Britische Glücksspielaufsicht prüft Krypto-Zahlungen
Britische Glücksspielbehörde prüft Krypto-Zahlungen – Regulierung und Kampf gegen illegale Anbieter im Fokus
Das Wichtigste in Kürze
- Die UK Gambling Commission prüft, ob Kryptoassets als Zahlungsmittel für lizenzierte Glücksspielangebote in Großbritannien zugelassen werden können.
- Auslöser sind neue gesetzliche Regelungen für Kryptoassets sowie eine steigende Nachfrage von Verbrauchern.
- Die Financial Services and Markets Act 2000 (Cryptoassets) Regulations 2025 sollen Kryptoassets unter die Aufsicht der Financial Conduct Authority stellen.
- Die Behörde verweist auf verstärkte Aktivitäten gegen nicht lizenzierte Anbieter und zusätzliche staatliche Mittel in Höhe von 26 Millionen Pfund.
Regulierer startet Prüfung von Kryptoassets als Zahlungsmittel
Die britische Glücksspielaufsicht UK Gambling Commission hat angekündigt, zu prüfen, ob Kryptoassets künftig als Zahlungsmittel für lizenzierte Glücksspielangebote in Großbritannien eingesetzt werden können. Die Diskussion befindet sich nach Angaben von Executive Director Tim Miller in einem frühen Stadium. Ein konkreter Zeitplan für mögliche nächste Schritte wurde nicht genannt.
Den Anstoß für die Prüfung liefern zwei Entwicklungen: zum einen neue gesetzliche Rahmenbedingungen für digitale Vermögenswerte, zum anderen eine steigende Nachfrage von Verbrauchern nach entsprechenden Zahlungsoptionen. Das Industry Forum der Behörde wurde beauftragt zu untersuchen, wie Kryptoassets so in das bestehende Regulierungssystem integriert werden könnten, dass die bestehenden Lizenzierungsziele gewahrt bleiben.
Miller betonte, dass mit der möglichen Einführung erhebliche Herausforderungen und Risiken verbunden seien. Gleichzeitig solle der Prozess ergebnisoffen geführt werden, um zu prüfen, welche regulatorischen Spielräume bestehen.
Neue Krypto-Regulierung durch die Financial Conduct Authority geplant
Im Dezember brachte die britische Regierung die Financial Services and Markets Act 2000 (Cryptoassets) Regulations 2025 ins Parlament ein. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, würden Kryptoassets künftig unter die Aufsicht der Financial Conduct Authority (FCA) fallen.
Nach den vorliegenden Angaben soll das neue Regime am 25. Oktober 2027 in Kraft treten. Unternehmen, die regulierte Tätigkeiten im Zusammenhang mit Kryptoassets ausüben wollen, müssten ab diesem Zeitpunkt eine entsprechende Zulassung der FCA nach dem Financial Services and Markets Act (FSMA) besitzen.
Laut Miller verändert dieser regulatorische Rahmen die Ausgangslage für die Glücksspielaufsicht. Die fortschreitende Finanzaufsicht über digitale Vermögenswerte schaffe neue Voraussetzungen für eine mögliche Integration in bestehende Glücksspielregeln.
Illegale Anbieter und Suchanfragen mit „Crypto“ im Fokus
Ein weiterer Hintergrund der Prüfung ist der Druck durch den illegalen Online-Glücksspielmarkt. Nach Angaben der Kommission gehört der Begriff „crypto“ zu den zwei häufigsten Suchbegriffen, über die britische Verbraucher auf nicht lizenzierte Glücksspielseiten gelangen.
Die Behörde sieht Innovation auch als Instrument des Verbraucherschutzes. Wenn regulierte Anbieter neue Zahlungsoptionen anbieten könnten, ließe sich aus Sicht der Kommission möglicherweise die Attraktivität illegaler Angebote verringern.
Parallel dazu verstärkt die UK Gambling Commission ihr Vorgehen gegen nicht lizenzierte Betreiber. Die Behörde erhielt nach eigenen Angaben zusätzliche staatliche Mittel in Höhe von 26 Millionen Pfund, um Maßnahmen gegen den illegalen Markt auszubauen.
Miller verwies darauf, dass eine wirksame Durchsetzung nicht allein durch die Glücksspielaufsicht erfolgen könne. Notwendig sei die Zusammenarbeit mit Technologieplattformen, Zahlungsdienstleistern und Affiliates. In diesem Zusammenhang führte er Gespräche mit dem Unternehmen Meta, das zugesagt habe, die Behörde insbesondere im Hinblick auf Seiten zu unterstützen, die mit „not on GamStop“ werben.
Regulatorische Stabilität nach Überprüfung des Glücksspielgesetzes
Während die Diskussion über Kryptoassets anläuft, steht die umfassende Überprüfung des britischen Glücksspielgesetzes kurz vor dem Abschluss. Vor diesem Hintergrund warnte Miller vor einer dauerhaften Abfolge neuer Reformen ohne klare Zielsetzung.
Ein ständiger regulatorischer Anpassungsprozess könne Ressourcen binden, ohne zu klaren Ergebnissen zu führen. Die Kommission wolle daher darauf achten, dass regulatorische Änderungen praktikabel und wirksam bleiben.
Die Prüfung von Krypto-Zahlungen erfolgt somit in einem Umfeld, das sowohl durch neue Finanzmarktregeln als auch durch verstärkte Maßnahmen gegen illegale Anbieter geprägt ist. Konkrete Entscheidungen oder Zeitpläne zur möglichen Einführung von Kryptoassets als Zahlungsmittel im regulierten britischen Glücksspielmarkt liegen bislang nicht vor.
Unsere Einschätzung
Die UK Gambling Commission hat eine formelle Prüfung eingeleitet, ob und unter welchen Bedingungen Kryptoassets als Zahlungsmittel für lizenzierte Anbieter zugelassen werden könnten. Hintergrund sind neue gesetzliche Vorgaben zur Regulierung von Kryptoassets durch die FCA sowie die wachsende Bedeutung von „crypto“ im Zusammenhang mit nicht lizenzierten Glücksspielangeboten. Parallel dazu verstärkt die Behörde ihre Maßnahmen gegen den illegalen Markt und verweist auf zusätzliche staatliche Mittel. Konkrete Umsetzungspläne oder Fristen für eine mögliche Einführung von Krypto-Zahlungen wurden bislang nicht genannt.
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