Bericht sieht wachsenden Schwarzmarkt durch höhere UK-Glücksspielsteuern

Münzen und Spielkarten liegen auf einem dunklen Tisch, im Hintergrund verschwommene Geldscheine und Schatten.

Steuererhöhungen im britischen Online-Glücksspielmarkt – Bericht sieht wachsende Abwanderung zu Offshore-Anbietern

Das Wichtigste in Kürze

  • Die britische Remote Gaming Duty wurde im April auf 40 Prozent erhöht.
  • Laut einer Analyse von H2 Gambling Capital könnte der Anteil illegaler Online-Anbieter bis 2031 auf 22 Prozent steigen.
  • Der Offshore-Umsatz wuchs von 5 Milliarden Pfund im Jahr 2019 auf 16,6 Milliarden Pfund und soll bis 2031 auf 36 Milliarden Pfund steigen.
  • Illegale Glücksspielumsätze könnten sich von 685 Millionen Pfund im Jahr 2025 auf 1,4 Milliarden Pfund im Jahr 2031 mehr als verdoppeln.
  • Die regulierte Branche wächst laut Prognose nur um 0,2 Prozent pro Jahr und verliert real 12 Prozent bis 2031.

Analyse warnt vor beschleunigter Abwanderung in den Schwarzmarkt

Eine aktuelle Analyse von H2 Gambling Capital, auf die der Branchenverband Betting and Gaming Council verweist, sieht durch höhere Steuern im Vereinigten Königreich eine verstärkte Verlagerung von Online-Glücksspielaktivitäten zu nicht lizenzierten Offshore-Anbietern. Hintergrund ist die Anhebung der Remote Gaming Duty auf 40 Prozent seit April dieses Jahres. Zusätzlich nennt der Bericht niedrigere Return-to-Player-Raten im stationären Bereich als weiteren Faktor.

Ab April 2027 ist zudem eine Erhöhung der Remote Betting Duty geplant. Laut Analyse könnte dies den Druck auf lizenzierte Anbieter weiter erhöhen. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass steigende steuerliche Belastungen die Wettbewerbsfähigkeit des regulierten Marktes schwächen und damit Offshore-Plattformen begünstigen könnten.

Offshore-Umsätze steigen deutlich seit 2019

Die Studie zeichnet eine deutliche Entwicklung im nicht regulierten Markt nach. Der Umsatz von Offshore-Online-Glücksspielanbietern sei von 5 Milliarden Pfund im Jahr 2019 auf 16,6 Milliarden Pfund gestiegen. Für das Jahr 2031 wird ein weiterer Anstieg auf 36 Milliarden Pfund prognostiziert.

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Parallel dazu soll der Anteil illegaler Anbieter am gesamten Online-Wettmarkt zunehmen. Für 2025 wird ein Marktanteil von 10 Prozent erwartet. Bis 2031 könnte dieser Wert auf 22 Prozent steigen. Im gleichen Zeitraum würde der Anteil regulierter Anbieter von 90 Prozent auf 78 Prozent sinken. Damit würde mehr als ein Fünftel aller online platzierten Wetteinsätze bei nicht lizenzierten Betreibern landen.

Auch auf der Umsatzseite zeigt sich laut Analyse eine deutliche Verschiebung. Die Einnahmen aus illegalem Online-Glücksspiel sollen von 685 Millionen Pfund im Jahr 2025 auf 1,4 Milliarden Pfund im Jahr 2031 steigen. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von nahezu 13 Prozent.

Regulierter Markt wächst kaum und verliert real an Wert

Im Vergleich dazu prognostiziert die Analyse für den regulierten britischen Online-Glücksspielmarkt nur ein jährliches Wachstum von 0,2 Prozent. Real, also unter Berücksichtigung der Preisentwicklung, soll der Markt bis 2031 um 12 Prozent schrumpfen.

Diese Entwicklung deutet laut Bericht auf eine zunehmende Diskrepanz zwischen reguliertem und nicht reguliertem Angebot hin. Während der Schwarzmarkt dynamisch wächst, stagniert der lizenzierte Sektor nahezu.

Der Betting and Gaming Council verweist in diesem Zusammenhang auf die wirtschaftliche Bedeutung der regulierten Branche. Nach Angaben des Verbands unterstützt sie mehr als 109.000 Arbeitsplätze, generiert rund 4 Milliarden Pfund an jährlichen Steuereinnahmen und trägt zur Finanzierung des britischen Sports bei. Höhere steuerliche Belastungen könnten diese Beiträge gefährden, wenn Marktanteile an nicht lizenzierte Anbieter verloren gehen.

Branchenverband sieht Wettbewerbsnachteile für lizenzierte Anbieter

Grainne Hurst, Chief Executive des Betting and Gaming Council, erklärte, die Steuererhöhungen verschafften illegalen Betreibern einen Wettbewerbsvorteil. Wenn die Wettbewerbsfähigkeit des regulierten Sektors weiter geschwächt werde, würden Kunden nicht aufhören zu spielen, sondern ihre Einsätze zu Anbietern ohne britische Lizenz verlagern.

Laut Verband bieten lizenzierte Anbieter Schutzmechanismen wie Maßnahmen zum sicheren Spielen, Altersverifikation und Steuerabgaben an den britischen Staat. Nicht lizenzierte Offshore-Anbieter unterliegen diesen Vorgaben nicht.

Für Nutzer von Online-Glücksspielangeboten bedeutet die Entwicklung eine mögliche Verschiebung im Marktumfeld. Ein wachsender Anteil nicht regulierter Angebote kann Auswirkungen auf Verbraucherschutz, steuerliche Rahmenbedingungen und die Verfügbarkeit lizenzierter Plattformen haben.

Unsere Einschätzung

Die vorgelegte Analyse von H2 Gambling Capital zeigt auf Basis der genannten Zahlen eine deutliche Wachstumsdynamik im Offshore-Segment des britischen Online-Glücksspielmarktes. Gleichzeitig weist sie auf eine schwache Entwicklung des regulierten Sektors hin, insbesondere im Kontext der erhöhten Remote Gaming Duty und der geplanten Anpassung der Remote Betting Duty. Für Marktteilnehmer und Nutzer sind diese Daten relevant, da sie Veränderungen bei Marktanteilen, Umsätzen und regulatorischen Rahmenbedingungen im Vereinigten Königreich bis 2031 abbilden.

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Über den Autor

Janina Frei

Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.
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