Schwedische Aufsicht prüft drei iGaming-Anbieter wegen AML-Pflichten
Schwedens Glücksspielbehörde prüft SCGO Limited, Avento MT und Premier Gaming – Fokus auf Geldwäsche-Risiken und Sorgfaltspflichten
Das Wichtigste in Kürze
- Die schwedische Glücksspielaufsicht Spelinspektionen hat Aufsichtsverfahren gegen SCGO Limited, Avento MT Limited und Premier Gaming Ltd eingeleitet.
- Geprüft werden die unternehmensweiten Risikoanalysen sowie die Einhaltung der Kundensorgfaltspflichten nach dem schwedischen Geldwäschegesetz.
- Die Überprüfungen beziehen sich auf Kapitel 2 bis 4 des Gesetzes 2017:630 zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.
- SCGO betreibt in Schweden die Plattform Vbet, Avento MT unter anderem Frank Casino und mrbit, Premier Gaming mehrere Pronto-Marken.
- SCGO war bereits zuvor in den Niederlanden mit geldwäscherechtlichen Mängeln konfrontiert.
Spelinspektionen leitet AML-Prüfungen gegen drei Lizenznehmer ein
Die schwedische Glücksspielbehörde Spelinspektionen hat gegen drei lizenzierte Anbieter sogenannte Aufsichtsmitteilungen ausgesprochen. Betroffen sind SCGO Limited, Avento MT Limited sowie Premier Gaming Ltd. Im Mittelpunkt steht die Überprüfung der Maßnahmen zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.
Nach Angaben der Behörde wird bei jedem Unternehmen die allgemeine Risikoanalyse geprüft. Zudem kontrolliert Spelinspektionen, ob die jeweiligen Anbieter die Vorgaben zur Kundenidentifizierung und -überwachung einhalten. Grundlage der Prüfung sind die unternehmenseigenen Routinedokumente.
Konkret bezieht sich die Aufsicht auf die Kapitel zwei bis vier des schwedischen Gesetzes 2017:630 über Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Diese Abschnitte regeln unter anderem Anforderungen an Risikoanalysen, interne Verfahren sowie Sorgfaltspflichten gegenüber Kunden.
Die Ergebnisse der jeweiligen Prüfungen will die Behörde nach Abschluss veröffentlichen. Falls erforderlich, sollen auch Informationen zu möglichen aufsichtsrechtlichen Maßnahmen bekanntgegeben werden.
SCGO Limited betreibt Vbet mit schwedischer Lizenz seit 2023
SCGO Limited verfügt seit Dezember 2023 über eine schwedische Lizenz für Online-Sportwetten und iGaming. Das Unternehmen betreibt auf dieser Grundlage die Plattform Vbet im schwedischen Markt.
Die aktuelle Prüfung in Schweden ist nicht das erste Mal, dass sich SCGO mit geldwäscherechtlichen Fragen auseinandersetzen muss. Bereits im Dezember des vergangenen Jahres hatte die niederländische Glücksspielaufsicht Kansspelautoriteit eine Verwarnung gegen Vbet ausgesprochen. Grundlage war eine Untersuchung aus dem April 2025, bei der Mängel im Bereich des niederländischen Gesetzes zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung festgestellt wurden.
SCGO erklärte damals gegenüber iGaming Expert, man wolle mit der niederländischen Behörde zusammenarbeiten, um ein möglichst sicheres Betriebsumfeld in den Niederlanden zu gewährleisten. Die nun eingeleitete Prüfung durch Spelinspektionen betrifft jedoch ausschließlich die Einhaltung der schwedischen Vorgaben.
Avento MT und Premier Gaming mit mehreren Marken im schwedischen Markt aktiv
Auch Avento MT Limited steht im Fokus der schwedischen Aufsicht. Das Unternehmen ist seit Januar 2023 als iGaming-Anbieter in Schweden lizenziert. Es betreibt dort mehrere Plattformen, darunter Frank Casino, mrbit und SlotV.
Premier Gaming Ltd erhielt seine Lizenz für Online-Sportwetten und iGaming in Schweden im Januar 2024. Zum Portfolio des Unternehmens zählen die Marken Pronto Casino, Pronto Live, Pronto Lotter, Pronto Odds und Pronto Sports.
Für beide Unternehmen gilt wie für SCGO, dass Spelinspektionen die internen Risikoanalysen sowie die Umsetzung der gesetzlichen Sorgfaltspflichten überprüft. Die Behörde stützt sich dabei auf eingereichte Dokumentationen der jeweiligen Betreiber.
Veröffentlichung der Ergebnisse nach Abschluss der Prüfungen vorgesehen
Spelinspektionen hat angekündigt, die Resultate der einzelnen Überprüfungen nach deren Abschluss öffentlich zu machen. Sollte die Behörde Verstöße oder Defizite feststellen, will sie auch über entsprechende Interventionen informieren.
Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe lagen noch keine Ergebnisse oder Sanktionen vor. iGaming Expert hat nach eigenen Angaben alle drei betroffenen Unternehmen um eine Stellungnahme zu den Aufsichtsmitteilungen gebeten.
Für Nutzer und Marktteilnehmer sind solche Prüfverfahren vor allem deshalb relevant, weil sie die regulatorische Zuverlässigkeit lizenzierter Anbieter betreffen. Die Einhaltung von Geldwäschevorschriften ist ein zentraler Bestandteil der Lizenzbedingungen im schwedischen Glücksspielmarkt.
Unsere Einschätzung
Die eingeleiteten Prüfungen durch Spelinspektionen betreffen drei lizenzierte iGaming- und Sportwettenanbieter in Schweden und konzentrieren sich auf deren Risikoanalysen sowie die Einhaltung gesetzlicher Sorgfaltspflichten nach dem Geldwäschegesetz. Ergebnisse oder Maßnahmen stehen noch aus und sollen nach Abschluss der Verfahren veröffentlicht werden. Für SCGO kommt die Prüfung vor dem Hintergrund einer früheren Verwarnung in den Niederlanden hinzu, während Avento MT und Premier Gaming erstmals im Zusammenhang mit einer solchen AML-Überprüfung in Schweden genannt werden.
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