Dänemark öffnet Lizenzfenster für stationäre Casinos

Modernes Casino-Interieur mit leuchtenden Spielautomaten und Gästen an Tischen unter warmem Licht

Dänemark öffnet Bewerbungsfenster für landbasierte Casino-Lizenzen – Marktanteil stationärer Anbieter sinkt weiter

Das Wichtigste in Kürze

  • Dänemark nimmt bis zum 3. November 2026 Anträge für landbasierte Casino-Lizenzen entgegen.
  • Rechtsgrundlage ist das Konsolidierte Gesetz Nr. 1182 vom 22. September 2025 mit Laufzeiten von bis zu zehn Jahren.
  • Die Regulierungsbehörde prüft Finanzen, Liquidität, Erfahrung, Eigentümerstruktur und Management.
  • Landbasierte Casinos erzielten 2025 Bruttospielerträge von 378 Millionen DKK, ein Rückgang von 5,6 Prozent.
  • Online-Casinos generierten im selben Jahr 4,31 Milliarden DKK und erreichten 38 Prozent Marktanteil.

Bewerbungsfrist bis November 2026 und neue Laufzeiten von bis zu zehn Jahren

Dänemark hat ein neues Bewerbungsfenster für landbasierte Casino-Lizenzen geöffnet. Neue Betreiber sowie bestehende Lizenzinhaber können ihre Anträge bis zum 3. November 2026 einreichen. Grundlage ist das Konsolidierte Gesetz Nr. 1182 vom 22. September 2025. Dieses erlaubt, Genehmigungen für stationäre Casinos mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren zu vergeben.

Mit der Öffnung des Verfahrens reagiert die zuständige Behörde auf die aktuellen Marktbedingungen. Während der Online-Sektor in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen ist, hat der stationäre Bereich an Bedeutung verloren. Die Vergabe neuer oder verlängerter Lizenzen erfolgt damit in einem Umfeld, in dem sich das Spielverhalten zunehmend in digitale Angebote verlagert.

Umfangreiche Prüfung von Finanzlage, Eigentümern und Standort

Die dänische Glücksspielbehörde Spillemyndigheden prüft im Rahmen des Lizenzverfahrens mehrere zentrale Kriterien. Dazu gehören die finanzielle Situation und die Liquidität des antragstellenden Unternehmens. Zudem bewertet die Behörde die Erfahrung im Casinobetrieb, die Eigentümerstruktur sowie die Zusammensetzung der Geschäftsleitung.

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Auch der geplante Standort und die angestrebten Kundengruppen fließen in die Beurteilung ein. Im Prüfprozess kann Spillemyndigheden weitere staatliche Stellen einbeziehen. Dazu zählen die zuständige Kommune, der örtliche Polizeichef, das Ministerium für Steuern sowie das Ministerium für Wirtschaft und Industrie. Falls erforderlich, kann auch die dänische Schifffahrtsbehörde beteiligt werden.

Diese strukturierte Mehrfachprüfung verdeutlicht, dass die Lizenzvergabe nicht nur wirtschaftliche Aspekte, sondern auch ordnungsrechtliche und standortbezogene Faktoren berücksichtigt.

Stationäre Casinos verlieren Marktanteile

Die aktuellen Marktdaten zeigen eine rückläufige Entwicklung im landbasierten Segment. Im Jahr 2025 erwirtschafteten physische Casinos in Dänemark Bruttospielerträge von 378 Millionen DKK. Das entspricht einem Rückgang von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil am gesamten dänischen Glücksspielmarkt lag bei lediglich 3 Prozent.

Seit 2012 hat das Segment inflationsbereinigt 35 Prozent seiner Einnahmen verloren. Diese Zahlen verdeutlichen die strukturelle Verschiebung innerhalb des Marktes.

Der Gesamtmarkt erreichte 2025 Bruttospielerträge von 11,5 Milliarden DKK. Vor diesem Hintergrund bleibt der stationäre Casinobereich ein vergleichsweise kleiner Teil des Gesamtvolumens.

Online-Casinos dominieren mit 38 Prozent Marktanteil

Im Gegensatz dazu verzeichnete das Online-Casino-Segment 2025 Bruttospielerträge von 4,31 Milliarden DKK. Das entspricht 38 Prozent des gesamten Glücksspielmarktes in Dänemark. Gegenüber 2024 stiegen die Einnahmen um 12,1 Prozent.

Seit 2012 beträgt das Wachstum 139 Prozent. Diese Entwicklung zeigt, wie stark sich das Spielverhalten in Richtung digitaler Angebote verschoben hat. Online-Produkte nehmen damit eine zentrale Rolle im regulierten dänischen Glücksspielmarkt ein.

Auch andere landbasierte Bereiche bleiben vergleichsweise klein. Landbasiertes Bingo erzielte im ersten Jahr nach der Liberalisierung Einnahmen von 30 Millionen DKK. Das entspricht weniger als 1 Prozent des gesamten Glücksspielumsatzes.

Sieben bestehende Casino-Standorte im Land

Derzeit gibt es in Dänemark stationäre Casinos in Copenhagen S, Copenhagen V, Helsingør, Odense, Vejle, Aarhus und Aalborg. Diese Standorte bilden die aktuelle Struktur des landbasierten Casinosektors.

Insgesamt listete die Regulierungsbehörde im Jahr 2025 1.970 Glücksspielgenehmigungen über alle Kategorien hinweg. Dazu zählen neben Casinos auch weitere regulierte Glücksspielangebote.

Mit dem nun geöffneten Bewerbungsfenster können sowohl neue Marktteilnehmer als auch bestehende Betreiber ihre Position im stationären Segment sichern oder ausbauen. Die regulatorischen Anforderungen bleiben dabei umfassend und formalisiert.

Unsere Einschätzung

Dänemark ermöglicht mit dem neuen Bewerbungsfenster die Vergabe landbasierter Casino-Lizenzen mit Laufzeiten von bis zu zehn Jahren. Gleichzeitig zeigen die Marktdaten für 2025 einen deutlichen Unterschied zwischen stationären und digitalen Angeboten: Während physische Casinos 3 Prozent des Gesamtmarktes ausmachen und rückläufige Einnahmen verzeichnen, erreichen Online-Casinos 38 Prozent Marktanteil und wachsen weiter. Die Lizenzrunde findet damit in einem Marktumfeld statt, das klar von digitalen Glücksspielangeboten geprägt ist und in dem regulatorische Anforderungen umfassend geprüft werden.

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Über den Autor

Janina Frei

Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.
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