Kambodschas Glücksspielsektor wächst 2025 trotz Razzien

Regierungsgebäude mit kambodschanischem Dach, aufsteigendem Balkendiagramm, Münzen und Schild mit durchgestrichenem Lizenzsymbol.

Kambodschas Glücksspieleinnahmen steigen 2025 um 14 Prozent – Branche wächst trotz Razzien und Grenzkonflikten

Das Wichtigste in Kürze

  • Kambodscha erzielte 2025 regulierte Glücksspieleinnahmen von 290,7 Milliarden Riel, ein Plus von 14 Prozent gegenüber 2024.
  • Bis Ende 2025 waren 195 Casinos lizenziert, davon 160 in der Provinz Preah Sihanouk.
  • Behörden suspendierten oder widerriefen mehrere Lizenzen wegen Verstößen gegen das Glücksspielgesetz.
  • Razzien richteten sich gegen Cyberbetrug, illegale Online-Wetten und Geldwäsche im Umfeld von Casinos.
  • Grenzspannungen mit Thailand beeinträchtigten den Reiseverkehr in wichtigen Casinostandorten.

Staatliche Einnahmen steigen trotz verschärfter Kontrollen

Nach Angaben der Cambodian Commercial Gaming Commission erzielte Kambodscha im Jahr 2025 verpflichtende Einnahmen aus dem regulierten Glücksspielsektor in Höhe von 290,7 Milliarden Riel, umgerechnet rund 72 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 14 Prozent im Vergleich zu 2024. In absoluten Zahlen legten die Einnahmen um etwa 35,8 Milliarden Riel beziehungsweise rund 8,9 Millionen US-Dollar zu.

Die offiziellen Daten zeigen damit ein Wachstum des regulierten Marktes in einem Umfeld verstärkter staatlicher Eingriffe. Die Regierung hatte im Verlauf des Jahres die Durchsetzung bestehender Vorschriften intensiviert und zugleich Maßnahmen gegen illegale Aktivitäten rund um Casinobetriebe ausgeweitet.

Analysten führen den Einnahmeanstieg laut den veröffentlichten Angaben nicht auf eine gestiegene Glücksspielnachfrage zurück. Stattdessen verweisen sie auf eine strengere Einhaltung von Vorschriften durch verbleibende Betreiber sowie auf verbesserte Mechanismen zur Erhebung staatlicher Abgaben.

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195 lizenzierte Casinos, Schwerpunkt in Preah Sihanouk

Bis Ende 2025 verfügte Kambodscha über 195 lizenzierte Casinos. Ein Großteil davon, insgesamt 160 Betriebe, befand sich in der Provinz Preah Sihanouk. Die Region gilt seit Jahren als Zentrum der kambodschanischen Casinoindustrie.

Die starke Konzentration in einer einzelnen Provinz unterstreicht die regionale Bedeutung des Sektors. Gleichzeitig rückten Standorte wie Sihanoukville wiederholt in den Fokus der Behörden, da Ermittlungen zu illegalen Aktivitäten dort ansetzten.

Neben Preah Sihanouk spielten auch andere Grenzregionen eine Rolle, insbesondere Gebiete mit enger wirtschaftlicher Verflechtung zu Nachbarstaaten. Diese geografische Lage wirkte sich 2025 zusätzlich auf die Rahmenbedingungen der Branche aus.

Lizenzentzüge und Razzien gegen Cyberkriminalität

Im Februar 2025 gaben die Regulierungsbehörden die Suspendierung und den Widerruf von fünf Casino-Lizenzen bekannt. Als Grundlage nannten sie Verstöße gegen das Law on Commercial Gambling Management. Die Behörden warnten, dass Zuwiderhandlungen Geldstrafen oder dauerhafte Schließungen nach sich ziehen können.

