Polymarket sperrt Irland nach Druck der Glücksspielaufsicht

Computerbildschirm mit Verbotssymbol, Regierungsgebäude mit Schild und Europas Karte mit Vorhängeschloss vor grauem Hintergrund

Polymarket sperrt Irland nach Druck der Glücksspielaufsicht – GRAI droht mit Gerichtsverfahren gegen unlizenzierte Prognosemärkte

Das Wichtigste in Kürze

  • Polymarket hat Irland für den Zugriff auf seine Plattform gesperrt.
  • Die Gambling Regulatory Authority of Ireland drohte mit einem Verfahren vor dem High Court.
  • Seit 1. Juli 2026 benötigen Anbieter von Remote-Wetten eine Lizenz der GRAI.
  • Rund 4 Millionen Euro wurden im Juni auf eine Nachwahl in Dublin über Polymarket gesetzt.
  • Die GRAI führt mehrere Untersuchungen zu mutmaßlichem Schwarzmarkt-Glücksspiel.

GRAI setzt Lizenzpflicht für Remote-Wetten durch

Die Gambling Regulatory Authority of Ireland hat nach eigenen Angaben erreicht, dass Polymarket den Zugang aus Irland technisch blockiert. Damit reagiert die Plattform auf regulatorischen Druck der Behörde. Die GRAI hatte zuvor mit einem Verfahren vor dem High Court gedroht, um Prognosemärkte zu regulieren, die ohne Lizenz im Land tätig sind.

Seit dem 1. Juli 2026 ist in Irland jede Form von Remote-Wettdienstleistung lizenzpflichtig. Betreiber dürfen ihr Angebot nur dann bereitstellen, wenn sie über eine entsprechende Genehmigung der GRAI verfügen. Nach Darstellung der Behörde betrifft diese Vorgabe auch Plattformen, die Wetten in Form von Finanzkontrakten auf reale Ereignisse anbieten.

Eine Sprecherin der GRAI erklärte gegenüber dem Irish Examiner, dass ein großer Prognosemarkt nach Intervention der Behörde sein Angebot für Nutzer aus Irland freiwillig eingeschränkt habe. Konkret seien Kontrollen implementiert worden, um die Erstellung neuer Konten aus Irland zu verhindern. Bestehende Konten, die Irland zugeordnet werden, könnten derzeit weder Einzahlungen vornehmen noch neue Positionen eröffnen.

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Polymarket ergänzt Irland um Liste gesperrter Jurisdiktionen

Mit der Maßnahme nimmt Polymarket Irland in eine Liste von nunmehr 37 gesperrten Jurisdiktionen auf. Irland ist laut den vorliegenden Informationen der zweite große Prognosemarkt, der diesen Schritt vollzieht. Namen anderer Plattformen werden in diesem Zusammenhang nicht genannt.

Prognosemärkte sind Online-Plattformen, auf denen Nutzer finanzielle Kontrakte handeln, die an den Ausgang realer Ereignisse gekoppelt sind. Dazu zählen unter anderem Wahlen oder Sportwettbewerbe. Polymarket, Kalshi und ähnliche Anbieter positionieren sich selbst als Finanzbörsen.

Die GRAI vertritt dagegen die Auffassung, dass es sich bei diesen Angeboten um Glücksspiel handelt. Die Einordnung ist für die Frage der Lizenzpflicht entscheidend. Nach Ansicht der irischen Aufsicht unterliegen entsprechende Plattformen den nationalen Glücksspielvorschriften.

Millionenumsatz bei Nachwahl in Dublin

Welche wirtschaftliche Bedeutung Prognosemärkte in Irland haben können, zeigt ein Beispiel aus dem Juni 2026. Während der Nachwahl im Wahlkreis Dublin Central wurden auf Polymarket rund 4 Millionen Euro auf insgesamt zwölf potenzielle Kandidaten gesetzt. Einige der gelisteten Personen kandidierten letztlich nicht für den Sitz.

Die genannten Beträge verdeutlichen, dass politische Ereignisse auf solchen Plattformen zu erheblichen Umsätzen führen können. Die GRAI macht keine Angaben dazu, ob diese Wetten vor oder nach Inkrafttreten der neuen Lizenzpflicht abgeschlossen wurden. Fest steht jedoch, dass seit Anfang Juli für entsprechende Angebote eine Genehmigung erforderlich ist.

Behörde prüft weiteres Vorgehen gegen Schwarzmarkt-Angebote

Nach Angaben der GRAI laufen derzeit mehrere Untersuchungen im Zusammenhang mit mutmaßlichem Schwarzmarkt-Glücksspiel. Ziel sei es, mögliche Strafverfolgungsmaßnahmen vorzubereiten. Konkrete Unternehmen oder Verfahren nennt die Behörde nicht.

Auch auf politischer Ebene wird das Thema aufgegriffen. Simon Harris, seit 2025 Tánaiste und Finanzminister, äußerte gesonderte Bedenken. Er warnte davor, dass Prognosemärkte Geldwäsche erleichtern könnten. Harris sprach von einer sich rasch entwickelnden globalen Situation, in der Wetten in Form von Kryptowährungen in unregulierter Weise abgegeben würden.

Er habe Beamte angewiesen, eine umfassende Analyse des Sektors durchzuführen. Details zum Umfang oder Zeitrahmen dieser Prüfung sind nicht bekannt.

Unsere Einschätzung

Die Sperrung Irlands durch Polymarket folgt unmittelbar auf regulatorischen Druck der irischen Glücksspielaufsicht und die seit 1. Juli 2026 geltende Lizenzpflicht für Remote-Wetten. Die GRAI stuft Prognosemärkte als Glücksspielangebote ein und kündigt weitere Untersuchungen gegen nicht lizenzierte Anbieter an. Für Nutzer in Irland bedeutet die Maßnahme, dass sie derzeit weder neue Konten eröffnen noch Einzahlungen tätigen oder neue Positionen auf Polymarket eingehen können. Die Entwicklung zeigt, dass nationale Behörden Prognosemärkte zunehmend unter bestehende Glücksspielregeln fassen und deren Zugang entsprechend beschränken.

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Über den Autor

Janina Frei

Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.
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