Bragg kündigt Drayton-Übernahme zur US-Expansion an

Zwei Bürogebäude verbunden durch großen Pfeil, unterschriebener Vertrag mit Stift, Prepaid-Karte mit Geldscheinen.

Bragg Gaming übernimmt Drayton International – Expansion in den US-ADW-Markt geplant

Das Wichtigste in Kürze

  • Bragg Gaming Group hat eine Übernahmevereinbarung mit Drayton International auf Aktienbasis unterzeichnet.
  • Der Abschluss der Transaktion ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen, vorbehaltlich finaler Vereinbarungen.
  • Mit Drayton erhält Bragg Beteiligungen an mehreren Game-Studios sowie Technologieplattformen.
  • Die Übernahme soll Braggs Eintritt in den US-Markt für Advance Deposit Wagering ermöglichen.
  • Im Zuge einer Restrukturierung hat Bragg zuvor rund 12 Prozent der weltweiten Belegschaft abgebaut.

Aktienbasierte Übernahme soll im dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden

Bragg Gaming Group, ein an der Börse in Toronto notierter iGaming-Zulieferer, hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Drayton International bekannt gegeben. Die Transaktion ist als aktienbasierter Deal strukturiert. Laut Unternehmensangaben wird der Abschluss im dritten Quartal 2026 erwartet, sofern die finalen Vertragsbedingungen erfüllt werden.

Mit der Ankündigung veröffentlichte Bragg ein Term Sheet und ordnete die geplante Übernahme in eine strategische Neuausrichtung ein. Künftig soll der Fokus stärker auf proprietären Spielinhalten, Datennutzung und der Optimierung der Spielererfahrung liegen.

Drayton bringt Beteiligungen an mehreren Studios und Plattformen ein

Durch die Übernahme würde Bragg Zugriff auf mehrere Beteiligungen und operative Einheiten erhalten. Drayton hält Anteile an folgenden Studios:

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– 54,5 Prozent an Boomerang
– 48,5 Prozent an Dream Streak
– 54 Prozent an Rise Gaming
– 37,5 Prozent an Hit Squad
– 24 Prozent an Neotopia

Zusätzlich besitzt oder kontrolliert Drayton die Unternehmen Arc Gaming, Vision PlAI und 3 Shores. Damit erweitert sich das Portfolio von Bragg sowohl im Bereich Spieleentwicklung als auch bei technologischen Lösungen.

Bragg-CEO Matevž Mazij bezeichnete die Transaktion als strategischen Schritt zur internationalen Expansion sowie zur Stärkung eigener geistiger Eigentumsrechte und Technologien. Gleichzeitig markiere die Übernahme den geplanten Eintritt in ein neues Marktsegment in den USA.

Zugang zum US-Markt über Advance Deposit Wagering

Ein zentraler Aspekt der Transaktion ist der Zugang zum sogenannten Advance Deposit Wagering, kurz ADW. Dabei handelt es sich um ein Modell, bei dem Kunden vorab Gelder einzahlen, um auf Pferderennen zu wetten.

Bragg verweist darauf, dass klassische Online-Slots in den USA derzeit nur in sieben Bundesstaaten legal angeboten werden dürfen. Über Arc Gaming und eine exklusive Aggregator-Partnerschaft mit der BetMakers-Tote-Plattform könnte Bragg jedoch Zugang zum ADW-Markt in mehr als 30 US-Bundesstaaten erhalten.

Damit würde sich die potenziell adressierbare Marktgröße in den USA deutlich erweitern, ohne dass Bragg ausschließlich auf zusätzliche Online-Casino-Gesetzgebung angewiesen wäre. Zudem hebt das Unternehmen seine Remote Games Server Technologie hervor, die eine Anpassung an unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen ermöglicht.

Restrukturierung und Kostensenkungen vor der Übernahme

Die angekündigte Übernahme folgt auf eine Phase interner Umstrukturierungen. Bragg hat rund 12 Prozent seiner globalen Belegschaft abgebaut. Teil dieser Maßnahmen ist ein umfassender Restrukturierungsplan.

Für das erste Quartal 2026 veranschlagt das Unternehmen Kosten in Höhe von rund 1 Million Euro, umgerechnet etwa 1,2 Millionen US-Dollar. Zusammen mit weiteren Anpassungen sollen Einsparungen von insgesamt 4,5 Millionen Euro erzielt werden.

Diese Kostensenkungen stehen im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung, die nun durch die geplante Übernahme von Drayton ergänzt wird.

Matt Davey soll Vorsitz übernehmen

Eine weitere personelle Komponente ist mit der Transaktion verbunden. Matt Davey, Gründer und Chairman von Tekkorp Capital, spielte bereits in der Vergangenheit eine Rolle in der Branche. Er baute NYX Gaming auf, das später für rund 631 Millionen US-Dollar an Scientific Games verkauft wurde. Aktuell ist er Präsident von BetMakers.

Gespräche über eine mögliche Übernahme von BetMakers durch Tabcorp wurden im Februar beendet. Anfang 2026 erwarb Davey privat eine Million Bragg-Aktien. Nach Abschluss der Drayton-Übernahme könnte er rund 10 Prozent der Anteile an Bragg halten.

Im Zuge der Transaktion ist vorgesehen, dass Davey den Vorsitz im Unternehmen übernimmt. Die derzeitige Chairwoman Holly Gagnon unterstützt diesen Wechsel und kündigte an, den Vorsitz an Davey zu übergeben.

Strategische Neuausrichtung auf Inhalte, Daten und Distribution

Bragg betont, dass die geplante Übernahme eine Ergänzung bestehender Geschäftsbereiche darstellt. Neben zusätzlichen Spielestudios umfasst das Paket auch Technologie- und Distributionslösungen. Davey erklärte, dass die Kombination aus Inhalten, Technologie und Vertrieb Braggs Ausrichtung auf datengetriebene Geschäftsmodelle und nutzerzentrierte Angebote beschleunigen könne.

Mit dem Einstieg in den ADW-Bereich betritt Bragg zudem ein Segment, das sich regulatorisch von klassischen Online-Casino-Angeboten unterscheidet. Für internationale Marktbeobachter und Plattformnutzer ist insbesondere relevant, dass Bragg damit seine US-Strategie verbreitert und nicht allein auf die Ausweitung von Online-Slot-Lizenzen angewiesen ist.

Unsere Einschätzung

Die geplante Übernahme von Drayton International erweitert Braggs Portfolio um mehrere Studios, Technologieplattformen und Beteiligungen. Gleichzeitig schafft sie laut Unternehmensangaben die Grundlage für einen Eintritt in den US-ADW-Markt in mehr als 30 Bundesstaaten. Die Transaktion folgt auf eine Phase der Restrukturierung und Kostensenkung und geht mit einem geplanten Wechsel im Vorsitz des Unternehmens einher. Für Marktteilnehmer ist vor allem die strategische Verlagerung hin zu proprietären Inhalten, Datennutzung und neuen Distributionskanälen von Bedeutung.

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Über den Autor

Janina Frei

Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.
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