Gambling Commission prüfte Lizenz-Aussetzung von Evolution
Gambling Commission erwog Aussetzung der Evolution-Lizenz – 4,75-Millionen-Pfund-Vergleich nach Verstößen gegen AML-Vorgaben
Das Wichtigste in Kürze
- Die britische Gambling Commission prüfte eine Aussetzung der Lizenz von Evolution.
- Hintergrund war, dass Evolution Inhalte auf sechs nicht lizenzierten Websites verfügbar machte, die für britische Spieler zugänglich waren.
- Evolution einigte sich mit der Behörde auf eine Zahlung von 4,75 Millionen Pfund.
- Die Aufsicht stellte Mängel bei der Geldwäsche-Risikobewertung und der Kontrolle der Lieferkette fest.
- Nach Nachbesserungen wurden bei weiteren Tests keine zusätzlichen Verstöße festgestellt.
Unlizenzierte Websites lösten Untersuchung der Aufsichtsbehörde aus
Die britische Gambling Commission hat offengelegt, dass sie im Fall des Spieleentwicklers Evolution eine Aussetzung der Lizenz in Betracht zog. Auslöser war die Feststellung, dass Spiele des Unternehmens auf sechs Websites angeboten wurden, die nicht über eine britische Glücksspiellizenz verfügten und dennoch für Verbraucher in Großbritannien zugänglich waren.
Bereits in der vergangenen Woche hatte Evolution mitgeteilt, dass eine Einigung mit der Behörde erzielt wurde. Diese sieht eine Zahlung in Höhe von 4,75 Millionen Pfund vor. Laut Unternehmensangaben sei die Situation nicht akzeptabel gewesen. Man habe umgehend Maßnahmen ergriffen, um die festgestellten Probleme zu beheben.
Die Gambling Commission bestätigte nun in einer eigenen Stellungnahme die wesentlichen Ergebnisse der Untersuchung. Zwischen Dezember 2023 und November 2024 verzeichneten die sechs betroffenen Websites ein hohes Besucheraufkommen aus dem Vereinigten Königreich.
Schwächen bei Geldwäscheprävention und Lieferkettenkontrolle
Im Zentrum der regulatorischen Bewertung standen die Prozesse zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Nach Angaben der Behörde war Evolutions entsprechende Risikobewertung nicht wirksam genug, um zwei Betreiber zu identifizieren, die Spiele ohne britische Lizenz an Spieler im Vereinigten Königreich anboten.
John Pierce, Director of Enforcement bei der Gambling Commission, erklärte, der Fall habe erhebliche Schwächen in der Geldwäsche-Risikobewertung des Unternehmens sowie in der Überwachung von Risiken innerhalb der Lieferkette offengelegt. Die Risikobewertung sei veraltet gewesen und habe das Risiko, dass Spiele über nicht lizenzierte Betreiber zugänglich gemacht werden, nicht ausreichend berücksichtigt.
Laut Behörde bestand eine deutliche Lücke zwischen den formell dokumentierten Kontrollmechanismen und deren tatsächlicher Wirksamkeit in der Praxis. Damit habe Evolution regulatorische Vorgaben verletzt.
Konkrete Verstöße gegen regulatorische Anforderungen
Die Gambling Commission listete mehrere konkrete Verstöße auf. Demnach habe Evolution keine angemessenen Schritte unternommen, um Risiken im Zusammenhang mit Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung ausreichend zu identifizieren und zu bewerten.
Zudem habe das Unternehmen keine wirksamen Richtlinien, Verfahren und Kontrollmechanismen etabliert und aufrechterhalten, um sicherzustellen, dass seine Spiele nicht über nicht lizenzierte Betreiber im britischen Markt angeboten werden.
Darüber hinaus stellte die Behörde fest, dass Anforderungen an die Sorgfaltspflichten gegenüber Geschäftspartnern nicht eingehalten wurden. Diese sogenannten Customer Due Diligence Vorgaben sind ein zentraler Bestandteil der Prävention von Finanzkriminalität im regulierten Glücksspielmarkt.
Nach Angaben der Aufsicht waren die festgestellten Mängel so gravierend, dass eine Aussetzung der Lizenz ernsthaft geprüft wurde. Die Entscheidung fiel jedoch zugunsten einer Einigung aus, nachdem Evolution umgehend Maßnahmen zur Behebung der Defizite ergriffen hatte.
Nachbesserungen und weitere Prüfungen
Die Gambling Commission führte nach den Korrekturmaßnahmen weitere Tests durch. Dabei wurden keine zusätzlichen problematischen Fälle identifiziert.
Gleichzeitig betonte die Behörde, dass der Fall eine klare Botschaft an die Branche sende. Lizenzierte Unternehmen müssten sicherstellen, dass ihre Risikobewertungen aktuell seien, regelmäßig überprüft würden und reale Marktrisiken widerspiegelten. Dazu gehöre insbesondere ein genaues Verständnis darüber, an wen Spiele geliefert werden, wie und wo diese tatsächlich genutzt werden und welche Kontrollmechanismen dauerhaft greifen.
Die Behörde kündigte an, den Markt weiterhin aktiv zu überwachen und gezielt zu testen, ob lizenzierte Produkte über illegale Anbieter britischen Verbrauchern zugänglich gemacht werden. Bei festgestellten Verstößen werde man entschlossen regulatorische Maßnahmen ergreifen.
Stellungnahme von Evolution
Evolution erklärte, man habe während des gesamten Überprüfungsprozesses vollständig mit der Gambling Commission kooperiert. Das Unternehmen habe seine technischen Maßnahmen kontinuierlich gestärkt und interne Verfahren weiterentwickelt. Dazu zählten unter anderem verbesserte Abschottungsmaßnahmen, um Inhalte klar auf lizenzierte Märkte zu begrenzen.
CEO Martin Carlesund betonte, dass man keinen Traffic von nicht lizenzierten Betreibern wünsche und entsprechende Situationen stets schnell adressiere. Mit dem Abschluss der Überprüfung wolle sich das Unternehmen darauf konzentrieren, weiterhin lizenzierte Betreiber im Vereinigten Königreich mit seinen Spielen zu beliefern.
Unsere Einschätzung
Der Fall zeigt, dass die britische Glücksspielaufsicht bei Verstößen gegen Geldwäsche- und Lieferkettenvorgaben auch einschneidende Maßnahmen wie eine Lizenzsuspendierung in Betracht zieht. Für Anbieter und Plattformbetreiber verdeutlicht die Entscheidung, dass nicht nur direkte Marktaktivitäten, sondern auch die Kontrolle über Vertriebspartner und technische Zugänge regulatorisch relevant sind. Die Einigung in Höhe von 4,75 Millionen Pfund sowie die dokumentierten Mängel unterstreichen die Bedeutung wirksamer und überprüfbarer Compliance-Strukturen im regulierten britischen Markt.
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