UK-Branche fordert schärferes Vorgehen gegen illegalen Glücksspielmarkt

Checkliste mit fünf Häkchen, Schild mit UK-Kartenemblem und aufsteigendem Balkendiagramm mit Pfeil nach oben.

UK-Glücksspielbranche legt Fünf-Punkte-Plan gegen Schwarzmarkt vor – Prognosen erwarten Verdopplung illegaler Einsätze bis 2028

Das Wichtigste in Kürze

  • Der britische Branchenverband Betting and Gaming Council hat einen Fünf-Punkte-Plan zur Bekämpfung des illegalen Glücksspielmarktes vorgestellt.
  • Laut H2 Gambling Capital könnten die Einsätze bei illegalen Anbietern von 17 Milliarden Pfund im Jahr 2025 auf mehr als 33 Milliarden Pfund bis 2028 steigen.
  • Bereits heute sollen 16,6 Milliarden Pfund bei nicht lizenzierten Anbietern gesetzt werden, mehr als dreimal so viel wie 2019.
  • Der Verband fordert unter anderem stärkere Befugnisse für die Glücksspielaufsicht und ein konsequentes Vorgehen gegen Zahlungsdienstleister und Werbeplattformen.
  • Illegale Anbieter leisten laut BGC weder Verbraucherschutz noch Steuerzahlungen in Großbritannien.

Branchenverband warnt vor stark wachsendem Schwarzmarkt

Der Betting and Gaming Council, der nach eigenen Angaben rund 90 Prozent des regulierten britischen Wett- und Glücksspielsektors vertritt, hat einen umfassenden Maßnahmenkatalog gegen illegale Anbieter veröffentlicht. Hintergrund sind Prognosen des Beratungsunternehmens H2 Gambling Capital, die auf ein deutliches Wachstum des Schwarzmarktes hinweisen.

Demnach könnten die Einsätze bei illegalen Online-Anbietern von 17 Milliarden Pfund im Jahr 2025 auf mehr als 33 Milliarden Pfund im Jahr 2028 steigen. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, würde innerhalb von drei Jahren nahezu jeder fünfte online gesetzte Pfund bei einem nicht lizenzierten Betreiber platziert werden.

Bereits aktuell beziffert H2 Gambling Capital das Einsatzvolumen bei illegalen Anbietern auf 16,6 Milliarden Pfund. Das entspricht mehr als einer Verdreifachung seit 2019 und einer Verdopplung innerhalb der vergangenen zwei Jahre. Auch Gewinne und Einsätze dieser Betreiber hätten sich zwischen 2023 und 2025 verdoppelt.

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Werbemarkt und Sichtbarkeit illegaler Anbieter nehmen zu

Zusätzliche Hinweise auf die wachsende Präsenz des Schwarzmarktes liefert eine Untersuchung von WARC. Demnach entfallen inzwischen fast die Hälfte aller britischen Glücksspielwerbeausgaben auf illegale Anbieter. Bis 2028 könnten diese die lizenzierten Betreiber bei den Werbeausgaben überholen.

Nach Angaben des Branchenverbands nutzen nicht lizenzierte Plattformen insbesondere soziale Medien, um britische Verbraucher gezielt anzusprechen. Sie würden dabei Inhalte verbreiten, die gegen geltende Vorschriften verstoßen. Gleichzeitig würden Zahlungen über reguläre Finanzsysteme abgewickelt.

Der BGC warnt, dass diese Entwicklung die bestehenden Bemühungen zur Verbesserung von Verbraucherschutz und verantwortungsvollem Spielen untergraben könnte. Illegale Anbieter unterlägen keinen verpflichtenden Sicherheitsstandards. Dazu zählen etwa Maßnahmen zum Spielerschutz, Altersverifikationsprüfungen oder geregelte Beschwerdeverfahren.

Fünf-Punkte-Plan sieht stärkere Eingriffe vor

Vor diesem Hintergrund schlägt der Betting and Gaming Council fünf konkrete Maßnahmen vor. Erstens fordert der Verband ein entschiedeneres Vorgehen gegen illegale Glücksspielwerbung. So sollen Social-Media-Unternehmen verpflichtet werden, rechtswidige Glücksspielinhalte zu entfernen.

Zweitens spricht sich der BGC für erweiterte Befugnisse der britischen Glücksspielaufsicht aus. Die zuständige Behörde soll demnach stärker in die Lage versetzt werden, illegale Webseiten zu blockieren und nicht lizenzierte Glücksspiel-Apps aus dem Verkehr zu ziehen. Nach Darstellung des Verbands erstellen kriminelle Betreiber regelmäßig neue Plattformen, die legitime Marken nachahmen.

Drittens sollen Zahlungsdienstleister daran gehindert werden, Transaktionen für illegale Glücksspielanbieter zu verarbeiten. Damit zielt der Verband auf die finanzielle Infrastruktur ab, die für den Betrieb solcher Plattformen erforderlich ist.

Viertens fordert der BGC Sanktionen gegen Unternehmen, die wissentlich Dienstleistungen für illegale Anbieter erbringen. Dazu zählen unter anderem Werbung, Hosting, Zahlungsabwicklung oder andere technische Unterstützungsleistungen.

Als fünften Punkt verlangt der Verband strengere strafrechtliche Maßnahmen gegen Personen und Organisationen, die illegales Glücksspiel betreiben, unterstützen oder davon profitieren, sofern sie britische Verbraucher ansprechen.

Regierung und Behörden stehen unter Handlungsdruck

Der Betting and Gaming Council verweist darauf, dass die britische Regierung bereits eine sogenannte Black Market Taskforce eingerichtet habe. Dieser Schritt wird als positives Signal gewertet. Gleichzeitig betont der Verband, dass weitergehende Maßnahmen erforderlich seien, um die Durchsetzung bestehender Regeln zu stärken und die Zusammenarbeit zwischen Regulierungsbehörden, Strafverfolgung, Zahlungsanbietern und Technologieunternehmen zu verbessern.

Nach Darstellung des BGC handelt es sich beim wachsenden Schwarzmarkt nicht nur um ein branchenspezifisches Problem. Vielmehr betreffe das Thema auch Verbraucherschutz, öffentliche Gesundheit und Strafverfolgung. Illegale Anbieter zahlten keine Steuern in Großbritannien und leisteten keinen Beitrag zum britischen Sport.

Die vorgelegten Prognosen deuten darauf hin, dass ohne zusätzliche Gegenmaßnahmen ein steigender Anteil der Online-Einsätze außerhalb des regulierten Marktes stattfinden könnte. Für lizenzierte Betreiber, Aufsichtsbehörden und Zahlungsdienstleister ergeben sich daraus konkrete regulatorische und operative Herausforderungen.

Unsere Einschätzung

Die vorliegenden Zahlen von H2 Gambling Capital und WARC zeigen ein deutliches Wachstum des illegalen Online-Glücksspielmarktes in Großbritannien. Der vom Betting and Gaming Council vorgestellte Fünf-Punkte-Plan zielt darauf ab, Werbekanäle, Zahlungsströme und technische Infrastruktur stärker zu regulieren sowie die Befugnisse der Aufsicht zu erweitern. Für Marktteilnehmer, Zahlungsdienstleister und Technologieplattformen erhöht sich damit der regulatorische Druck, wenn sie im britischen Markt tätig sind oder britische Verbraucher erreichen.

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Über den Autor

Janina Frei

Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.
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