Portugal startet neue zentrale Selbstsperrplattform für Online-Glücksspiel

Computerbildschirm mit Website zur Selbstsperrung, daneben Stoppschild und Hand, die Stoppzeichen zeigt.

Portugal startet neue Selbstsperrplattform – Vereinfachter Zugang soll Spielerschutz im Online-Markt stärken

Das Wichtigste in Kürze

  • Die portugiesische Glücksspielaufsicht SRIJ hat am 8. April eine überarbeitete Selbstsperrplattform eingeführt.
  • Spieler und auch Nicht-Spieler können sich damit zentral bei allen lizenzierten Online-Anbietern in Portugal sperren lassen.
  • Die Plattform wurde technisch überarbeitet und für mobile Endgeräte optimiert.
  • Selbstsperren sind für mindestens drei Monate oder unbefristet möglich.
  • Der regulierte Online-Markt in Portugal umfasst 17 lizenzierte Anbieter und erzielte im vierten Quartal 2025 einen Umsatz von 337,6 Millionen Euro.

SRIJ überarbeitet zentrales Selbstsperrsystem für Online-Glücksspiel

Die portugiesische Glücksspiel- und Aufsichtsbehörde Serviço de Regulação e Inspeção de Jogos, kurz SRIJ, hat ihr zentrales Selbstsperrsystem grundlegend erneuert. Die neue Version der Plattform wurde am 8. April veröffentlicht.

Über das System können sich Spieler sowie auch Personen, die bislang nicht aktiv spielen, von sämtlichen lizenzierten Online-Glücksspielanbietern in Portugal ausschließen lassen. Die Sperre gilt marktweit und ist damit nicht auf einzelne Betreiber beschränkt.

Nach Angaben der Behörde verfügt die neue Plattform über eine einfachere und intuitivere Benutzeroberfläche. Ziel ist es, Anträge auf Selbstsperre schneller und effizienter zu ermöglichen. Zudem wurde das System für die Nutzung auf mobilen Endgeräten optimiert. Damit reagiert die Aufsicht auf die wachsende Bedeutung mobiler Zugänge im Online-Glücksspiel.

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SRIJ erklärte, mit der neuen Plattform werde die Qualität der digitalen Dienstleistungen sowie die Wirksamkeit der Kontrollmechanismen im Glücksspielbereich gestärkt.

Selbstsperre ab drei Monaten oder unbefristet möglich

Das System erlaubt unterschiedliche Sperrzeiträume. Nutzer können sich für einen befristeten Zeitraum von mindestens drei Monaten oder auf unbestimmte Zeit ausschließen lassen. Damit bleibt das Instrument flexibel und bietet sowohl temporäre als auch dauerhafte Optionen.

Die zentrale Struktur sorgt dafür, dass eine einmal eingetragene Selbstsperre für alle lizenzierten Online-Anbieter in Portugal verbindlich ist. Für Nutzer entfällt damit die Notwendigkeit, einzelne Anbieter separat zu kontaktieren.

Die Überarbeitung des Systems ist Teil der regulatorischen Maßnahmen im portugiesischen Markt, in dem verantwortungsvolles Spielen als grundlegendes Element der Regulierung gilt.

Regulierter Markt mit 17 Anbietern und weiterem Wachstum

Seit Beginn der Regulierung im Jahr 2015 ist der portugiesische Online-Glücksspielmarkt schrittweise gewachsen. Aktuell sind 17 lizenzierte Betreiber im Land aktiv.

Im vierten Quartal 2025 erzielte der Markt laut den veröffentlichten Angaben einen Gesamtumsatz von 337,6 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum von 4,5 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2024.

Die Einführung der modernisierten Selbstsperrplattform erfolgt damit in einem Marktumfeld, das sowohl regulatorisch etabliert als auch wirtschaftlich relevant ist. Maßnahmen zum Spielerschutz stehen in direktem Zusammenhang mit der Funktionsfähigkeit eines regulierten Systems, in dem lizenzierte Anbieter unter Aufsicht operieren.

Branchenperspektive: Balance zwischen Schutzmechanismen und Nutzererlebnis

Miguel Luis, Head of Compliance beim portugiesischen Anbieter Lebull, betonte im Gespräch mit iGaming Expert die Bedeutung einer ausgewogenen Ausgestaltung von Spielerschutzmaßnahmen.

Er erklärte, die zentrale Herausforderung bestehe darin, ein ansprechendes und möglichst reibungsloses Nutzungserlebnis zu gewährleisten und gleichzeitig riskantes Spielverhalten einzudämmen. Klassische Instrumente wie Einsatz-, Einzahlungs- oder Verlustlimits würden von Spielern häufig als Eingriff in ihre Freizeitgestaltung wahrgenommen.

Nach seinen Angaben sei es wichtig, in eine nutzerorientierte Gestaltung von Benutzeroberflächen zu investieren. Spielerschutzinstrumente sollten nicht als Hürden erscheinen, sondern als zugängliche und nachvollziehbare Funktionen. Entscheidend sei, dass diese Maßnahmen nicht als einseitig auferlegt wahrgenommen werden.

Luis verwies zudem auf die Notwendigkeit einer sektorübergreifenden Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure, um ein wirksames System für verantwortungsvolles Spielen sicherzustellen.

Digitale Infrastruktur als Teil der Aufsicht

Mit der technischen Überarbeitung der Selbstsperrplattform rückt die digitale Infrastruktur der Aufsichtsbehörde stärker in den Fokus. Die Optimierung für mobile Geräte sowie die Vereinfachung der Benutzerführung sind konkrete Anpassungen, die unmittelbar die Interaktion zwischen Nutzern und Regulierer betreffen.

Da das System für alle lizenzierten Anbieter gilt, hat die Plattform eine zentrale Rolle innerhalb des portugiesischen Online-Glücksspielmarktes. Änderungen an der technischen Ausgestaltung können sich somit direkt auf die praktische Umsetzung von Spielerschutzmaßnahmen auswirken.

Für Nutzer, die Anbieter vergleichen oder sich über regulatorische Rahmenbedingungen informieren, ist die Existenz eines zentralen und behördlich betriebenen Sperrsystems ein strukturelles Merkmal des portugiesischen Marktes.

Unsere Einschätzung

Die Einführung der überarbeiteten Selbstsperrplattform stellt eine technische und organisatorische Anpassung innerhalb des regulierten portugiesischen Online-Glücksspielmarktes dar. Sie ermöglicht eine zentrale Sperre bei allen 17 lizenzierten Anbietern und definiert klare Mindestzeiträume von drei Monaten oder eine unbefristete Dauer. Vor dem Hintergrund eines Marktes mit 337,6 Millionen Euro Umsatz im vierten Quartal 2025 ist das System ein integraler Bestandteil der bestehenden Aufsichts- und Kontrollstruktur.

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Über den Autor

Janina Frei

Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.
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