Revolut streicht USDT bis Ende August 2026

Smartphone mit Revolut-App öffnet, daneben USDT-Logo auf dunkelblauem Hintergrund, Kalenderblatt August 2026 sichtbar

Revolut streicht USDT bis 31. August – MiCA-Regulierung verändert Stablecoin-Nutzung in der EU

Das Wichtigste in Kürze

  • Revolut wird Tethers Stablecoin USDT zum 31. August 2026 von der Plattform entfernen.
  • Einzahlungen von USDT werden bereits bis Ende Juli deaktiviert.
  • Nicht transferierte Bestände werden automatisch in Fiat-Währung umgetauscht.
  • Circle verfügt über eine MiCA-Zulassung, während Tether laut CEO keine Genehmigung anstrebt.
  • USDC erreichte im Juni ein Transfer-Volumen von 1,21 Billionen US-Dollar und lag damit über USDT.

Revolut beendet Unterstützung für USDT bis Ende August

Revolut, nach eigenen Angaben Europas größte Fintech-Plattform, wird den Stablecoin USDT von Tether zum 31. August 2026 aus dem Angebot nehmen. Das Unternehmen informierte seine Nutzer darüber, dass Einzahlungen von USDT bereits bis Ende Juli nicht mehr möglich sein werden.

Kunden, die ihre USDT-Bestände nicht bis zum Stichtag übertragen, müssen mit einer automatischen Umwandlung in Fiat-Währung rechnen. Revolut kündigte an, verbliebene Guthaben nach Ablauf der Frist entsprechend umzutauschen.

Ein Analyst führte regulatorische und risikobezogene Gründe als wahrscheinlichen Hintergrund für die Entscheidung an. Konkrete Details zu internen Compliance-Prüfungen oder behördlichen Auflagen nannte Revolut in dem Zusammenhang nicht.

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Bemerkenswert ist, dass Revolut zuvor die Unterstützung für USDT ausgeweitet hatte, darunter gebührenfreie Transfers sowie 1:1-Tauschmöglichkeiten zwischen USDT und dem konkurrierenden Stablecoin USDC. Die nun angekündigte Kehrtwende markiert eine deutliche Änderung in der Produktstrategie.

MiCA-Regelwerk beeinflusst Stablecoin-Angebote in der EU

Seit Inkrafttreten des europäischen Krypto-Regelwerks MiCA gilt ein einheitlicher Rahmen für die Emission und den Vertrieb von Stablecoins in der Europäischen Union. Die aktuelle Entscheidung von Revolut fällt zeitlich in diese Phase regulatorischer Umsetzung.

MiCA sieht unter anderem Anforderungen an die Reservehaltung von Stablecoin-Emittenten vor. Tether-CEO Paolo Ardoino äußerte sich wiederholt kritisch zu diesen Vorgaben. Er bezeichnete MiCA als „gefährlich“ für Stablecoins und verwies insbesondere auf die Anforderung, 60 Prozent der Reserven als nicht versicherte Bareinlagen bei europäischen Banken zu halten.

Ardoino argumentierte, dass vor allem kleinere Banken mit Kryptounternehmen zusammenarbeiten, während große Institute wie UBS keine Stablecoin-Geschäfte akzeptierten. Aus seiner Sicht könnte eine Rückzahlungswelle von mehr als 20 Prozent bei USDT in Verbindung mit solchen Reserveanforderungen Risiken für das Bankensystem schaffen.

Zudem erklärte er, dass Tether keine MiCA-Zulassung anstrebe. Stattdessen wolle das Unternehmen USDT vor allem für Schwellenländer verfügbar halten, in denen der Stablecoin eine wichtige Rolle spiele.

Circle profitiert von MiCA-Zulassung und steigenden Volumina

Während Tether keine Genehmigung nach MiCA anstrebt, verfügt Circle für seine Stablecoins über eine entsprechende Zulassung. Dazu zählen der US-Dollar-basierte USDC sowie der Euro-Stablecoin EURC.

Daten von Visa zeigen, dass USDC im Juni ein Transfer-Volumen von 1,21 Billionen US-Dollar erreichte. Damit lag das Volumen etwa doppelt so hoch wie bei Tethers USDT im gleichen Zeitraum. Es handelte sich um das zweithöchste monatliche Transfer-Volumen für USDC nach dem Rekordwert von 1,28 Billionen US-Dollar im Februar.

Bereits in der ersten Juliwoche war das Transfer-Volumen von USDC laut den genannten Daten dreimal so hoch wie das von USDT. Dies deutet auf eine Verschiebung in der Nutzung hin, die zeitlich mit der vollständigen Umsetzung des MiCA-Rahmens zusammenfällt.

Laut Daten von TRM Labs entwickelten sich auch Euro-basierte Stablecoins dynamisch. Deren Volumen stieg um das Elffache, während das Volumen von US-Dollar-basierten Stablecoins insgesamt zurückging. Eine direkte Kausalität wird nicht benannt, der zeitliche Zusammenhang mit MiCA ist jedoch auffällig.

USDT bleibt nach Angebot führend, Plattformen passen sich an

Trotz der Verschiebungen bei den Transfer-Volumina bleibt USDT gemessen am Gesamtangebot der größte Stablecoin am Markt. Die Angebotsdominanz unterscheidet sich damit von der Entwicklung der monatlichen Transaktionsvolumina.

Die Entscheidung von Revolut reiht sich in eine Phase ein, in der europäische Plattformen ihre Stablecoin-Angebote an die regulatorischen Anforderungen anpassen. Für Nutzer innerhalb der EU oder für grenzüberschreitende Zahlungen nach Europa könnte die Auswahl an unterstützten Stablecoins dadurch eingeschränkt oder verändert werden.

Ob und in welchem Umfang weitere Plattformen ähnliche Schritte wie Revolut unternehmen, wird im vorliegenden Zusammenhang nicht konkretisiert. Klar ist jedoch, dass die regulatorische Einordnung einzelner Stablecoins für deren Verfügbarkeit auf EU-Plattformen zunehmend entscheidend ist.

Unsere Einschätzung

Revolut wird USDT bis Ende August 2026 vollständig von der Plattform entfernen und Einzahlungen bereits Ende Juli stoppen. Nicht übertragene Bestände werden in Fiat umgewandelt. Die Maßnahme fällt in die Phase der Umsetzung des europäischen MiCA-Regelwerks.

Während Tether keine MiCA-Zulassung anstrebt und die Vorgaben öffentlich kritisiert, verfügt Circle über eine entsprechende Genehmigung. Parallel dazu verzeichnete USDC zuletzt deutlich höhere Transfer-Volumina als USDT. Für Nutzer in der EU gewinnt damit die regulatorische Einstufung von Stablecoins unmittelbar an Bedeutung für deren praktische Verfügbarkeit auf großen Plattformen wie Revolut.

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Über den Autor

Janina Frei

Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.
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