Neuseeland bringt Online-Casino-Gesetz auf Zielgerade
Neuseelands Online-Casino-Gesetz besteht zweite Parlamentslesung – Lizenzauktion und Marktstart für Dezember geplant
Das Wichtigste in Kürze
- Das Online Casino Gambling Bill hat die zweite Lesung im neuseeländischen Parlament passiert.
- Die Offshore-Glücksspielabgabe soll von 12 Prozent auf 16 Prozent steigen, davon werden rund 4 Prozent für gemeinnützige Zwecke reserviert.
- Bis zu 15 Online-Casino-Lizenzen sollen in einem dreistufigen Verfahren versteigert werden.
- Der Marktstart für regulierte Online-Casinos ist für den 1. Dezember vorgesehen.
- Mindestens Entain Australia & New Zealand und SkyCity Entertainment Group haben Interesse an einer Lizenz bekundet.
Gesetzgebungsverfahren tritt in entscheidende Phase ein
Das neuseeländische Online Casino Gambling Bill hat im Parlament die zweite Lesung erfolgreich durchlaufen. Damit rückt die Einführung eines regulierten Online-Casino-Marktes näher. Die formale Verabschiedung des Gesetzes ist für Juni vorgesehen, allerdings stehen zuvor weitere parlamentarische Schritte an.
Als nächstes wird der Gesetzentwurf im Committee of the Whole House im Detail geprüft. In dieser Phase werden einzelne Klauseln des Gesetzes beraten und gegebenenfalls angepasst. Nach Abschluss dieser Detailprüfung kehrt der Entwurf ins Repräsentantenhaus zurück, wo die dritte und letzte Lesung stattfindet. Anschließend entscheidet das Parlament in einer Abstimmung, ob das Gesetz verabschiedet wird. Im Falle einer Zustimmung folgt die Royal Assent, womit das Gesetz formell in Kraft treten kann.
Trina Lowry, Programme Director – Online Gambling Implementation beim Department of Internal Affairs, informierte die Beteiligten per E-Mail über den weiteren Zeitplan. Demnach wird mit der Finalisierung der Regulierung Anfang Juni 2026 gerechnet. Ab diesem Zeitpunkt soll die Einbindung interessierter Marktteilnehmer beginnen, um sicherzustellen, dass sie die regulatorischen Anforderungen des neuen Online-Casino-Marktes verstehen.
Steueranpassung und zweckgebundene Mittel für Gemeinwohl
Im Rahmen der zweiten Lesung wurde auch die künftige steuerliche Ausgestaltung des Marktes thematisiert. Die bisherige Offshore-Glücksspielabgabe soll nach Inkrafttreten des Gesetzes in eine Online-Glücksspielabgabe überführt und von 12 Prozent auf 16 Prozent erhöht werden.
Von diesen 16 Prozent sollen rund 4 Prozent zweckgebunden für gemeinnützige Zwecke reserviert werden. Damit wird ein Teil der Einnahmen aus dem regulierten Online-Casino-Markt explizit für Community-Projekte vorgesehen. Die Unterstützung für diese Regelung wurde in der zweiten Lesung deutlich.
Die Anpassung der Abgabe ist ein zentraler Bestandteil des regulatorischen Rahmens und betrifft unmittelbar die künftige Kostenstruktur lizenzierter Anbieter. Gleichzeitig definiert sie, welcher Anteil der Bruttoeinnahmen dem Staat und gemeinnützigen Zwecken zufließt.
Bis zu 15 Lizenzen im Auktionsverfahren vorgesehen
Das Gesetz sieht ein dreistufiges Lizenzverfahren vor. Insgesamt sollen bis zu 15 Online-Casino-Lizenzen vergeben werden. Diese Lizenzen werden im Rahmen eines Auktionsprozesses vergeben.
Die konkrete Ausgestaltung des Auktionsverfahrens ist Teil der laufenden Implementierungsarbeiten. Mit der geplanten Finalisierung der Regulierung im Juni 2026 sollen auch detaillierte Informationen zu den Anforderungen und Abläufen veröffentlicht werden. Anschließend beginnt die formelle Einbindung interessierter Unternehmen.
Der Start des regulierten Marktes ist für den 1. Dezember dieses Jahres vorgesehen. Ab diesem Zeitpunkt dürfen nur noch lizenzierte Anbieter Online-Casino-Angebote im Rahmen des neuen gesetzlichen Rahmens betreiben.
Erste Anbieter positionieren sich für den Markteintritt
Bereits vor Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens haben mindestens zwei Unternehmen öffentlich Interesse an einer Lizenz bekundet: Entain Australia & New Zealand sowie die SkyCity Entertainment Group.
Andrew Vouris, Chief Executive Officer von Entain Australia & New Zealand, erklärte gegenüber der Australian Financial Review, dass sein Unternehmen im Markt das einzige sein werde, das Sport, Pferderennen und potenziell auch Casino anbieten könne. Zusätzlich teilte Entain-CEO Stella David im Rahmen der Präsentation der Geschäftszahlen für das Gesamtjahr 2025 mit, dass der Konzern drei Lizenzen im neuseeländischen Online-Casino-Markt anstreben werde.
Auch SkyCity Entertainment Group prüft eine Teilnahme am neuen Lizenzsystem. CEO Jason Walbridge erklärte, dass sich das Glücksspiel weiterentwickle und digitale sowie stationäre Angebote zunehmend zusammengeführt würden. Zugleich betonte er, dass ein möglicher Einstieg in den regulierten Online-Markt auf starken Verbraucherschutzmaßnahmen und dem bestehenden Engagement des Unternehmens für verantwortungsvolles Glücksspiel basieren würde.
Die Aussagen beider Unternehmen zeigen, dass sich etablierte Marktteilnehmer frühzeitig auf die geplante Regulierung einstellen. Konkrete Entscheidungen über die Vergabe von Lizenzen sind jedoch erst nach Abschluss des Auktionsverfahrens zu erwarten.
Zeitplan bis zum geplanten Marktstart im Dezember
Der weitere Ablauf ist klar strukturiert: Nach der Detailprüfung im Parlament und der dritten Lesung soll das Gesetz im Juni formell verabschiedet werden. Parallel dazu arbeitet das Department of Internal Affairs an der Ausarbeitung und Finalisierung der regulatorischen Vorgaben.
Mit der erwarteten Veröffentlichung der finalen Regelungen Anfang Juni 2026 beginnt die Phase der aktiven Einbindung potenzieller Lizenznehmer. Diese sollen über Compliance-Anforderungen, technische Standards und sonstige Auflagen informiert werden. Danach folgt das dreistufige Lizenzverfahren mit Auktion.
Der Marktstart für regulierte Online-Casinos ist für den 1. Dezember angesetzt. Ab diesem Datum soll das neue System operativ greifen.
Unsere Einschätzung
Mit der erfolgreichen zweiten Lesung hat das Online Casino Gambling Bill eine zentrale Hürde im neuseeländischen Gesetzgebungsverfahren genommen. Der weitere Ablauf mit Detailprüfung, dritter Lesung und Royal Assent ist klar definiert. Gleichzeitig stehen mit der geplanten Erhöhung der Glücksspielabgabe auf 16 Prozent und der Auktion von bis zu 15 Lizenzen wesentliche Eckpunkte des künftigen Marktes fest. Für Anbieter und Nutzer ist vor allem der geplante Marktstart am 1. Dezember maßgeblich, da ab diesem Zeitpunkt ein regulierter Online-Casino-Rahmen gelten soll.
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