UK-Steuererhöhung im Glücksspiel stärkt Offshore-Anbieter

Hand mit Geldscheinen neben Würfeln und Spielchips auf dunklem Tisch vor britischer Flagge im Hintergrund

Steigende britische Glücksspielsteuern – Prognosen sehen wachsenden Marktanteil für Offshore-Anbieter

Das Wichtigste in Kürze

  • H2 Gambling Capital erwartet, dass der Offshore-Umsatz von 16,6 Milliarden Pfund im Jahr 2025 auf rund 36 Milliarden Pfund bis 2031 steigt.
  • Der Offshore-Bruttospielertrag soll im gleichen Zeitraum von 685 Millionen Pfund auf 1,4 Milliarden Pfund wachsen.
  • Der Marktanteil lizenzierter Online-Anbieter am Umsatz könnte von 90 Prozent im Jahr 2025 auf 78 Prozent im Jahr 2031 sinken.
  • Die Erhöhung der Remote Gaming Duty gilt als zentraler Belastungsfaktor für regulierte Betreiber.
  • Laut TransUnion haben 12 Prozent der jungen Erwachsenen bereits bewusst Betrug über nicht lizenzierte Wettseiten erlebt.

H2 Gambling Capital prognostiziert deutliche Verschiebung zum Offshore-Markt

Höhere Glücksspielsteuern im Vereinigten Königreich könnten in den kommenden Jahren zu einer stärkeren Nutzung von Offshore-Anbietern führen. Zu diesem Ergebnis kommt das Analysehaus H2 Gambling Capital. Nach dessen Prognose wird der Anteil regulierter Online-Anbieter am Gesamtmarkt bis 2031 spürbar sinken.

Für das Jahr 2025 beziffert H2 den Offshore-Umsatz auf 16,6 Milliarden Pfund. Bis 2031 soll dieser Wert auf etwa 36 Milliarden Pfund steigen. Auch beim Bruttospielertrag erwartet das Unternehmen eine deutliche Zunahme. Dieser könnte von 685 Millionen Pfund im Jahr 2025 auf 1,4 Milliarden Pfund im Jahr 2031 anwachsen.

Im regulierten Markt hielten lizenzierte Anbieter 2025 laut H2 rund 92 Prozent der Online-Glücksspielumsätze. Gemessen am Umsatzanteil könnten sie bis 2031 auf 85 Prozent zurückfallen. Betrachtet man den Anteil am gesamten Spielvolumen, rechnet H2 sogar mit einem Rückgang von 90 Prozent auf 78 Prozent.

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Steuererhöhung als zentraler Belastungsfaktor für lizenzierte Betreiber

Als wesentlichen Treiber dieser Entwicklung nennt H2 die Anhebung der Remote Gaming Duty. Diese Steuererhöhung stelle einen signifikanten Gegenwind für regulierte Anbieter dar. Laut der Prognose könnten Betreiber im lizenzierten Markt mit geringeren Bonusangeboten und einem sinkenden Spielerwert konfrontiert sein.

H2 geht davon aus, dass Offshore-Anbieter von dieser Entwicklung profitieren könnten. In der Modellrechnung wird angenommen, dass Besucher von Offshore-Webseiten im Durchschnitt doppelt so viel ausgeben wie Nutzer lizenzierter Angebote. Die Schätzung basiert auf Analysen von Webtraffic, Absprungraten, Verweildauer und Kundenwert.

Konkrete Auswirkungen sieht H2 auch bei einzelnen Segmenten. Die Online-Casino-Umsätze könnten demnach im Jahr 2026 auf 5,64 Milliarden Pfund sinken und 2027 weiter auf 5,39 Milliarden Pfund zurückgehen. Im Sportwettenbereich könnte ein kurzfristiger Impuls durch eine Fußball-Weltmeisterschaft entstehen. Danach erwartet H2 jedoch einen Rückgang der Wettumsätze auf 2,47 Milliarden Pfund im Jahr 2027.

Branchenverband warnt vor Verlagerung zu nicht regulierten Anbietern

Auch der Branchenverband Betting and Gaming Council äußert sich kritisch zu den geplanten Steueränderungen. Geschäftsführerin Grainne Hurst erklärte, die Steuererhöhungen würden vor allem ausländischen und nicht regulierten Anbietern zugutekommen.

Sie betonte, dass dadurch Arbeitsplätze, Investitionen und Steuereinnahmen im Vereinigten Königreich verloren gehen könnten. Gleichzeitig würden Verbraucher zu Anbietern gedrängt, die nicht denselben Schutzstandards unterliegen wie regulierte Unternehmen.

Die Aussagen des Branchenverbands decken sich inhaltlich mit der Prognose von H2, wonach höhere steuerliche Belastungen die Wettbewerbsfähigkeit lizenzierter Betreiber schwächen könnten.

Verbraucherrisiken bei unlizenzierter Nutzung bleiben bestehen

Neben wirtschaftlichen Auswirkungen verweist das Marktumfeld auch auf Risiken für Verbraucher. Laut einer Untersuchung von TransUnion haben 12 Prozent der jungen Erwachsenen angegeben, bereits bewusst Betrug über eine nicht lizenzierte Wettseite erlebt zu haben.

Besonders betroffen seien Personen im Alter zwischen 25 und 34 Jahren. Diese Daten unterstreichen, dass eine Verlagerung hin zu Offshore-Angeboten nicht nur Marktanteile verschiebt, sondern auch Fragen des Verbraucherschutzes berührt.

Die Prognosen von H2 basieren auf quantitativen Modellen, die unter anderem Webnutzungsdaten einbeziehen. Die Annahme, dass Offshore-Kunden im Durchschnitt höhere Einsätze tätigen, spielt dabei eine zentrale Rolle für die erwartete Umsatzdynamik außerhalb des regulierten Marktes.

Unsere Einschätzung

Die vorliegenden Zahlen zeigen eine klare Projektion: Steigende Glücksspielsteuern im Vereinigten Königreich könnten laut H2 Gambling Capital zu einem wachsenden Anteil von Offshore-Anbietern führen. Während der Offshore-Umsatz bis 2031 deutlich steigen soll, rechnen die Analysten mit sinkenden Marktanteilen lizenzierter Betreiber. Gleichzeitig verweisen Branchenvertreter und Verbraucherdaten auf mögliche wirtschaftliche und sicherheitsrelevante Folgen einer stärkeren Nutzung nicht regulierter Angebote. Für Marktteilnehmer und Nutzer ergibt sich daraus ein Umfeld, in dem steuerliche Rahmenbedingungen und Regulierung direkten Einfluss auf Marktstruktur und Anbieterwahl haben können.

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Über den Autor

Janina Frei

Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.
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