino-Lizenzen ausschließlich auf bestehende landbasierte Casinokonzessionäre.

Voraussetzung ist eine physische Präsenz in einem Schweizer Kanton sowie die Genehmigung durch den Bund sowohl für das stationäre Casino als auch für das Online-Angebot. Mit diesem Modell will der Gesetzgeber sicherstellen, dass alle zugelassenen Betreiber dem nationalen Steuerrecht, den Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung und den geltenden Verbraucherschutzstandards unterliegen.

Hinzu kommen umfassende Identifikationspflichten. Lizenznehmer müssen vor der Freischaltung von Online-Angeboten das Alter, den Wohnsitz und den steuerlichen Status der Spieler überprüfen. Erst nach erfolgreicher Verifikation erhalten Kunden Zugang zu den Plattformen.

Casino Locarno erhält zehnte Online-Lizenz

Ein aktuelles Beispiel für die kontrollierte Markterweiterung ist Casino Locarno. Im März genehmigte die ESBK dessen Online-Plattform CasiNeo.ch. Damit stieg die Zahl der bewilligten Online-Casinos in der Schweiz auf zehn.

Die Genehmigung erfolgte im Rahmen einer erneuten Öffnung des Lizenzfensters im Jahr 2025. Diese Entscheidung ermöglichte es weiteren konzessionierten Spielbanken, einen Antrag auf eine Online-Erweiterung zu stellen. Trotz dieser Öffnung bleibt der Zugang stark reguliert und zahlenmäßig begrenzt.

Die Schweizer Behörden verfolgen damit eine zweigleisige Strategie. Einerseits schaffen sie ausgewählten inländischen Betreibern unter klaren Auflagen Zugang zum Online-Markt. Andererseits erhöhen sie den Druck auf ausländische Anbieter, die außerhalb des regulatorischen Rahmens agieren.

Kombination aus Lizenzbeschränkung und technischer Sperre

Mit fast 4.000 blockierten Domains zählt die Schweiz zu den Ländern mit einem besonders restriktiven Glücksspielregime in Europa. Die Regulierung stützt sich auf mehrere Instrumente: eine begrenzte Anzahl an Lizenzen, technische Netzsperren und erweiterte Durchsetzungsbefugnisse der Aufsichtsbehörde.

Die konsequente Anwendung von Website-Blocking soll sicherstellen, dass sich die Nachfrage auf bewilligte Angebote konzentriert. Gleichzeitig signalisiert die wachsende Blacklist, dass Offshore-Betreiber weiterhin versuchen, Schweizer Spieler zu erreichen.

Für Marktteilnehmer bedeutet dies klare Rahmenbedingungen. Ohne nationale Lizenz ist ein legaler Zugang zum Schweizer Online-Glücksspielmarkt nicht möglich. Zugelassene Betreiber unterliegen detaillierten regulatorischen Anforderungen, während nicht autorisierte Angebote systematisch identifiziert und gesperrt werden.

Unsere Einschätzung

Die Ausweitung der Blacklist auf 3.998 Domains und die gleichzeitige Vergabe einer zehnten Online-Lizenz zeigen die konsequente Umsetzung des Schweizer Glücksspielgesetzes. Die Behörden kombinieren eine begrenzte Marktöffnung für inländische Konzessionäre mit verstärkten Maßnahmen gegen nicht lizenzierte Anbieter. Für Betreiber und Nutzer ergeben sich daraus klar definierte rechtliche Rahmenbedingungen und eine strikte Trennung zwischen regulierten und gesperrten Angeboten.

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Über den Autor

Janina Frei

Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.
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