Im Laufe des Jahres führten die Behörden wiederholt Razzien durch. Ziel waren Cyberbetrugsoperationen, illegale Online-Wettnetzwerke sowie Geldwäscheaktivitäten mit Bezug zu Casinobetrieben. Mehrere Casinos in Sihanoukville und in der Provinz Svay Rieng verloren nach polizeilichen Ermittlungen vorübergehend oder dauerhaft ihre Lizenzen.

Bei einer größeren Operation nahmen die Ermittler Dutzende Personen fest. Zudem beschlagnahmten sie Computer und Mobilgeräte, die mutmaßlich mit Cyberbetrugsnetzwerken in Verbindung standen. Die Cambodian Commission for Combating Cybercrime koordinierte die Maßnahmen gemeinsam mit Provinzgerichten und der nationalen Polizei. Ein Schwerpunkt lag auf Grenzgebieten.

Berichten zufolge wurden in bestimmten Regionen zudem Telekommunikationsbeschränkungen eingeführt. Ziel war es, mutmaßliche Betrugsnetzwerke zu stören und deren Kommunikation zu unterbrechen.

Internationale Sanktionen und Spannungen mit Thailand

Parallel zu den nationalen Maßnahmen wuchs der internationale Druck. Die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich verhängten Sanktionen gegen kambodschanische Betreiber und Einzelpersonen, denen Beteiligung an grenzüberschreitenden Betrugsfällen und Geldwäsche vorgeworfen wird.

Zusätzlich belasteten Spannungen mit Thailand den Sektor. In der Nähe von Poipet, einem wichtigen Casinostandort mit starkem Besucheraufkommen aus Thailand, kam es zu bewaffneten Zusammenstößen. Grenzübergänge wurden zeitweise geschlossen, Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Dies beeinträchtigte den grenzüberschreitenden Reiseverkehr.

Die thailändischen Behörden stellten zudem einen Haftbefehl gegen eine prominente Figur aus dem kambodschanischen Casinoumfeld aus. Hintergrund waren mutmaßliche Verbindungen zu grenzüberschreitenden Betrugsnetzwerken.

Trotz dieser diplomatischen Spannungen und operativen Einschränkungen verzeichnete der regulierte Sektor laut den offiziellen Zahlen ein Einnahmenplus.

Regierung setzt auf stärker regulierten Markt

Die kambodschanische Regierung signalisierte, dass sie die Durchsetzungsmaßnahmen fortsetzen will. Ziel sei es, die Branche transparenter zu gestalten und strenger zu regulieren.

Die Kombination aus Lizenzentzügen, koordinierten Strafverfolgungsmaßnahmen und internationaler Zusammenarbeit deutet auf eine strategische Neuausrichtung hin. Statt eines expansiven Wachstums steht die Konsolidierung des Marktes im Vordergrund, begleitet von einer engeren Überwachung lizenzierter Betreiber.

Für Marktteilnehmer bedeutet dies ein Umfeld, in dem formale Compliance-Anforderungen stärker in den Fokus rücken. Die Entwicklung der Staatseinnahmen zeigt zugleich, dass sich ein regulierter Kernmarkt trotz erhöhter Kontrollen behaupten konnte.

Unsere Einschätzung

Die offiziellen Zahlen für 2025 belegen ein Umsatzwachstum im regulierten Glücksspielsektor Kambodschas, obwohl Behörden verstärkt gegen illegale Aktivitäten vorgingen und geopolitische Spannungen den Betrieb einzelner Standorte beeinträchtigten. Gleichzeitig verdeutlichen Lizenzentzüge, Razzien und internationale Sanktionen, dass die Regierung und ausländische Partner den Druck auf nicht konforme Akteure erhöht haben. Der Markt entwickelt sich damit unter strengeren regulatorischen Bedingungen weiter.

Hinweis: Diese Webseite dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Gewinne im Glücksspiel sind nicht garantiert. Glücksspiel kann süchtig machen. Spiele nur, wenn es in deiner Region legal ist, und informiere dich über die geltenden Gesetze. Beratung: BZgA +49 (0) 800 1 37 27 00 | 18+

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Über den Autor

Janina Frei

Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.
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