Großbritannien verschärft Vorgehen gegen illegales Online Glücksspiel
Britische Regierung startet Taskforce gegen illegales Online Glücksspiel – Fokus auf Zahlungen, Werbung und Strafverfolgung
Das Wichtigste in Kürze
- Die britische Glücksspielministerin Baroness Twycross erwartet erste Ergebnisse der neuen Taskforce gegen illegales Glücksspiel noch in diesem Jahr.
- Die Taskforce soll mit Unternehmen wie Google, Meta und Visa sowie Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten.
- Die Regierung stellt zusätzlich 26 Millionen Pfund zur Bekämpfung des Schwarzmarkts bereit.
- Eine Konsultation zu einem Verbot von Sponsoring durch nicht lizenzierte Anbieter bei britischen Sportteams ist für das Frühjahr angekündigt.
- Steuererhöhungen im Online Glücksspiel sollen laut Regierung rund 1 Milliarde Pfund pro Jahr einbringen.
Neue Taskforce soll schneller gegen illegale Anbieter vorgehen
Die britische Regierung verschärft ihren Kurs gegen illegales Online Glücksspiel. Glücksspielministerin Baroness Twycross zeigte sich auf der Jahreshauptversammlung des Branchenverbands Betting and Gaming Council zuversichtlich, dass die neu eingerichtete Taskforce bereits im Laufe dieses Jahres konkrete Ergebnisse liefern wird.
Ziel der Einheit ist es, die Zusammenarbeit zwischen staatlichen Stellen und privaten Unternehmen zu bündeln. Dabei sollen unter anderem große Technologie- und Zahlungsdienstleister wie Google, Meta und Visa eingebunden werden. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Zahlungsströme und Werbeaktivitäten im Zusammenhang mit nicht lizenzierten Glücksspielangeboten.
Nach Angaben der Ministerin geht es darum, trotz komplexer Zuständigkeiten „schnelle und effektive Maßnahmen“ umzusetzen. Die Taskforce soll Synergien schaffen, um illegale Plattformen effizienter zu identifizieren und deren Geschäftsmodelle zu stören.
26 Millionen Pfund zusätzlich für die Bekämpfung des Schwarzmarkts
Parallel zur Einrichtung der Taskforce hat die Regierung im November-Haushalt zusätzliche 26 Millionen Pfund für Maßnahmen gegen den Schwarzmarkt im Glücksspiel bereitgestellt. Die Mittel sollen laut Twycross in drei zentrale Bereiche fließen.
Erstens soll die Strafverfolgung gestärkt werden, um illegale Plattformen konsequenter zu verfolgen und vor Gericht zu bringen. Zweitens plant die Regierung, Frühpräventionsmaßnahmen auszubauen, um Verbraucherinnen und Verbraucher frühzeitig vor nicht regulierten Angeboten zu schützen. Drittens sind weitere Forschungsaktivitäten vorgesehen, um die Struktur und Dynamik des illegalen Marktes besser zu verstehen.
Damit verfolgt die Regierung einen kombinierten Ansatz aus Durchsetzung, Prävention und Marktanalyse. Für regulierte Anbieter und deren Kunden ist dies relevant, da verstärkte Kontrollen Auswirkungen auf Zahlungsabwicklungen, Werbepraxis und Marktverfügbarkeit haben können.
Konsultation zu Sponsoring durch nicht lizenzierte Anbieter angekündigt
Ein weiterer Baustein der Strategie betrifft den Sport. Das Department for Culture, Media and Sport plant eine Konsultation zu einem möglichen Verbot von Partnerschaften zwischen britischen Sportteams und nicht lizenzierten Glücksspielanbietern. Der Start der Konsultation ist für das Frühjahr vorgesehen.
Nach Aussage der Ministerin soll verhindert werden, dass unlizenzierte Betreiber die internationale Reichweite des britischen Sports für Werbezwecke nutzen. Im Zuge dieser Maßnahmen sollen auch die finanziellen Sanktionen für Organisationen erhöht werden, die illegale Glücksspielwerbung, Marketing oder entsprechende Inhalte ermöglichen.
