PAGCOR verschiebt Mindestgebühren für iGaming-Anbieter
PAGCOR verschiebt Mindestlizenzgebühren für iGaming-Anbieter – Umsetzung des neuen MGF-Systems startet später
Das Wichtigste in Kürze
– PAGCOR verschiebt die Einführung der neuen monatlichen Mindestgarantiegebühr um zwei Monate.
– Die erste Stufe tritt nun am 1. Juni 2026 statt am 1. April 2026 in Kraft.
– Die zweite Stufe wird vom 1. Oktober 2026 auf den 1. Januar 2027 verschoben.
– Online-Casino-Anbieter müssen je nach Umsatz monatliche Mindestbeträge zwischen 3 Mio. und 10,5 Mio. Php zahlen.
– Parallel verschärft PAGCOR regulatorische Vorgaben, unter anderem durch eine Vereinbarung mit dem Justizministerium und die Akkreditierung von GLI.
Neue Fristen für die monatliche Mindestgarantiegebühr
Die philippinische Glücksspielaufsicht Philippine Amusement and Gaming Corporation, kurz PAGCOR, hat die Einführung der neuen monatlichen Mindestgarantiegebühr, der sogenannten Monthly Minimum Guaranteed Fee oder MGF, um zwei Monate verschoben. Das geht aus einem Memorandum der Electronic Gaming Licensing Department hervor.
Die erste Umsetzungsstufe startet nun am 1. Juni 2026. Ursprünglich war der 1. April 2026 vorgesehen. Die zweite Stufe wird vom 1. Oktober 2026 auf den 1. Januar 2027 verschoben.
Berichten zufolge steht die Entscheidung im Zusammenhang mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage. PAGCOR kündigte zudem an, die bestehenden Marktbedingungen umfassend zu evaluieren, um zu prüfen, ob weitere Anpassungen zur langfristigen Stabilität des Sektors erforderlich sind.
Für lizenzierte Betreiber bedeutet die Verschiebung, dass sie mehr Zeit erhalten, sich auf die neuen finanziellen Anforderungen einzustellen.
Konkrete Gebühren je nach Geschäftsmodell und Umsatz
Die Höhe der monatlichen Mindestgarantiegebühr hängt davon ab, ob ein Betreiber Online-Casinospiele anbietet und welche monatlichen Bruttospielerträge, also Gross Gaming Revenue oder GGR, erzielt werden.
In der ersten Stufe müssen Betreiber, die elektronische Casinospiele für den philippinischen Markt anbieten, monatlich 9 Mio. Php zahlen, sofern ihr monatlicher GGR mindestens 30 Mio. Php beträgt. Betreiber ohne Online-Casinotitel zahlen 3 Mio. Php pro Monat, wenn ihr GGR mindestens 15 Mio. Php erreicht.
Mit der zweiten Stufe steigen die Beträge. Anbieter von Online-Casinospielen müssen dann 10,5 Mio. Php monatlich entrichten, sofern ihr GGR bei mindestens 35 Mio. Php liegt. Betreiber ohne entsprechende Casinotitel zahlen 4 Mio. Php pro Monat, wenn ihr monatlicher GGR mindestens 20 Mio. Php beträgt.
Die MGF stellt damit eine feste monatliche Mindestzahlung dar, die an bestimmte Umsatzschwellen geknüpft ist. Für Anbieter, die in den philippinischen Markt expandieren oder ihr Angebot anpassen, ist diese Struktur ein zentraler Kostenfaktor.
Sanktionen bei nicht gemeldeten Online-Casinotiteln
PAGCOR hat zugleich klargestellt, dass Betreiber verpflichtet sind, ihre angebotenen Online-Casinospiele ordnungsgemäß zu deklarieren. Wird ein Anbieter dabei ertappt, entsprechende Titel ohne Meldung an die Behörde bereitzustellen, drohen administrative Sanktionen.
Diese können bis zur Aussetzung oder zum Entzug der Akkreditierung reichen. Damit unterstreicht die Behörde, dass die Einhaltung der Meldepflichten integraler Bestandteil des Lizenzsystems ist.
Für Betreiber bedeutet das, dass nicht nur finanzielle Anforderungen steigen, sondern auch die regulatorische Kontrolle über Produktangebote intensiviert wird.
Zusätzliche regulatorische Maßnahmen von PAGCOR
Parallel zur Verschiebung der MGF-Einführung hat PAGCOR weitere Schritte zur Verschärfung der Regulierung eingeleitet.
Zum einen wurde eine Vereinbarung mit dem philippinischen Justizministerium geschlossen. Personal des Department of Justice wird künftig in die Liste der Personen aufgenommen, denen der Zutritt zu Casinos untersagt ist. Laut Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur handelt es sich um das erste Abkommen dieser Art zwischen beiden Institutionen.
Der Justizminister betonte, dass der Datenaustausch eine effizientere Identifizierung ermögliche und die Durchsetzung bestehender Regeln stärke. Ziel sei es, den Zugang zu Glücksspielumsätzen besser zu regulieren und disziplinarische Maßnahmen innerhalb der Behörde zu unterstützen.
Zum anderen hat PAGCOR mit Gaming Laboratories International, kurz GLI, erstmals ein Unternehmen als Prüf- und Zertifizierungsstelle im Rahmen eines neuen regulatorischen Rahmens akkreditiert. GLI ist damit das erste Testlabor, das iGaming-Plattformen auf den Philippinen prüfen und zertifizieren darf.
Nach Angaben von PAGCOR müssen künftig alle iGaming-B2B-Zulieferer, die im Land tätig sind, eine entsprechende Akkreditierung erhalten. Damit soll sichergestellt werden, dass sie die vorgegebenen technischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen erfüllen.
Unsere Einschätzung
Die Verschiebung der MGF-Einführung verschafft lizenzierten iGaming-Betreibern in den Philippinen zusätzliche Vorbereitungszeit, ändert jedoch nichts an der grundsätzlichen Struktur der neuen Mindestgebühren. Gleichzeitig intensiviert PAGCOR die regulatorische Aufsicht durch strengere Meldepflichten, Sanktionen bei Verstößen, institutionelle Kooperationen und neue Zertifizierungsanforderungen für technische Dienstleister. Für Anbieter bleibt der philippinische Markt damit sowohl finanziell als auch regulatorisch klar definiert und formalisiert.
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