Schweizer Casino-Umsatz 2025 leicht gesunken
Schweizer Casino-Umsatz sinkt 2025 auf 878,5 Millionen CHF – Rückgang im stationären Geschäft überwiegt leichtes Online-Wachstum
Das Wichtigste in Kürze
- Der Bruttospielertrag der Schweizer Casinos lag 2025 bei 878,5 Millionen CHF und damit 2,1 Prozent unter dem Vorjahr.
- Stationäre Casinos verzeichneten ein Minus von 3,9 Prozent auf 564,9 Millionen CHF, während Online-Angebote um 1,2 Prozent auf 313,6 Millionen CHF zulegten.
- Die Spielbankenabgabe sank auf 263,1 Millionen CHF, wovon rund 220 Millionen CHF an den Bund gingen.
- Die Aufsicht blockierte 580 Domains illegaler Anbieter und leitete 105 neue Untersuchungen ein.
Gesamtertrag der Casinos geht leicht zurück
Die Schweizer Spielbanken haben das Jahr 2025 mit einem geringeren Gesamtertrag abgeschlossen. Nach Angaben der Eidgenössischen Spielbankenkommission ESBK belief sich der Bruttospielertrag auf 878,5 Millionen CHF. Im Jahr zuvor hatte dieser Wert noch bei 898 Millionen CHF gelegen. Das entspricht einem Rückgang von 2,1 Prozent.
Die Entwicklung zeigt ein insgesamt stabiles, aber leicht rückläufiges Marktumfeld. Während sich das Online-Segment moderat ausweitete, konnte es die Einbußen im landbasierten Geschäft nicht ausgleichen. Damit verschiebt sich die Gewichtsverteilung zwischen stationären und digitalen Angeboten nur langsam.
Stationäre Casinos unter Druck, Online-Angebote wachsen leicht
Von den 878,5 Millionen CHF entfielen 564,9 Millionen CHF auf landbasierte Casinos. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das ein Minus von 3,9 Prozent. Das Online-Geschäft erreichte 313,6 Millionen CHF und legte damit um 1,2 Prozent zu.
Die Zahlen verdeutlichen, dass das Wachstum im digitalen Bereich weiterhin begrenzt ist. Trotz steigender Online-Erträge bleibt das stationäre Angebot der größere Umsatzträger im Schweizer Markt.
Parallel dazu veröffentlichte die interkantonale Geldspielaufsicht Gespa Daten zu Lotterien und Sportwetten. Der Umsatz in diesem Segment sank 2025 um 2,4 Prozent auf 3,87 Milliarden CHF. Der Bruttospielertrag ging um 3,7 Prozent auf 1,203 Milliarden CHF zurück. Auch hier zeigt sich ein rückläufiger Trend.
Spielbankenabgabe sinkt – Bund erhält rund 220 Millionen CHF
Mit den geringeren Erträgen verringerte sich auch die Spielbankenabgabe. Diese belief sich 2025 auf 263,1 Millionen CHF, was einem Minus von 2,1 Prozent entspricht.
Von diesem Betrag gingen 219,99 Millionen CHF an den Bund und 43,08 Millionen CHF an die Kantone. Die ESBK selbst arbeitete mit einem Budget von 10,7 Millionen CHF. Einnahmen aus Gebühren und Bussen deckten 9,36 Millionen CHF, weitere 1,35 Millionen CHF stammten aus Bundesmitteln.
Für Marktteilnehmer sind diese Zahlen relevant, da die Abgabenstruktur ein zentraler Bestandteil des regulatorischen Rahmens ist und direkten Einfluss auf die wirtschaftlichen Spielräume der Betreiber hat.
Neuer Konzessionszyklus bis 2044 prägt das Marktumfeld
Das Jahr 2025 war das erste Jahr im neuen Konzessionszyklus, der bis 2044 läuft. Bereits 2024 hatte der Bundesrat neue Konzessionen für alle Casinos ab 2025 erteilt.
