Australien: Sechs Wettanbieter verstoßen gegen Selbstsperrregeln – Aufsicht greift durch
Das Wichtigste in Kürze
- Die australische Medien- und Kommunikationsbehörde ACMA stellte bei sechs Wettanbietern Verstöße gegen nationale Selbstsperrregeln fest.
- Die Untersuchungen betreffen Verstöße im Jahr 2024 im Zusammenhang mit dem BetStop-Selbstsperrregister.
- Betroffene Unternehmen sind Tabcorp, LightningBet, Betfocus, TempleBet, Picklebet und BetChamps.
- Die Maßnahmen reichen von formellen Verwarnungen über Bußgelder bis zu verpflichtenden Systemprüfungen.
Australische Aufsicht untersucht Verstöße gegen BetStop-Selbstsperre
Die Australian Communications and Media Authority (ACMA) hat sechs lizenzierte Wettanbieter wegen Verstößen gegen die nationalen Selbstsperrregeln überprüft. Grundlage der Untersuchungen war das BetStop-System, das als nationales Selbstsperrregister für Online- und Telefonwetten dient. Laut ACMA wurden im Jahr 2024 Fälle festgestellt, in denen sich gesperrte Personen dennoch bei Anbietern registrieren, auf Wettangebote zugreifen oder Marketingkommunikation erhalten konnten.
Die Behörde erklärte, dass sich die Verstöße je nach Anbieter unterschieden, jedoch auf grundlegende Schwächen in den internen Kontroll- und Identifikationssystemen hindeuteten. Ziel des Registers ist es, Personen, die sich bewusst vom Glücksspiel ausschließen möchten, wirksam vor weiteren Angeboten zu schützen. Nach Einschätzung der Aufsicht wurde dieses Ziel in mehreren Fällen nicht erreicht.
Betroffene Unternehmen und festgestellte Mängel
Die Untersuchungen der ACMA betrafen Tabcorp, LightningBet, Betfocus, TempleBet, Picklebet und BetChamps. Allen Fällen gemeinsam war, dass bestehende Schutzmechanismen nicht zuverlässig griffen. In einzelnen Fällen konnten selbstgesperrte Nutzer neue Wettkonten eröffnen oder bestehende Dienste weiterhin nutzen. In anderen Fällen erhielten sie trotz aktiver Sperre Marketingmaterialien.
Die Aufsicht sprach von systemischen Problemen bei der Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen. Diese betreffen insbesondere die Identifikation von Kunden und den Abgleich mit dem BetStop-Register. Die Regeln gelten seit mehr als zwei Jahren, was aus Sicht der Behörde ausreichend Zeit für eine korrekte technische und organisatorische Umsetzung bietet.
Unterschiedliche Sanktionen je nach Anbieter
Die ACMA ergriff je nach Schwere und Art der Verstöße unterschiedliche Maßnahmen auf Grundlage des Interactive Gambling Act 2001. Betfocus, LightningBet und TempleBet wurden mit sogenannten Remedial Directions belegt. Diese verpflichten die Unternehmen, unabhängige Prüfungen ihrer Systeme zu beauftragen und sämtliche Empfehlungen aus den Berichten umzusetzen.
Tabcorp Holdings wurde mit einer Geldstrafe in Höhe von 112.680 australischen Dollar belegt und ging zusätzlich eine gerichtlich durchsetzbare Verpflichtung ein. Diese sieht unter anderem eine externe Überprüfung der Prozesse zur Kundenverifikation sowie Schulungen für Mitarbeiter zu den Pflichten im Zusammenhang mit dem Selbstsperrregister vor.
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BetChamps erhielt eine formelle Verwarnung. Im Fall von Picklebet teilte die ACMA mit, dass die Durchsetzungsmaßnahmen noch nicht abgeschlossen sind. Die Behörde machte deutlich, dass je nach Ergebnis weitere Schritte folgen können.
ACMA betont Verantwortung der Anbieter
ACMA-Mitglied Carolyn Lidgerwood unterstrich die Bedeutung des nationalen Selbstsperrregisters für den Spielerschutz. Nach ihren Worten funktioniere Selbstsperre nur dann, wenn Wettanbieter die bestehenden Regeln konsequent einhalten. Menschen, die sich für eine Sperre entscheiden, müssten darauf vertrauen können, dass sie nicht erneut mit Glücksspielangeboten konfrontiert werden.
Die aktuellen Fälle zeigten laut Lidgerwood, dass dieses Vertrauen teilweise verletzt worden sei. Gleichzeitig verwies sie darauf, dass die Aufsicht die Einhaltung der Regeln weiterhin überprüft und bei Bedarf durchsetzt. Alle lizenzierten Anbieter seien verpflichtet, effektive Systeme einzusetzen, um gesperrten Personen den Zugang zu Glücksspielangeboten zu verwehren.
Weitere Durchsetzungsschritte möglich
Die Behörde warnte, dass bei erneuten oder weiteren Verstößen strengere Maßnahmen drohen. Dazu zählen auch Verfahren vor dem Bundesgericht mit der Möglichkeit zivilrechtlicher Strafzahlungen. Die laufenden Untersuchungen und abgeschlossenen Maßnahmen sollen nach Angaben der ACMA ein klares Signal an den Markt senden, dass die Anforderungen an den Spielerschutz verbindlich sind.
Für Nutzer bedeutet dies, dass die Aufsicht aktiv überprüft, ob Anbieter ihren gesetzlichen Pflichten nachkommen. Für Unternehmen verdeutlichen die Verfahren, dass technische Mängel oder organisatorische Versäumnisse bei der Umsetzung von Selbstsperren nicht folgenlos bleiben.
Unsere Einschätzung
Die Ergebnisse der ACMA-Untersuchungen zeigen, dass die Einhaltung des BetStop-Selbstsperrregisters weiterhin ein zentrales Aufsichtsthema im australischen Wettmarkt ist. Die unterschiedlichen Sanktionen verdeutlichen, dass Verstöße je nach Umfang und Schwere bewertet werden. Gleichzeitig macht die Behörde deutlich, dass sie bei weiteren Verstößen auch schärfere rechtliche Schritte in Betracht zieht.
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