Für Sportvereine, Sponsoren und Medienpartner bedeutet dies potenziell strengere Prüfpflichten bei der Auswahl von Werbepartnern. Gleichzeitig signalisiert die Regierung, dass sie die Werbekanäle des Schwarzmarkts systematisch einschränken will.
Steuererhöhungen im Online Glücksspiel sorgen für Diskussionen
Neben regulatorischen Maßnahmen bleibt die Steuerpolitik ein zentrales Thema in der Branche. Die Regierung hat umfassende Steuererhöhungen im Online Glücksspiel beschlossen. Kernpunkt ist eine nahezu Verdopplung der Abgabe auf Remote Gambling.
Twycross bezeichnete die Steueranpassungen als notwendige, aber schwierige Entscheidung, um politische Prioritäten zu finanzieren. Nach Regierungsangaben sollen die Änderungen rund 1 Milliarde Pfund pro Jahr zusätzlich in die Staatskasse bringen.
Die Maßnahmen stoßen jedoch auf Kritik aus der Branche. Grainne Hurst, Geschäftsführerin des Betting and Gaming Council, verwies darauf, dass laut Regierungsprognosen infolge der Steueränderungen rund 500 Millionen Pfund zusätzlich in den Schwarzmarkt fließen könnten. Sie stellte die Frage, ob die bereitgestellten 26 Millionen Pfund zur Bekämpfung illegaler Angebote ausreichen, wenn regulatorische und steuerliche Rahmenbedingungen Verbraucher verstärkt zu nicht regulierten Plattformen treiben.
Aus Sicht des Branchenverbands sei es entscheidend, den regulierten Markt attraktiv, wettbewerbsfähig und nachhaltig zu halten, um Abwanderungen in den illegalen Sektor zu verhindern. Die Regierung betont hingegen, dass sie nicht grundsätzlich gegen Glücksspiel eingestellt sei, sondern einen ausgewogenen Regulierungsrahmen anstrebe.
Zusammenspiel von Regulierung, Technologie und Marktanreizen
Die aktuellen Maßnahmen zeigen, dass die britische Regierung mehrere Hebel gleichzeitig betätigt. Neben höheren Steuern setzt sie auf verstärkte Strafverfolgung, engere Kooperation mit Technologie- und Zahlungsunternehmen sowie Einschränkungen im Sportmarketing.
Für internationale Marktteilnehmer ist dies ein Signal, dass die britischen Behörden insbesondere Zahlungswege und digitale Werbestrukturen stärker in den Blick nehmen. Unternehmen, die grenzüberschreitend tätig sind oder britische Kundinnen und Kunden ansprechen, müssen mit intensiverer Kontrolle rechnen, insbesondere wenn keine britische Lizenz vorliegt.
Gleichzeitig verdeutlicht die Debatte um mögliche Verschiebungen in den Schwarzmarkt, dass steuerliche und regulatorische Entscheidungen unmittelbare Auswirkungen auf Marktstrukturen und Nutzerverhalten haben können.
Unsere Einschätzung
Die britische Regierung kombiniert neue Durchsetzungsstrukturen, zusätzliche Haushaltsmittel und geplante Werbebeschränkungen, um gegen illegales Online Glücksspiel vorzugehen. Parallel dazu erhöhen Steuerreformen die finanzielle Belastung für regulierte Anbieter. Für Anbieter, Zahlungsdienstleister, Sportorganisationen und Nutzer entsteht damit ein Umfeld mit strengeren Kontrollen und potenziell veränderten Marktbedingungen. Entscheidend wird sein, wie effektiv die Taskforce Zahlungs- und Werbestrukturen illegaler Plattformen tatsächlich unterbrechen kann und wie sich die Steueränderungen auf die Marktverteilung zwischen reguliertem und nicht reguliertem Angebot auswirken.
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