Entain verkauft 20 Prozent an Entain CEE für 425 Mio. Euro
Entain verkauft 20 Prozent an Entain CEE an EMMA Capital – 425 Millionen Euro sollen Schulden senken und Kontrolle verschieben
Das Wichtigste in Kürze
- Entain verkauft 20 Prozent an Entain CEE an EMMA Capital für insgesamt 425 Millionen Euro.
- Beim Closing fließen 395 Millionen Euro, eine weitere Zahlung folgt Anfang 2027 abhängig von der Geschäftsentwicklung.
- Entain reduziert seinen Anteil von 67,5 Prozent auf 47,5 Prozent, EMMA Capital erhöht auf 42,5 Prozent.
- Die Erlöse sollen zur Schuldenreduktion genutzt werden und die jährlichen Zinskosten um rund 20 Millionen Pfund senken.
- Entain CEE wird nach Abschluss nicht mehr voll in den Konzernabschluss einbezogen.
Transaktion im Volumen von 425 Millionen Euro
Entain hat den Verkauf von 20 Prozent seiner Beteiligung an Entain CEE an den bisherigen Joint-Venture-Partner EMMA Capital vereinbart. Der Gesamtwert der Transaktion liegt bei 425 Millionen Euro, entsprechend rund 366 Millionen Pfund.
Zum Zeitpunkt des Vollzugs erhält Entain 395 Millionen Euro. Eine zusätzliche Zahlung ist für Anfang 2027 vorgesehen und hängt von der Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2026 ab. Mit diesem Schritt beginnt Entain den angekündigten Rückzug aus dem Geschäft in Zentral- und Osteuropa.
Nach Abschluss der Transaktion sinkt der Anteil von Entain an Entain CEE von bislang 67,5 Prozent auf 47,5 Prozent. EMMA Capital erhöht seine Beteiligung von 22,5 Prozent auf 42,5 Prozent. Die Familie Juroszek behält ihren Anteil von 10 Prozent, überträgt jedoch ihre Stimmrechte an EMMA Capital. Dadurch erhält EMMA Capital die Mehrheitskontrolle über das Joint Venture.
Schuldenabbau und Auswirkungen auf die Finanzierung
Entain plant, die Nettoerlöse aus dem Verkauf zur Reduzierung der Verschuldung einzusetzen. Nach Unternehmensangaben sollen sich dadurch die jährlichen Zinskosten um rund 20 Millionen Pfund verringern.
Die Transaktion ist laut Entain weitgehend neutral für das Ergebnis je Aktie sowie für den bereinigten Cashflow. Mittelfristig erwartet das Unternehmen, dass die Erlöse aus einem späteren vollständigen Ausstieg aus Entain CEE dazu beitragen können, den ausgewiesenen Verschuldungsgrad auf unter das Dreifache zu senken. Ein darüber hinausgehender Überschuss soll an die Aktionäre zurückgeführt werden.
Die Aktie von Entain liegt trotz einer Erholung im vergangenen Monat seit Jahresbeginn weiterhin rund 24 Prozent im Minus.
Strategische Neuausrichtung auf Kernmärkte
Mit dem Teilverkauf setzt Entain eine bereits angekündigte strategische Neuausrichtung fort. In den vergangenen zwölf Monaten hat der Konzern nach eigenen Angaben sein Markenportfolio vereinfacht, den Verschuldungsgrad gesenkt und den Fokus stärker auf regulierte Kernmärkte gelegt.
CEO Stella David bezeichnete die Veräußerung als ersten entscheidenden Schritt hin zu einem vollständigen Ausstieg aus Entain CEE. Gleichzeitig verwies sie auf das Ziel, langfristig starke Cashflows zu erzielen.
Die Transaktion verändert auch die Bilanzierung im Konzernabschluss. Nach dem Vollzug wird Entain CEE nicht mehr vollständig in den Konzernabschluss von Entain einbezogen. Das hat direkte Auswirkungen auf die ausgewiesenen Margenkennzahlen.
Finanzkennzahlen von Entain CEE und Anpassung der Prognose
Entain CEE wurde 2022 gegründet und umfasst unter anderem die Marken SuperSport in Kroatien und STS in Polen. Nach Angaben von Entain nehmen beide Marken in ihren jeweiligen Märkten die führende Position ein.
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Entain CEE einen Netto-Gaming-Umsatz von 522 Millionen Pfund. Das entspricht einem Anstieg von 7 Prozent im Jahresvergleich. Das EBITDA lag bei 184 Millionen Pfund, ebenfalls ein Plus von 7 Prozent.
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Entain nun eine Online-EBITDA-Marge zwischen 21 und 22 Prozent. Zuvor hatte die Prognose bei 23 bis 24 Prozent gelegen, als Entain CEE noch vollständig berücksichtigt wurde. Die Prognose für das Online-Netto-Gaming-Umsatzwachstum bleibt hingegen unverändert bei 5 bis 7 Prozent.
Weitere Details will das Unternehmen mit der Vorlage der Halbjahreszahlen am 13. August 2026 veröffentlichen.
Unsere Einschätzung
Der Verkauf von 20 Prozent an Entain CEE markiert den Beginn des angekündigten Rückzugs von Entain aus Zentral- und Osteuropa. Die Transaktion verschiebt die Mehrheitskontrolle an EMMA Capital und führt dazu, dass Entain CEE künftig nicht mehr voll konsolidiert wird. Für Entain stehen die Reduzierung der Verschuldung und sinkende Zinskosten im Vordergrund, während die operative Prognose für das Online-Geschäft bei Umsatzwachstum bestätigt, aber bei der Marge angepasst wurde.
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