Dominikanische Republik führt neue Spielerschutzregeln ein
Dominikanische Republik beschließt Resolution 184-2026 – neues Schutzsystem verschärft Regulierung des Glücksspielmarkts
Das Wichtigste in Kürze
- Das Finanz- und Wirtschaftsministerium der Dominikanischen Republik hat Resolution 184-2026 genehmigt.
- Die Resolution führt eine Responsible Gambling Charter mit einem nationalen Selbstsperrsystem ein.
- Glücksspielanbieter müssen verpflichtende Schutzmaßnahmen wie Einsatzlimits und automatische Warnhinweise umsetzen.
- Die Aufsicht übernimmt die Direktion für Casinos und Glücksspiele, unterstützt von weiteren Behörden.
- Die Reform baut auf dem 2024 eingeführten Lizenzsystem für Online Glücksspiel auf.
Resolution 184-2026 schafft verbindliche Responsible Gambling Charter
Die Dominikanische Republik verschärft ihre Glücksspielregulierung. Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft hat Resolution 184-2026 autorisiert. Mit diesem Mandat soll eine neue Responsible Gambling Charter eingeführt werden, die noch der Unterzeichnung durch Präsident Luis Abinader bedarf.
Zentrales Element der Charta ist ein nationales Selbstsperrsystem, das als wichtigste Schutzmaßnahme für Glücksspielaktivitäten im Land dienen soll. Nach Angaben der Behörden will die Dominikanische Republik damit als erstes Land in der Karibik einen universellen Schutzmechanismus für Glücksspielkunden implementieren.
Die Reform ist Teil eines umfassenderen Modernisierungsprozesses des Glücksspielsektors, den Präsident Abinader nach seiner Wiederwahl im Jahr 2024 angekündigt hatte. Ziel ist es, die Branche stärker zu strukturieren, Investitionen zu fördern und staatliche Steuereinnahmen zu sichern.
Verpflichtende Spielerschutzinstrumente für alle Lizenznehmer
Mit Resolution 184-2026 rückt der Verbraucherschutz in den Mittelpunkt der Regulierung. Glücksspielanbieter werden verpflichtet, eine Reihe konkreter Schutzinstrumente einzuführen.
Dazu zählen Einzahlungs- und Einsatzlimits, zeitliche Beschränkungen für Spielsessions, automatische Warnhinweise sowie verpflichtende Spielpausen. Kunden müssen zudem die Möglichkeit erhalten, sich freiwillig vom Glücksspiel auszuschließen.
Anbieter sind verpflichtet, Personen den Zugang zu verwehren, die im neuen nationalen Selbstsperrsystem registriert sind. Dieses System soll es Bürgern ermöglichen, sich zentral für lizenzierte landbasierte und Online Angebote sperren zu lassen.
Darüber hinaus müssen Lizenzinhaber Spielerdaten im Zusammenhang mit Glücksspielaktivitäten erfassen und pflegen. Diese Datenerhebung dient der Überwachung und Durchsetzung der regulatorischen Vorgaben.
Aufsicht durch zentrale Behörden und stärkere fiskalische Kontrolle
Die Umsetzung und Kontrolle der neuen Vorschriften übernimmt die Direktion für Casinos und Glücksspiele. Sie ist dafür verantwortlich, die Einhaltung der Regeln in allen relevanten Segmenten sicherzustellen.
Die Vorgaben gelten für Casinos, Sportwettenanbieter, Lotterieverkaufsstellen, Spielhallen mit Spielautomaten, Online Glücksspielangebote sowie Pferderennwetten. Damit erfasst die Reform sowohl stationäre als auch digitale Angebote.
Bereits im Rahmen früherer Reformen wurden mehrere staatliche Stellen in die Regulierung eingebunden. Neben dem Finanzministerium spielen die Nationale Lotterie und die Generaldirektion für interne Steuern eine Rolle. Ziel ist es, die Aufsicht zu stärken, die Steuererhebung zu verbessern und Anbieter stärker in das formelle Steuersystem zu integrieren.
Anbindung an das 2024 eingeführte Online Lizenzsystem
Die aktuelle Resolution baut auf dem im Jahr 2024 gestarteten Lizenzregime für Online Glücksspiel auf. Mit Resolution 136-2024 wurde erstmals ein formeller Rahmen für Online Casinos und Sportwetten geschaffen.
Dieses System sieht Fünfjahreslizenzen vor und definiert steuerliche sowie regulatorische Anforderungen. Bereits damals wurden Vorgaben zu Responsible Gambling Maßnahmen und lokalen Betriebsanforderungen eingeführt.
Dem Finanzminister wurde im Zuge der Reform die Aufgabe übertragen, regulatorische Bestimmungen zu aktualisieren und zusätzliche Maßnahmen umzusetzen. Ziel war es, Online Glücksspiel als überwachte und besteuerte Geschäftstätigkeit zu etablieren.
Mit Resolution 184-2026 verschiebt sich der Schwerpunkt nun stärker auf konkrete Verbraucherschutzmechanismen. Die Einführung des nationalen Selbstsperrsystems erfolgt noch vor der weiteren Öffnung des Lizenzfensters und vor der formellen Genehmigung weiterer regulatorischer Anforderungen, etwa im Bereich Geldwäscheprävention und strafrechtlicher Überprüfungen.
Strengere Regeln zum Schutz Minderjähriger
Ein weiterer Bestandteil der Reform betrifft den Jugendschutz. Anbieter müssen verbesserte Altersverifikationssysteme implementieren. Zusätzlich sind Instrumente zur elterlichen Kontrolle vorgeschrieben.
Werbung, die sich gezielt an Minderjährige richtet, wird untersagt. Damit verschärft die Regierung die Vorgaben für Marketing und Kommunikation im Glücksspielsektor.
Die Kombination aus Alterskontrollen, zentralem Selbstsperrsystem und verpflichtenden Limitierungen soll ein einheitliches Schutzsystem für alle lizenzierten Angebote schaffen.
Unsere Einschätzung
Mit Resolution 184-2026 erweitert die Dominikanische Republik ihr 2024 eingeführtes Lizenzsystem um verbindliche Verbraucherschutzvorgaben. Die Einführung eines nationalen Selbstsperrsystems und verpflichtender Schutzinstrumente betrifft alle lizenzierten Anbieter in landbasierten und Online Segmenten. Für Betreiber bedeutet dies zusätzliche Compliance Anforderungen und verstärkte Datenerfassungspflichten. Für Nutzer entsteht ein zentralisiertes Schutzsystem mit einheitlichen Ausschluss- und Limitmechanismen im regulierten Markt.
Wir haben uns strikte redaktionelle Richtlinien auferlegt und erklären unsere Testmethoden offen und verständlich. Außerdem kommunizieren wir transparent, wie unsere Arbeit finanziert wird. Diese Seite kann Trackings Links enthalten, was unsere objektive Sichtweise aber in keinster Weise beeinflusst.