Isle of Man plant Bußgelder für Glücksspiel-Manager

Regierungsgebäude, Compliance-Checkliste mit rotem Warnstempel, Münzstapel mit Strafsymbol vor weißem Hintergrund.

Isle of Man plant Bußgelder gegen Glücksspiel-Manager – Aufsicht reagiert auf AML-Verstöße mit persönlicher Haftung

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Gambling Supervision Commission der Isle of Man hat eine Konsultation zu persönlichen Geldstrafen für Führungskräfte von Glücksspielanbietern gestartet.
  • Der Entwurf des Gambling Legislation (Amendment) Bill 2025 sieht zivilrechtliche Sanktionen bei Verstößen mit Zustimmung, Mitwirkung oder Fahrlässigkeit vor.
  • Die Aufsicht will damit neben lizenzierten Unternehmen auch verantwortliche Einzelpersonen in die Pflicht nehmen.
  • Hintergrund sind festgestellte Schwächen bei der Geldwäscheprävention, zuletzt belegt durch eine Geldstrafe von 200.000 Pfund gegen Shelgeyr Limited.
  • Die Konsultation läuft bis zum 25. Mai.

Geplante Gesetzesänderung erweitert Haftung auf Führungsebene

Die Gambling Supervision Commission der Isle of Man hat eine öffentliche Konsultation zu einer Reform des Glücksspielrechts eingeleitet. Kernpunkt des Entwurfs für den Gambling Legislation (Amendment) Bill 2025 ist die Möglichkeit, finanzielle Sanktionen nicht nur gegen lizenzierte Betreiber, sondern auch gegen einzelne Führungskräfte zu verhängen.

Konkret sollen Direktoren, Compliance-Verantwortliche und weitere Schlüsselpersonen belangt werden können, wenn Verstöße gegen regulatorische Vorgaben mit ihrer Zustimmung, Mitwirkung oder aufgrund von Fahrlässigkeit erfolgen. Die Aufsicht spricht von einer doppelten Verantwortungsstruktur. Neben dem Unternehmen selbst würden damit auch jene Personen haftbar, die für die Ausgestaltung und Umsetzung von Compliance-Systemen zuständig sind.

Die Konsultationsphase ist bis zum 25. Mai angesetzt. In dieser Zeit können Marktteilnehmer und weitere Interessierte Stellung nehmen.

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AML-Risiken im Glücksspielsektor als Auslöser der Reform

Ausgangspunkt der geplanten Verschärfungen ist die Einschätzung der Behörden zur Gefährdung durch Finanzkriminalität. Die Isle of Man stuft ihr eigenes Risiko im Bereich Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung seit 2020 als mittel bis hoch ein. Innerhalb dieser Bewertung gilt der Glücksspielsektor als besonders anfällig.

Die geplante Ausweitung der Sanktionsmöglichkeiten zielt darauf ab, Schwachstellen in der Prävention zu adressieren. Durch die persönliche Haftung sollen Verantwortlichkeiten klarer zugeordnet werden. Die Aufsicht macht damit deutlich, dass sie nicht nur formale Strukturen, sondern auch die tatsächliche Umsetzung von Kontrollmechanismen stärker prüfen will.

Für Anbieter bedeutet das, dass interne Kontrollsysteme, Risikobewertungen und Entscheidungsprozesse noch stärker dokumentiert und nachvollziehbar sein müssen. Insbesondere Funktionen mit direktem Bezug zur Geldwäscheprävention rücken in den Fokus.

Fall Shelgeyr Limited zeigt konkrete Defizite bei Sorgfaltspflichten

Die Reformpläne folgen auf konkrete Durchsetzungsmaßnahmen. Im vergangenen Monat verhängte die Commission eine Geldstrafe in Höhe von 200.000 Pfund gegen Shelgeyr Limited. Eine Inspektion hatte mehrere Verstöße gegen geldwäscherechtliche Vorgaben offengelegt.

Nach Angaben der Behörde betrafen die Mängel unter anderem die Kundenidentifizierung und die verstärkte Sorgfaltspflicht bei erhöhtem Risiko. Konten seien aktiv geblieben oder wiedereröffnet worden, ohne dass ausreichende Dokumentation vorlag. Zudem habe das Unternehmen die Herkunft von Kundengeldern nicht angemessen überprüft.

Weitere Defizite betrafen die Prüfung politisch exponierter Personen sowie die Dokumentation von Prozessen. Lücken in der Aufzeichnung hätten die Nachvollziehbarkeit eingeschränkt. Darüber hinaus stellte die Aufsicht unzureichende Risikobewertungen fest, insbesondere im Hinblick auf geografische Risiken und Risiken im Zusammenhang mit virtuellen Währungen.

Auch die interne Governance geriet in die Kritik. Die für Geldwäschemeldungen zuständige Person sowie der Compliance Officer verfügten laut Feststellungen der Behörde nicht über ausreichende Fachkenntnisse und Autorität. Schulungen seien seit mehr als einem Jahr nicht aktualisiert worden.

Auswirkungen für Anbieter und verantwortliche Personen

Mit der geplanten Gesetzesänderung würde sich der regulatorische Druck auf Führungskräfte erhöhen. Während bisher primär das lizenzierte Unternehmen als Adressat von Sanktionen im Mittelpunkt stand, könnten künftig auch individuelle Entscheidungen und Unterlassungen finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen.

Für internationale Anbieter mit Lizenz auf der Isle of Man hat dies praktische Relevanz. Wer Compliance-Strukturen gestaltet, interne Kontrollen überwacht oder strategische Entscheidungen mit Einfluss auf die Geldwäscheprävention trifft, muss im Fall der Reform mit einer direkten Haftung rechnen.

Zugleich unterstreicht die Behörde, dass Verstöße nicht nur bei vorsätzlichem Handeln, sondern auch bei Fahrlässigkeit sanktioniert werden können. Maßgeblich ist, ob ein Fehlverhalten mit Zustimmung, Mitwirkung oder mangelnder Sorgfalt der betreffenden Person zusammenhängt.

Unsere Einschätzung

Die Isle of Man reagiert mit der geplanten Reform auf festgestellte Schwächen in der Geldwäscheprävention im Glücksspielsektor. Durch die vorgesehene Möglichkeit, neben Unternehmen auch Führungskräfte zivilrechtlich zu sanktionieren, erweitert die Aufsicht ihren Instrumentenkasten. Der konkrete Fall Shelgeyr Limited verdeutlicht, welche Defizite bei Sorgfaltspflichten, Risikobewertungen und interner Organisation im Fokus stehen. Für lizenzierte Anbieter und verantwortliche Personen steigt damit die regulatorische Verantwortung im Bereich AML-Compliance.

Hinweis: Diese Webseite dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Gewinne im Glücksspiel sind nicht garantiert. Glücksspiel kann süchtig machen. Spiele nur, wenn es in deiner Region legal ist, und informiere dich über die geltenden Gesetze. Beratung: BZgA +49 (0) 800 1 37 27 00 | 18+

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Über den Autor

Janina Frei

Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.
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