Slotegrator startet Predictor für Prognosemärkte
Slotegrator stellt Predictor vor – B2B-Infrastruktur für Prognosemärkte ohne eigenes Zahlungsrisiko
Das Wichtigste in Kürze
- Slotegrator hat mit Predictor eine neue B2B-Engine für Prognosemärkte vorgestellt.
- Das Produkt richtet sich an regulierte iGaming-Anbieter und wird in bestehende Wallet- und Zahlungssysteme integriert.
- Die Plattform arbeitet mit einem LMSR-Algorithmus und fungiert als Marktmacher statt als klassische Gegenpartei.
- Umsätze entstehen über Gebühren auf Handelsvolumen, nicht über Margen auf Spielergebnisse.
- Zielgruppen sind unter anderem 21- bis 35-Jährige mit Krypto- und Trading-Erfahrung sowie Exchange-Wetter.
Warum Slotegrator in den Markt für Prognosemärkte einsteigt
Slotegrator erweitert sein Produktportfolio um eine eigene Engine für Prognosemärkte. Laut Product Owner Maksym Shtun basiert die Entscheidung auf zwei zentralen Faktoren: dem Anspruch, ein Format ohne strukturellen Hausvorteil anzubieten, und dem wachsenden Interesse an Prognosemärkten insgesamt.
Im Unterschied zu klassischen Sportwetten agieren bei Prognosemärkten die Spieler gegeneinander. Die Preisbildung orientiert sich an Wahrscheinlichkeiten, die sich aus Angebot und Nachfrage ergeben. Nutzer können Positionen handeln und vor der finalen Auflösung eines Ereignisses wieder schließen. Aus Unternehmenssicht eröffnet dieses Modell Anbietern die Möglichkeit, ein weiteres Produkt neben bestehenden Sportwetten- oder Casino-Angeboten zu integrieren.
Slotegrator positioniert Predictor ausdrücklich nicht als Ersatz für bestehende Wettprodukte, sondern als zusätzliche vertikale Erweiterung innerhalb regulierter Plattformen.
Technische Struktur: Wallet-Integration statt eigenständiger Zahlungsabwicklung
Ein zentrales Hindernis bei klassischen Peer-to-Peer-Prognosemärkten ist die Zahlungsabwicklung. Üblicherweise sind Treuhandlösungen, separate Konten oder komplexe Auszahlungsmechanismen erforderlich.
Predictor verfolgt laut Slotegrator einen anderen Ansatz. Über eine sogenannte Wallet Adapter API wird die bestehende Zahlungsinfrastruktur des jeweiligen Operators angebunden. Ein- und Auszahlungen laufen weiterhin über das bereits implementierte System des Anbieters. Die Engine greift lediglich auf bestehende Guthaben zu und verarbeitet Platzierung sowie Abrechnung von Wetten.
Nach Angaben des Unternehmens entfällt damit die Notwendigkeit zusätzlicher Zahlungslizenzen oder separater Escrow-Modelle. Für Betreiber bedeutet das, dass sie keine neue Zahlungsarchitektur aufbauen müssen. Für Nutzer bleibt die Interaktion innerhalb ihres bestehenden Kontos.
Abgrenzung zum klassischen Sportbuch
Predictor basiert auf einem Automated Market Maker mit LMSR-Algorithmus. Anders als im traditionellen Sportbuch tritt der Betreiber nicht als Gegenpartei auf. Die Quoten werden nicht durch einen Buchmacher festgelegt, sondern ergeben sich aus der Marktaktivität.
Der Betreiber verdient an einer prozentualen Gebühr auf jedes abgeschlossene Geschäft. Es gibt laut Slotegrator keine eigene Positionshaltung und kein Ergebnisrisiko. Das Erlösmodell ist volumenbasiert. Mehr Handelsaktivität führt zu höheren Gebührenerträgen.
Für Spieler unterscheidet sich das Produkt ebenfalls strukturell von einer klassischen Wette. Es gibt keine eingepreiste Overround-Marge. Positionen sind handelbar und nicht bis zum Ereignisende gebunden. Zudem können Märkte nicht nur auf Sport, sondern auch auf Politik, Unterhaltung, Finanzen oder E-Sport ausgerichtet werden.
Inhalte und Markterstellung: Vorlagen, Tools und geplante Oracles
Ein wiederkehrendes Thema bei Prognosemärkten ist die kontinuierliche Erstellung neuer Ereignisse. Slotegrator stellt dafür nach eigenen Angaben Vorlagen, Kategorien und unterstützende Werkzeuge bereit. Ziel ist es, dass Betreiber keine eigenständigen, großen Content-Teams aufbauen müssen.
Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen an der Integration sogenannter Oracles. Diese sollen als Schnittstelle zwischen On-Chain- und realen Datenquellen fungieren. Ereignisse könnten dadurch automatisiert und manipulationsresistent aufgelöst werden. Gleichzeitig würde der manuelle Aufwand für Betreiber sinken.
Zusätzlich verweist Slotegrator auf den Einsatz von KI-gestützten Tools zur Unterstützung der Marktverwaltung.
Zielgruppen und regionale Schwerpunkte
Als Kernzielgruppe nennt Slotegrator 21- bis 35-Jährige mit Erfahrung im Kryptobereich oder im Online-Trading. Dazu zählen Nutzer, die dezentrale Börsen kennen oder bereits über Trading-Apps gehandelt haben. Diese Zielgruppe sei mit dem Konzept vertraut, Preisbewegungen als Wahrscheinlichkeiten zu interpretieren.
Ein weiteres Segment sind Exchange-Wetter, die bisher auf Plattformen mit Peer-to-Peer-Struktur aktiv sind und breitere Marktangebote suchen.
Regional sieht das Unternehmen Potenzial in sogenannten Tier-1-Märkten, in denen Nutzer bereits mit Spread Betting, CFDs oder Exchange-Modellen vertraut sind. Zudem werden Südostasien und Lateinamerika als relevante Regionen genannt. Begründet wird dies mit hoher Krypto-Akzeptanz, mobiler Nutzung und einer jungen, digital affinen Bevölkerung.
Märkte, in denen Sportwetten noch nicht stark etabliert sind, gelten laut Slotegrator derzeit als weniger geeignet, da Prognosemärkte ein gewisses Maß an Finanz- und Trading-Verständnis voraussetzen.
Abgrenzung zu Polymarket und Kalshi
Slotegrator grenzt Predictor klar von bestehenden Endkundenplattformen wie Polymarket oder Kalshi ab. Diese richten sich direkt an Konsumenten und setzen in der Regel separate Wallets, eigenständige Identitätsprüfungen und eigenständige Benutzeroberflächen voraus.
Predictor ist dagegen als B2B-Infrastruktur konzipiert. Die Lösung wird in bestehende Plattformen integriert und nutzt deren Authentifizierung, Wallet und regulatorischen Rahmen. Zielgruppe sind nicht einzelne Trader, sondern lizenzierte Betreiber mit bestehender Spielerbasis.
Unsere Einschätzung
Mit Predictor positioniert sich Slotegrator als Infrastrukturanbieter für regulierte Betreiber, die Prognosemärkte in ihr bestehendes Angebot integrieren wollen. Das Modell basiert auf einer volumenabhängigen Gebührenstruktur ohne eigenes Ergebnisrisiko für den Betreiber. Technisch setzt das Unternehmen auf die Anbindung bestehender Wallet-Systeme und plant eine teilweise automatisierte Ereignisauflösung über Oracles. Die strategische Ausrichtung zielt auf Betreiber mit tradingaffiner Zielgruppe und bestehender digitaler Infrastruktur ab.
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