Australien verschärft Regeln für Glücksspielwerbung ab 2027

Australische Flagge hinter einem Spielautomat mit einem durchgestrichenen Geldschein auf rotem Hintergrund

Australien beschließt umfassende Beschränkungen für Glücksspielwerbung – neue Regeln betreffen TV, Online und Sport ab 2027

Das Wichtigste in Kürze

  • Die australische Regierung führt ab 1. Januar 2027 weitreichende Beschränkungen für Glücksspielwerbung ein.
  • Im Fernsehen sind zwischen 6.00 und 20.30 Uhr maximal drei Glücksspielspots pro Stunde erlaubt, während Live-Sportübertragungen in diesem Zeitraum werbefrei bleiben müssen.
  • Online-Werbung ist nur noch für eingeloggte, volljährige Nutzer mit Opt-out-Möglichkeit zulässig.
  • Prominente, Sportler und quotenbasierte Werbeformate werden untersagt, ebenso Werbung in Stadien und auf Spielertrikots.
  • Begleitend werden Maßnahmen gegen illegale Anbieter, bestimmte Online-Produkte sowie zur Stärkung des Selbstausschlussregisters BetStop umgesetzt.

Regierung leitet umfassende Reform des Glücksspielrechts ein

Die australische Regierung unter Premierminister Anthony Albanese hat eine grundlegende Reform der Glücksspielwerbung angekündigt. Nach längerer politischer Diskussion soll ein deutlich strengerer Regulierungsrahmen eingeführt werden, der festlegt, wann und wo Glücksspielwerbung künftig erscheinen darf.

Ziel der Reform ist es laut Regierung, ein Gleichgewicht zwischen der Möglichkeit für Erwachsene, legal zu wetten, und dem Schutz von Kindern und Jugendlichen herzustellen. Albanese erklärte, man wolle verhindern, dass Minderjährige Glücksspielwerbung allgegenwärtig wahrnehmen und Sport und Wetten als untrennbar verbunden betrachten.

Die neuen gesetzlichen Vorgaben sollen ab dem 1. Januar 2027 in Kraft treten. Die Regierung will hierfür entsprechende Gesetzesinitiativen auf den Weg bringen.

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Klare Werbeobergrenzen im Fernsehen und vollständiges Verbot bei Live-Sport

Ein zentraler Bestandteil der Reform betrifft die Ausstrahlung im Fernsehen. Zwischen 6.00 Uhr und 20.30 Uhr dürfen Sender künftig höchstens drei Glücksspielwerbungen pro Stunde ausstrahlen. Innerhalb dieses Zeitfensters gilt bei Live-Sportübertragungen ein vollständiges Werbeverbot für Glücksspielanbieter.

Damit wird insbesondere der Zusammenhang zwischen Sportereignissen und Wettwerbung regulatorisch eingeschränkt. Die Regierung begründet diesen Schritt mit dem Ziel, die Sichtbarkeit von Glücksspiel im direkten Umfeld populärer Sportübertragungen zu reduzieren.

Einschränkungen im Radio und striktere Vorgaben für Online-Plattformen

Auch Radiowerbung wird zeitlich begrenzt. Während der typischen Schulbring- und Abholzeiten zwischen 8.00 und 9.00 Uhr sowie zwischen 15.00 und 16.00 Uhr dürfen keine Glücksspielanzeigen ausgestrahlt werden.

Im digitalen Bereich gelten ebenfalls neue Anforderungen. Glücksspielwerbung auf Online-Plattformen ist künftig nur noch zulässig, wenn Nutzer eingeloggt sind, das 18. Lebensjahr vollendet haben und eine Möglichkeit erhalten, entsprechende Werbung abzuwählen. Damit wird der Zugang zu solchen Inhalten technisch an Alters- und Nutzungsvoraussetzungen geknüpft.

Zusätzlich untersagt die Reform den Einsatz von Prominenten und aktiven Sportlern in der Glücksspielwerbung. Ebenso werden quotenbasierte Anzeigen, die gezielt Sportfans ansprechen, verboten.

Werbeverbot in Stadien und auf Trikots

Die gesetzlichen Änderungen gehen über klassische Medien hinaus. Glücksspielwerbung darf künftig weder in Sportstätten erscheinen noch auf den Uniformen von Spielern und Offiziellen. Diese Regelung betrifft somit auch sichtbare Sponsoringelemente im unmittelbaren Umfeld von Sportveranstaltungen.

Nach Angaben der zuständigen Ministerin für Kommunikation und Sport, Anika Wells, soll damit die Verbindung zwischen Sport und Wetten weiter gelockert werden. Ziel sei es, die Präsenz entsprechender Werbeinhalte im öffentlichen Raum deutlich zu reduzieren.

Begleitmaßnahmen gegen bestimmte Produkte und illegale Anbieter

Neben den Werbebeschränkungen plant die Regierung zusätzliche regulatorische Schritte. Dazu zählt ein Vorgehen gegen als schädlich eingestufte und neu entstehende Online-Lotterieprodukte. Online-Keno-Angebote in Form sogenannter „pocket pokies“ sollen vollständig verboten werden.

Zudem sollen Straftatbestände im Zusammenhang mit Spielmanipulation landesweit einheitlich geregelt werden, um die Integrität des Sports zu stärken. Die Behörden erhalten darüber hinaus erweiterte Möglichkeiten zur Durchsetzung von Maßnahmen gegen illegale Offshore-Anbieter.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem nationalen Selbstausschlussregister BetStop. Dieses soll nach einer jüngsten gesetzlichen Überprüfung weiter gestärkt werden. Ergänzend will die Regierung die finanzielle Beratung für Personen mit Glücksspielproblemen ausbauen und das öffentliche Bewusstsein für Risiken des Online-Glücksspiels erhöhen.

Regulatorische Auswirkungen für Anbieter und Plattformen

Für Betreiber von Wett- und Glücksspielangeboten bedeuten die Reformen eine Anpassung ihrer Marketingstrategien in mehreren Kanälen. Fernseh- und Radiosender müssen ihre Werbezeiten neu strukturieren. Online-Plattformen müssen technische Lösungen sicherstellen, um Altersprüfung, Login-Pflicht und Opt-out-Optionen umzusetzen.

Auch Sponsoringmodelle im Sport werden von den neuen Vorgaben erfasst. Da Werbung in Stadien und auf Trikots untersagt wird, betrifft die Reform bestehende und künftige Partnerschaften zwischen Glücksspielunternehmen und Sportorganisationen.

Parallel dazu steigt der regulatorische Druck auf nicht lizenzierte Offshore-Anbieter. Die angekündigten strengeren Durchsetzungsmaßnahmen deuten darauf hin, dass Behörden ihre Kontroll- und Sanktionsinstrumente ausweiten.

Unsere Einschätzung

Mit der Reform schafft die australische Regierung einen umfassenden Regulierungsrahmen, der Werbezeiten, Werbeformen und Werbeorte für Glücksspielangebote detailliert festlegt. Die Maßnahmen kombinieren Werbebeschränkungen mit Produktverboten, verschärfter Rechtsdurchsetzung und einer Stärkung von Präventionsinstrumenten wie BetStop. Für Anbieter, Medienunternehmen und Sportorganisationen ergeben sich daraus verbindliche Vorgaben, die ab Januar 2027 umgesetzt werden müssen.

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Über den Autor

Janina Frei

Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.
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