Großbritannien erhöht Glücksspiel-Lizenzgebühren ab Oktober 2026
Großbritannien erhöht Glücksspiel-Lizenzgebühren um 25 Prozent – höhere Regulierungskosten für Betreiber ab Oktober 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Die britische Regierung erhöht ab dem 1. Oktober 2026 die meisten Lizenzgebühren der Gambling Commission um 25 Prozent.
- Hintergrund ist ein jährliches Haushaltsdefizit der Aufsichtsbehörde von rund 4 Millionen Pfund.
- Für große Anbieter steigt der Gebührenanteil am Bruttospielertrag von etwa 0,1 Prozent auf rund 0,15 Prozent.
- Buchmacher auf Rennbahnen wechseln von einem tagesbasierten Modell zu einer Gebühr auf Basis des Bruttospielertrags.
- Gesellschaftslotterien bleiben von der Erhöhung ausgenommen, externe Lotterie-Manager nicht.
DCMS bestätigt Anhebung der Lizenzgebühren um 25 Prozent
Das britische Department for Culture, Media and Sport (DCMS) hat bestätigt, dass die meisten Lizenzgebühren der britischen Glücksspielaufsicht Gambling Commission ab dem 1. Oktober 2026 um 25 Prozent steigen. Betroffen sind unter anderem Betriebslizenzen, persönliche Lizenzen, ergänzende Betriebslizenzen, Genehmigungen für einzelne Geldspielgeräte, Lizenzänderungen sowie Änderungen der Unternehmenskontrolle.
Die endgültige Anhebung liegt unter dem ursprünglich diskutierten Satz von 30 Prozent. Im Rahmen einer Konsultation zwischen dem 27. Januar und dem 30. März 2026 hatte das DCMS drei Modelle zur Diskussion gestellt: eine pauschale Erhöhung um 30 Prozent, eine pauschale Erhöhung um 20 Prozent sowie eine 20-prozentige Anhebung mit zusätzlichen 10 Prozent, die zweckgebunden für Maßnahmen gegen illegales Glücksspiel verwendet werden sollten.
Von 47 eingegangenen Stellungnahmen unterstützten nur zwei das 30-Prozent-Modell. Keine der Antworten sprach sich für das zweckgebundene Modell aus. Das Ministerium entschied sich schließlich für eine eigenständige Erhöhung um 25 Prozent ohne Zweckbindung.
Finanzierungsdefizit der Aufsichtsbehörde als Auslöser
Auslöser der Gebührenerhöhung ist laut DCMS ein strukturelles Finanzierungsproblem der Gambling Commission. Die Behörde weist ein jährliches Haushaltsdefizit von rund 4 Millionen Pfund auf. Zusätzlich müssen in den kommenden fünf Jahren Einsparungen von mindestens 8 Millionen Pfund erzielt werden.
Ein Teil dieser Lücke soll durch höhere Lizenzgebühren geschlossen werden. Die zusätzlichen Einnahmen dienen jedoch nicht der Finanzierung verstärkter Maßnahmen gegen nicht lizenzierte Anbieter. Für diesen Bereich stehen laut Angaben 26 Millionen Pfund aus gesonderten Mitteln des Finanzministeriums über einen Zeitraum von drei Jahren zur Verfügung.
Das DCMS lehnte zudem Forderungen von Betreibern nach einer schrittweisen Einführung der Gebührenerhöhung ab. Zur Begründung verwies das Ministerium darauf, dass Lizenzgebühren branchenweit nur einen geringen Anteil am Bruttospielertrag ausmachen.
Auswirkungen auf Betreiber je nach Umsatzgröße
Die konkrete Belastung fällt je nach Unternehmensgröße unterschiedlich aus. Für Betreiber mit einem Bruttospielertrag von mehr als 100 Millionen Pfund steigt der Gebührenanteil von etwa 0,1 Prozent auf rund 0,15 Prozent des Bruttospielertrags.
Unternehmen mit einem Bruttospielertrag zwischen 10 Millionen und 100 Millionen Pfund zahlen künftig etwa 0,22 Prozent statt bislang rund 0,18 Prozent.
Mehr als 1.100 kleinere Betreiber mit einem Bruttospielertrag von unter 10 Millionen Pfund werden in absoluten Beträgen weniger zahlen als größere Marktteilnehmer. Die erste Jahresgebühr bleibt weiterhin bei 75 Prozent des regulären Jahressatzes.
Die Erhöhung fällt in eine Phase zusätzlicher finanzieller Belastungen für die Branche. Betreiber sehen sich bereits mit reformierten Glücksspielsteuersätzen sowie einer kommenden gesetzlichen Abgabe zur Finanzierung von Forschung, Prävention und Behandlung im Zusammenhang mit problematischem Spielverhalten konfrontiert.
Neues Gebührenmodell für Buchmacher auf Rennbahnen
Für Buchmacher mit einer sogenannten General Betting Limited Licence, die auf Rennbahnen tätig sind, ändert sich nicht nur die Höhe, sondern auch die Berechnungsgrundlage der Gebühr.
Bislang wurde die Gebühr auf Basis der Anzahl der Betriebstage erhoben. In der niedrigsten Kategorie zahlten Anbieter 230 Pfund für ein bis 75 Betriebstage pro Jahr. Ab dem 1. Oktober 2026 erfolgt die Berechnung auf Grundlage des Bruttospielertrags.
In der niedrigsten Kategorie werden künftig 252 Pfund fällig, sofern der Bruttospielertrag unter 100.000 Pfund liegt. Laut DCMS werden 44 Prozent der Betreiber in dieser Kategorie unter dem neuen Modell weniger zahlen als bisher. Weitere 53 Prozent müssen lediglich eine Erhöhung um 22 Pfund verkraften.
Gesellschaftslotterien bleiben ausgenommen
Gesellschaftslotterien sind von der 25-prozentigen Gebührenerhöhung ausgenommen. Das DCMS begründet dies damit, dass eine Anhebung die Mittel für gemeinnützige Zwecke schmälern würde.
Externe Lotterie-Manager fallen jedoch nicht unter diese Ausnahme. Da sie als kommerzielle Unternehmen eingestuft werden, unterliegen sie der vollständigen Gebührenerhöhung.
Unsere Einschätzung
Mit der Erhöhung der Lizenzgebühren um 25 Prozent reagiert das DCMS auf das anhaltende Haushaltsdefizit der Gambling Commission. Die Anpassung betrifft einen breiten Kreis lizenzierter Anbieter und verändert für Buchmacher auf Rennbahnen zusätzlich das Gebührenmodell. Während große Betreiber prozentual weiterhin nur einen geringen Anteil ihres Bruttospielertrags für Lizenzgebühren aufwenden, steigt die absolute Kostenbelastung in einem Umfeld bereits bestehender steuerlicher und regulatorischer Änderungen. Gesellschaftslotterien bleiben ausgenommen, kommerzielle Lotterie-Manager nicht. Für international tätige Anbieter mit UK-Lizenz bedeutet die Entscheidung klar kalkulierbare, ab Oktober 2026 höhere Regulierungskosten.
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