Lottomatica steigert Q1-EBITDA dank starkem Online-Geschäft
Lottomatica steigert EBITDA im ersten Quartal deutlich – Online-Geschäft gewinnt Marktanteile im regulierten italienischen Markt
Das Wichtigste in Kürze
- Normalisiertes bereinigtes EBITDA steigt im ersten Quartal 2026 um 22 Prozent auf 253 Millionen Euro.
- Online-Umsatz wächst um 10 Prozent berichtet und um 17 Prozent normalisiert auf 265 Millionen Euro.
- Online-Marktanteil erreicht 31,8 Prozent, iGaming-Anteil liegt bei 32,2 Prozent.
- Nettofinanzverschuldung sinkt auf 2,051 Milliarden Euro, Verschuldungsgrad verbessert sich auf 2,3.
- Für 2026 erwartet das Unternehmen ein bereinigtes EBITDA am oberen Ende der Spanne von 940 bis 980 Millionen Euro.
Ergebnisanstieg im ersten Quartal 2026
Lottomatica hat im ersten Quartal 2026 einen deutlichen Anstieg der Ertragskennzahlen gemeldet. Das normalisierte bereinigte EBITDA erhöhte sich im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 253 Millionen Euro. Das ausgewiesene bereinigte EBITDA lag bei 236 Millionen Euro nach 220,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, was einem Anstieg von 7 Prozent entspricht.
Der Konzernumsatz stieg um 3 Prozent auf 602 Millionen Euro. Auf normalisierter Basis belief sich der Umsatz auf 623 Millionen Euro und lag damit 10 Prozent über dem Vorjahr. Die Bruttospielerträge erhöhten sich um 2 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro. Der bereinigte Nettogewinn legte um 12 Prozent auf 106 Millionen Euro zu.
Die Entwicklung zeigt, dass das Unternehmen trotz unterschiedlicher Dynamiken in den einzelnen Segmenten insgesamt höhere operative Ergebnisse erzielt hat.
Online-Segment kompensiert Schwäche im Sportwettgeschäft
Das Online-Geschäft war im ersten Quartal das stärkste Segment. Die berichteten Online-Umsätze stiegen um 10 Prozent auf 265 Millionen Euro, auf normalisierter Basis betrug das Wachstum 17 Prozent. Das bereinigte EBITDA des Online-Bereichs erhöhte sich um 18 Prozent auf 152 Millionen Euro.
Die EBITDA-Marge des Segments verbesserte sich auf 57,5 Prozent nach 53,6 Prozent im Vorjahreszeitraum. Damit trug das Online-Geschäft maßgeblich zur Ergebnissteigerung des Konzerns bei.
Im Gegensatz dazu entwickelte sich das stationäre Sportwettgeschäft schwächer. Die Umsätze im Bereich Sport Franchise sanken um 5 Prozent auf 142 Millionen Euro. Das EBITDA ging hier um 23 Prozent auf 35 Millionen Euro zurück. Als Grund nannte das Unternehmen ungünstige Auszahlungsquoten.
Im Segment Gaming Franchise blieb der Umsatz mit 195 Millionen Euro unverändert. Das EBITDA stieg jedoch um 4 Prozent auf 48 Millionen Euro.
Marktanteile im neu regulierten Wettmarkt
Der italienische Wettmarkt passt sich seit November 2025 an einen neuen regulatorischen Rahmen an. In diesem Umfeld konnte Lottomatica nach eigenen Angaben Marktanteile hinzugewinnen.
Der Online-Marktanteil des Unternehmens erreichte im ersten Quartal 31,8 Prozent, ein Anstieg um 1,4 Prozentpunkte im Jahresvergleich. Der Anteil im iGaming-Segment lag bei 32,2 Prozent. Im Online-Sportwettenmarkt stieg der Marktanteil auf 32,5 Prozent.
Diese Kennzahlen verdeutlichen die starke Position des Unternehmens im digitalen Vertriebskanal innerhalb des regulierten italienischen Marktes.
Integration von SKS365 und Entwicklung von PWO
Lottomatica verwies zudem auf Fortschritte bei der Integration der 2024 für 640 Millionen Euro übernommenen SKS365, die inzwischen unter dem Namen PWO firmiert.
Im ersten Quartal erreichte PWO im iGaming-Bereich einen Marktanteil von 5,5 Prozent. Im Jahr 2025 war dieser im Zuge von Plattformmigrationen auf 5,0 Prozent gesunken. Auch im Gesamtmarkt für Sportwetten kehrte PWO mit einem Marktanteil von 9,0 Prozent auf das Niveau vor der Migration zurück.
Damit meldet das Unternehmen eine Stabilisierung der Marktposition der übernommenen Einheit nach technischen Umstellungen.
Refinanzierung senkt Zinskosten und Verschuldung
Neben der operativen Entwicklung berichtete Lottomatica über eine Refinanzierung. Das Unternehmen platzierte vorrangig besicherte Anleihen im Volumen von 765 Millionen Euro mit Laufzeit bis 2032.
Durch diese Maßnahme sollen sich die jährlichen Zinskosten um rund 5,5 Millionen Euro reduzieren.
Die Nettofinanzverschuldung sank auf 2,051 Milliarden Euro nach 2,105 Milliarden Euro zum Jahresende 2025. Der Verschuldungsgrad verbesserte sich von 2,4 auf 2,3.
Diese Kennzahlen sind für Marktbeobachter relevant, da sie Hinweise auf die finanzielle Stabilität und den Spielraum für Investitionen oder Ausschüttungen geben.
Ausblick und geplante Kapitalrückführung
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte Lottomatica die Erwartung, dass das bereinigte EBITDA am oberen Ende der Prognosespanne von 940 bis 980 Millionen Euro liegen wird.
Zudem plant das Unternehmen, in den Jahren 2026 und 2027 bis zu 1 Milliarde Euro an die Aktionäre zurückzuführen. Dies soll über Dividenden und Aktienrückkäufe erfolgen. Für das laufende Jahr wurde eine Dividende von 0,44 Euro je Aktie angekündigt. Ein neues Aktienrückkaufprogramm wurde genehmigt und gestartet.
Unsere Einschätzung
Die veröffentlichten Zahlen zeigen, dass Lottomatica im ersten Quartal 2026 insbesondere vom Wachstum im Online-Geschäft profitiert hat. Während das stationäre Sportwettsegment rückläufig war, führten steigende Online-Umsätze und höhere Margen zu einem deutlichen Anstieg des normalisierten EBITDA.
Zusätzlich unterstreichen wachsende Marktanteile im italienischen Online- und iGaming-Markt sowie die verbesserte Verschuldungskennzahl die aktuelle Position des Unternehmens im regulierten Marktumfeld. Die angekündigte Kapitalrückführung und die Refinanzierung ergänzen die operative Entwicklung um finanzielle Maßnahmen mit Auswirkungen auf die Kapitalstruktur.
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