Lido plant einmaligen LDO-Rückkauf über 8,5 Prozent des Angebots
Lido plant Rückkauf von 8,5 Prozent des LDO-Angebots – DAO reagiert auf anhaltende Unterbewertung gegenüber ETH
Das Wichtigste in Kürze
- Lido schlägt einen einmaligen Rückkauf von rund 8,5 Prozent des zirkulierenden LDO-Angebots vor.
- Finanziert werden soll der Plan mit 10.000 stETH aus der Lido-DAO-Treasury, was etwa 20 bis 21 Millionen US-Dollar entspricht.
- Der LDO-ETH-Kurs hat 2026 ein neues Tief erreicht und zeigt eine anhaltende Underperformance von LDO gegenüber ETH.
- Große Wallets haben seit Oktober fast 80 Millionen LDO verkauft.
- Der Vorschlag ist getrennt von einem langfristigen Rückkaufplan über jährlich 10 Millionen US-Dollar.
Geplanter Einmal-Rückkauf über 10.000 stETH
Lido, eine führende Staking-Plattform im Ethereum-Ökosystem, hat einen sogenannten One-off-Plan für den Rückkauf seines Governance-Tokens LDO vorgelegt. Konkret sieht der Vorschlag vor, 10.000 stETH aus der Treasury der Lido DAO einzusetzen. Bei einem aktuellen Preis von etwa 2.000 bis 2.100 US-Dollar pro stETH entspricht dies einem Volumen von rund 20 bis 21 Millionen US-Dollar.
Mit diesen Mitteln sollen nach Angaben des Protokolls etwa 70 Millionen LDO-Token am Markt erworben werden. Das entspricht rund 8,5 Prozent des derzeit zirkulierenden Angebots. Der Rückkauf wäre einmalig und steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die DAO.
Die Umsetzung soll in Tranchen von jeweils 1.000 stETH erfolgen. Laut Vorschlag würde Lido dafür mehrere liquide Handelsplätze nutzen, darunter Cow Swap, 1inch, Uniswap und Binance. Ziel dieser gestaffelten Vorgehensweise ist es, größere Kursabweichungen und Slippage während der Transaktionen zu vermeiden.
Historisch schwaches LDO-ETH-Verhältnis als Begründung
Als Begründung für den Rückkauf verweist Lido auf eine anhaltende Unterbewertung des Tokens im Verhältnis zu Ethereum. Maßgeblich ist dabei das Verhältnis LDO zu ETH, das die relative Kursentwicklung beider Assets abbildet.
Dieses Verhältnis hat im Jahr 2026 ein neues Tief erreicht. Nach Angaben des Protokolls spiegelt der aktuelle Stand eine rund 70-prozentige Abschwächung wider, die bereits über einen Zeitraum von zwei Jahren zu beobachten ist. LDO habe in diesem Zeitraum kontinuierlich schlechter abgeschnitten als ETH.
Lido bewertet diese Entwicklung nicht als kurzfristige Marktschwankung, sondern als eine der deutlichsten Diskrepanzen zwischen Marktpreis und den aus Sicht des Protokolls zugrunde liegenden Fundamentaldaten in der Geschichte des Tokens. Als Fundamentaldaten nennt das Protokoll unter anderem seine Staking-Dominanz sowie operative Verbesserungen in den vergangenen zwei Jahren.
Parallel dazu ist der LDO-Kurs seit seinem Hoch im Jahr 2024 deutlich gefallen. Von 3,7 US-Dollar ist der Token auf rund 0,30 US-Dollar gesunken. Das entspricht einem Rückgang von 97 Prozent.
Abgrenzung zu langfristigem Rückkaufplan
Der nun vorgelegte Vorschlag ist nicht Teil eines bereits im Vorjahr skizzierten langfristigen Rückkaufprogramms. Dieser separate Entwurf sieht ein jährliches Volumen von 10 Millionen US-Dollar für LDO-Rückkäufe vor.
Nach diesem Plan soll der Mechanismus im zweiten Quartal 2026 formalisiert werden. Vorgesehen ist, dass jeweils die Hälfte der zusätzlichen Protokolleinnahmen oberhalb von 40 Millionen US-Dollar für Rückkäufe verwendet wird. Voraussetzung ist zudem, dass der ETH-Kurs über 3.000 US-Dollar notiert.
Der aktuelle One-off-Vorschlag ist somit unabhängig von diesen Bedingungen. Er würde unmittelbar auf Basis der vorhandenen stETH-Reserven der DAO umgesetzt, sofern die Community zustimmt.
Rolle großer Wallets und Marktstruktur
Neben der relativen Kursentwicklung verweist die Marktdatenanalyse auf Bewegungen großer Tokenhalter. Wallets mit Beständen zwischen 10 und 100 Millionen LDO sowie zwischen 100 Millionen und 1 Milliarde LDO haben seit dem Kursrückgang im Oktober nahezu 80 Millionen Token veräußert.
Diese Verkäufe fallen in eine Phase, in der LDO im Verhältnis zu ETH weiter an Wert verlor. Die Entwicklung deutet auf eine veränderte Positionierung größerer Marktteilnehmer hin. Der Rückkaufvorschlag adressiert somit nicht nur die absolute Kursentwicklung, sondern auch die aktuelle Angebotsstruktur am Markt.
Wie sich der mögliche Rückkauf konkret auf Liquidität, Streubesitz und Marktverteilung auswirkt, hängt von der tatsächlichen Umsetzung und dem Abstimmungsverhalten der DAO ab.
Unsere Einschätzung
Der vorgeschlagene Rückkauf betrifft einen erheblichen Anteil des zirkulierenden LDO-Angebots und würde mit Mitteln aus der DAO-Treasury finanziert. Hintergrund ist eine mehrjährige Underperformance des Tokens gegenüber ETH sowie ein deutlicher Kursrückgang seit dem Hoch 2024. Parallel existiert ein separater, langfristig angelegter Rückkaufplan, der an Umsatz- und Preisbedingungen geknüpft ist. Für Nutzer und Marktteilnehmer ist vor allem relevant, dass Lido aktiv auf die relative Preisentwicklung seines Tokens reagiert und dabei sowohl kurzfristige als auch strukturelle Maßnahmen diskutiert.
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