PAGCOR verschärft Aufsicht über iGaming-Zulieferer
PAGCOR verschärft Kontrolle von Glücksspiel-Zulieferern – Betreiber müssen Lieferketten offenlegen und Akkreditierung nachweisen
Das Wichtigste in Kürze
- PAGCOR verlagert den Schwerpunkt seiner Aufsicht auf Zulieferer im philippinischen Online-Glücksspielmarkt.
- Alle Gaming-Affiliates und Support-Dienstleister müssen bis 31. März 2026 eine formelle Akkreditierung durchlaufen.
- Betreiber wurden im Januar aufgefordert, ihre B2B-Zulieferer offenzulegen, die mit den Regulierungsdaten abgeglichen wurden.
- Nicht akkreditierte Anbieter riskieren Geschäftsunterbrechungen bis hin zu Unterlassungsanordnungen.
- Parallel prüft PAGCOR weitere Maßnahmen wie ein mögliches vollständiges Werbeverbot.
PAGCOR geht von Regelsetzung zu aktiver Überprüfung über
Die philippinische Glücksspielaufsicht PAGCOR intensiviert ihre Durchsetzungspraxis im Online-Segment. Nach Angaben der Kanzlei Arden Consult hat sich der Ansatz der Behörde von der reinen Umsetzung regulatorischer Vorgaben hin zu einer aktiven Überprüfung der Einhaltung entwickelt.
Konkret bedeutet das, dass PAGCOR nicht mehr nur neue Regeln erlässt, sondern deren praktische Umsetzung systematisch kontrolliert. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht allein lizenzierte Betreiber, sondern zunehmend auch Unternehmen, die im Hintergrund Dienstleistungen für den iGaming-Markt erbringen.
Bereits im April kündigte die Behörde an, einen regulatorischen Rahmen für die Akkreditierung von Gaming-Affiliates und Support-Service-Providern zu veröffentlichen. Dieser Rahmen verpflichtet Unternehmen, die Online-Glücksspielangebote technisch oder operativ unterstützen, zu einer formellen Zulassung.
Akkreditierungspflicht für Aggregatoren, Zahlungs- und KYC-Anbieter
Von der neuen Regelung betroffen sind unter anderem Spielaggregatoren, Spieleentwickler, Zahlungsdienstleister sowie Anbieter von KYC-Lösungen. Sie alle müssen ein offizielles Akkreditierungsverfahren durchlaufen, um weiterhin mit lizenzierten Betreibern zusammenarbeiten zu dürfen.
Die Frist für diese Akkreditierung endet am 31. März 2026. Damit setzt PAGCOR einen klaren zeitlichen Rahmen, innerhalb dessen sich die betroffenen Unternehmen regulatorisch absichern müssen.
Nach Angaben von Arden Consult forderte PAGCOR bereits im Januar lizenzierte Betreiber auf, eine vollständige Liste ihrer B2B-Zulieferer einzureichen. Diese Angaben wurden anschließend mit den behördlichen Aufzeichnungen abgeglichen. Damit prüft die Aufsicht nicht nur einzelne Unternehmen isoliert, sondern ganze Lieferketten im Online-Glücksspielmarkt.
Betreiber fungieren als Compliance-Filter
Die praktische Folge dieser Vorgehensweise ist eine Verschiebung der Verantwortung innerhalb des Marktes. Betreiber übernehmen eine Art Vorfilterfunktion in der Compliance-Struktur. Sie müssen sicherstellen, dass sämtliche Dienstleister in ihrem Ökosystem die Akkreditierungsanforderungen erfüllen.
Selbst Zulieferer, die nicht unmittelbar Gegenstand einer regulatorischen Untersuchung sind, können von dieser Strategie betroffen sein. Wenn ein Betreiber nicht nachweisen kann, dass alle angebundenen Dienstleister ordnungsgemäß akkreditiert sind, drohen wirtschaftliche Konsequenzen.