Zum Jahresende waren in der Schweiz 20 stationäre Casinos und neun Online-Betreiber aktiv. Mehrere Standorte veränderten jedoch ihren Status im Laufe des Jahres. Das Casino St. Moritz stellte im April aufgrund finanzieller Probleme den Betrieb ein. Im August entzog die ESBK die Konzession. Eine Neuausschreibung ist vor einer bundesweiten Überprüfung im Jahr 2028 nicht vorgesehen.
Auch das Casino Schaffhausen schloss im Oktober nach 23 Jahren den Betrieb. Personal und Vermögenswerte wurden vom Casino Winterthur übernommen. Das Casino Davos schloss vorübergehend wegen eines Standortwechsels und nahm den Betrieb am 15. Dezember nach bestandener Inspektion wieder auf.
Im Online-Bereich startete Mendrisio im Juli 2025 ein digitales Angebot. Casino Basel und Casino Montreux zogen sich hingegen aus dem Online-Markt zurück, nachdem sie das Geschäft als wirtschaftlich nicht tragfähig bewertet hatten. Ihre Lizenzverlängerungen wurden widerrufen. Prilly erhielt eine Fristverlängerung bis zum 31. Oktober 2026, um aufgrund unerwarteter Sanierungsarbeiten den Betrieb aufzunehmen.
Aufsicht intensiviert Vorgehen gegen illegale Online-Anbieter
Ein Schwerpunkt der Regulierung lag 2025 auf der Bekämpfung unerlaubter Online-Glücksspielangebote. Die ESBK registrierte einen deutlichen Anstieg nicht autorisierter Aktivitäten.
Im Laufe des Jahres wurden 580 Domains blockiert, die ohne Lizenz auf den Schweizer Markt abzielten oder ihren Standort verschleierten. Zudem leitete die Behörde 105 neue Untersuchungen ein. Das Schweizer Recht erlaubt Zugangssperren, wenn Anbieter ohne Konzession tätig sind oder aus dem Ausland operieren und Schweizer Kunden ansprechen.
Die ESBK arbeitete dabei mit kantonalen Polizeibehörden und Staatsanwaltschaften zusammen. Gleichzeitig verwies sie auf die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen europäischen Regulierungsbehörden, da illegale Angebote häufig grenzüberschreitend agieren.
Spielerschutz und Sperrregister im Fokus
Auch der Spielerschutz blieb ein zentrales Thema. Seit der Reform des Geldspielgesetzes im Jahr 2019 steigt die Zahl der Einträge im landesweiten Sperrregister kontinuierlich.
Seit dem 7. Januar 2025 erkennen die Schweiz und Liechtenstein gegenseitig automatisch Spielersperren an. Damit werden Sperrentscheidungen grenzüberschreitend wirksam.
Die ESBK sieht jedoch Verbesserungsbedarf. Teilweise seien die im Register hinterlegten Informationen veraltet oder zu wenig aussagekräftig, um aktuelle Risiken angemessen abzubilden. Nach Einschätzung der Behörde könnten Anpassungen am Geldspielgesetz oder an der zugehörigen Verordnung erforderlich sein, um die Wirksamkeit des Registers zu erhöhen.
Unsere Einschätzung
Die Zahlen für 2025 zeigen einen leicht rückläufigen Gesamtmarkt mit moderatem Online-Wachstum und spürbaren Einbußen im stationären Bereich. Gleichzeitig verdeutlichen Konzessionswechsel, Standortschließungen und neue Online-Starts die strukturelle Bewegung innerhalb des Marktes im ersten Jahr des neuen Konzessionszyklus. Die verstärkte Bekämpfung illegaler Angebote und Anpassungen beim Spielerschutz unterstreichen die regulatorische Aktivität, die den Schweizer Glücksspielmarkt weiterhin prägt.
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