Betsson meldet Rekordumsatz im Q2, Gewinn deutlich gesunken

Aufsteigendes Balkendiagramm mit Dollarzeichen, Stapel goldener Münzen und Steuerdokument mit großem Prozentzeichen.

Betsson steigert Umsatz im zweiten Quartal auf 361,9 Millionen US-Dollar – höhere Gaming-Steuern und schwächeres B2B-Geschäft drücken Gewinn

Das Wichtigste in Kürze

  • Betsson erzielt im zweiten Quartal 2026 einen Rekordumsatz von 310,2 Millionen Euro beziehungsweise 361,9 Millionen US-Dollar, ein Plus von 2,1 Prozent.
  • Das operative Ergebnis sinkt um 38,9 Prozent auf 42,2 Millionen Euro, das Nettoergebnis um 38,2 Prozent auf 30,4 Millionen Euro.
  • Der Anteil regulierter Märkte steigt auf 75,5 Prozent des Konzernumsatzes, höhere Gaming-Steuern belasten die Marge.
  • Lateinamerika wird mit 112,1 Millionen Euro Umsatz und 36 Prozent Anteil größte Region des Konzerns.
  • Die B2B-Lizenzerlöse fallen deutlich auf 49,1 Millionen Euro nach 75,6 Millionen Euro im Vorjahr.

Umsatz wächst moderat, Gewinn bricht deutlich ein

Betsson hat im zweiten Quartal 2026 einen Rekordumsatz erzielt, gleichzeitig jedoch einen deutlichen Rückgang der Profitabilität gemeldet. Der Umsatz für die drei Monate bis zum 30. Juni stieg um 2,1 Prozent auf 310,2 Millionen Euro, was umgerechnet 361,9 Millionen US-Dollar entspricht. Organisch lag das Wachstum bei 6,1 Prozent.

Trotz der höheren Erlöse sank das operative Ergebnis um 38,9 Prozent auf 42,2 Millionen Euro. Das EBITDA ging um 30,5 Prozent auf 58,5 Millionen Euro zurück. Der Nettogewinn fiel um 38,2 Prozent auf 30,4 Millionen Euro.

Laut Unternehmensangaben ist der Ergebnisrückgang vor allem auf höhere Gaming-Steuern in regulierten Märkten sowie gestiegene Gebühren für Zahlungsdienstleister zurückzuführen. Der Konzern erwirtschaftete im Berichtsquartal 75,5 Prozent seines Umsatzes in lokal regulierten Märkten. Im Vorjahreszeitraum lag dieser Anteil noch bei 65,7 Prozent.

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Schwächeres B2B-Geschäft belastet Ergebnis

Ein weiterer Faktor für die rückläufige Profitabilität ist das Geschäft mit Geschäftskunden. Die B2B-Lizenzerlöse sanken von 75,6 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf 49,1 Millionen Euro. Als Hauptgrund nennt Betsson eine geringere Aktivität eines großen Kunden.

Der Rückgang im B2B-Segment wirkte sich direkt auf das operative Ergebnis aus. Während das B2C-Geschäft in mehreren Regionen zulegen konnte, fehlten die entsprechenden Beiträge aus dem Lizenzgeschäft, um die höheren Steuer- und Kostenbelastungen auszugleichen.

Lateinamerika wird größte Region des Konzerns

Geografisch verzeichnete Betsson unterschiedliche Entwicklungen. Lateinamerika entwickelte sich im zweiten Quartal zur umsatzstärksten Region. Die Erlöse stiegen dort um 32,3 Prozent auf den Rekordwert von 112,1 Millionen Euro. Damit entfielen 36 Prozent des gesamten Konzernumsatzes auf diese Region.

Argentinien, Peru und Kolumbien erreichten jeweils neue Quartalsrekorde. Zusätzliche Impulse kamen durch Marketingmaßnahmen und eine erhöhte Kundenaktivität im Zusammenhang mit der FIFA-Weltmeisterschaft.

Westeuropa erzielte ebenfalls einen Rekordumsatz von 64,2 Millionen Euro, insbesondere getrieben durch Italien. In den nordischen Ländern hingegen sanken die Erlöse um 17,1 Prozent. Betsson reduzierte dort die Marketingausgaben in Schweden und Dänemark vor dem Hintergrund eines intensiven Wettbewerbsumfelds.

Im Quartal sicherte sich das Unternehmen zudem eine Sportwettenlizenz in der argentinischen Provinz Santa Fe. Der Marktstart ist für das vierte Quartal geplant. Damit baut Betsson seine Präsenz in einem seiner wachstumsstärksten Märkte weiter aus.

Casino bleibt wichtigstes Segment, Sportwetten technisch ausgebaut

Das Casino-Geschäft blieb mit 217,6 Millionen Euro und einem Anteil von 70 Prozent am Konzernumsatz die größte Sparte. Die Sportwettenumsätze lagen mit 91,3 Millionen Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Im Vorfeld der FIFA-Weltmeisterschaft modernisierte Betsson seine Sportwettenplattform. Das Unternehmen erhöhte die technische Kapazität, um ein bis zu fünffaches des normalen Datenverkehrs zu bewältigen. Zusätzlich führte Betsson neue Wettfunktionen ein, darunter Goal Rush mit multiplikatorbasierten Auszahlungen je nach Toranzahl sowie Super Sub, bei dem eine Wette auf einen Ersatzspieler übertragen werden kann, wenn der ursprünglich gewählte Spieler ausgewechselt wird.

Nach Angaben des Unternehmens verlief der technische Betrieb der Plattform während der erhöhten Nachfrage stabil. Die durchschnittlichen Tagesumsätze zwischen dem 1. und 13. Juli lagen 13,7 Prozent über dem Durchschnitt des dritten Quartals 2025. Auch hier wirkte sich die fortgesetzte Wettaktivität rund um die Weltmeisterschaft unterstützend aus.

Neue Kreditlinie über 75 Millionen Euro

Zur Finanzierung möglicher Übernahmen kündigte Betsson eine neue Kreditfazilität in Höhe von 75 Millionen Euro an. Das Unternehmen verweist dabei auf langfristige Wachstumschancen, insbesondere in Lateinamerika im Vergleich zu Westeuropa.

Die stärkere Ausrichtung auf regulierte Märkte verändert zugleich die Kostenstruktur des Konzerns. Höhere Steuerquoten und regulatorische Anforderungen gehen mit steigenden operativen Aufwendungen einher, was sich im aktuellen Quartal deutlich in den Ergebniskennzahlen widerspiegelt.

Unsere Einschätzung

Die Quartalszahlen zeigen ein moderates Umsatzwachstum bei gleichzeitig deutlich rückläufiger Profitabilität. Hauptursachen sind der gestiegene Anteil regulierter Märkte mit höheren Gaming-Steuern sowie ein deutlicher Rückgang im B2B-Lizenzgeschäft. Gleichzeitig verschiebt sich der geografische Schwerpunkt klar nach Lateinamerika, das inzwischen den größten Umsatzanteil stellt. Für Marktbeobachter und Nutzer von Glücksspielangeboten sind vor allem die wachsende Regulierung, regionale Unterschiede in der Geschäftsentwicklung sowie der Ausbau technischer Kapazitäten im Sportwettenbereich relevant.

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Über den Autor

Janina Frei

Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.
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