Werden nicht akkreditierte Anbieter identifiziert, kann PAGCOR Betreiber anweisen, die Zusammenarbeit zu beenden. In diesem Zusammenhang sind auch Unterlassungsanordnungen möglich. Für betroffene Dienstleister kann dies zu unmittelbaren Geschäftsunterbrechungen führen.
Teil einer umfassenderen Regulierungsoffensive
Die Akkreditierungspflicht ist Teil einer breiter angelegten Strategie zur Stärkung der regulatorischen Anforderungen im philippinischen Online-Glücksspielmarkt. Ziel ist es, gegen nicht lizenzierte Angebote vorzugehen und die Präsenz sogenannter bad actors einzudämmen.
Ein Vertreter der KMI Group bezeichnete die Entwicklung als logischen nächsten Schritt, um eine durchgehende Überwachung aller iGaming-bezogenen Geschäftsaktivitäten im Land sicherzustellen. Seit einer Überarbeitung der Regulierungsstruktur arbeitet PAGCOR nach eigenen Angaben daran, unerwünschte Marktteilnehmer zurückzudrängen.
Die aktuelle Fokussierung auf Zulieferer erweitert den Kontrollbereich der Behörde deutlich. Während sich viele Regulierungsmaßnahmen traditionell auf Betreiber konzentrieren, rückt nun die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick.
Weitere Maßnahmen gegen Werbung und Influencer
Parallel zur verschärften Kontrolle von Zulieferern prüft PAGCOR zusätzliche Eingriffe in den Markt. Dazu gehört die Möglichkeit eines vollständigen Werbeverbots für Glücksspielangebote.
Bereits umgesetzt ist eine Einschränkung von TV- und Radiowerbung während der Hauptsendezeit zwischen 17.30 Uhr und 20.30 Uhr. Nach Angaben des Vorsitzenden und CEO Alejandro Tengco könnte ein komplettes Werbeverbot folgen.
Zudem steht Influencer-Marketing verstärkt im Fokus der Behörden. Das Cybercrime Investigation and Coordinating Centre teilte bei einer Pressekonferenz mit, dass zehn konkrete Influencer unter Verdacht stehen. Zuvor hatte PAGCOR bereits 30 Influencer verwarnt.
Diese Maßnahmen verdeutlichen, dass die Aufsicht sowohl klassische Werbekanäle als auch digitale Vermarktungsformen adressiert. Der regulatorische Druck erstreckt sich damit auf mehrere Ebenen des Marktes.
Auswirkungen für internationale Anbieter und Dienstleister
Für internationale Unternehmen, die mit lizenzierten philippinischen Betreibern kooperieren oder einen Markteintritt planen, erhöht sich der Compliance-Aufwand. Die Akkreditierungspflicht bedeutet, dass nicht nur eine direkte Lizenzbeziehung relevant ist, sondern auch die regulatorische Einbindung als Dienstleister.
Betreiber müssen ihre Partnerstruktur transparent dokumentieren und regelmäßig überprüfen. Dienstleister wiederum sind darauf angewiesen, die formellen Anforderungen fristgerecht zu erfüllen, um ihre Geschäftsbeziehungen nicht zu gefährden.
Die Entwicklung zeigt, dass PAGCOR die Bekämpfung des Schwarzmarktes nicht allein über Betreiberlizenzen steuert, sondern systematisch die vorgelagerten Strukturen in den Blick nimmt.
Unsere Einschätzung
PAGCOR erweitert seine Aufsicht im Online-Glücksspielmarkt von der Betreiber- auf die Zuliefererebene. Durch die verpflichtende Akkreditierung und die Einbindung der Betreiber als Kontrollinstanz entsteht eine umfassendere Überwachung der gesamten Wertschöpfungskette. Gleichzeitig werden Werbepraktiken und Influencer-Marketing stärker reguliert. Für Marktteilnehmer bedeutet dies eine formalisierte und engmaschigere Compliance-Struktur bis spätestens Ende März 2026.
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