MGA informiert über AMLA-Konsultationen zu neuen AML-Standards
Malta Gaming Authority informiert über AMLA-Konsultationen zu neuen technischen Standards – Glücksspielanbieter sollen Rückmeldungen zu EU-Vorgaben einreichen
Das Wichtigste in Kürze
- Die Malta Gaming Authority informiert über öffentliche Konsultationen der neuen EU-Behörde AMLA zu drei Entwürfen regulatorischer technischer Standards.
- Betroffen sind Vorgaben zur Sorgfaltspflicht gegenüber Kunden, zur Identifizierung von Geschäftsbeziehungen und Transaktionen sowie zur Meldung wesentlicher Schwachstellen.
- Die Konsultationen beziehen sich auf die Anti-Money Laundering Regulation und die Anti-Money Laundering Directive.
- Fristen für Stellungnahmen sind der 9. März 2026 und der 8. Mai 2026.
- Die MGA ruft Lizenznehmer dazu auf, sich aktiv am Konsultationsprozess zu beteiligen.
AMLA startet Konsultationen zu drei technischen Standards
Die Malta Gaming Authority hat ihre autorisierten Personen und weiteren relevanten Stakeholder darüber informiert, dass die neue EU Anti-Money Laundering Authority, kurz AMLA, öffentliche Konsultationen zu drei Entwürfen sogenannter Regulatory Technical Standards gestartet hat. Diese Entwürfe betreffen zentrale Elemente des europäischen Geldwäschepräventionsrahmens.
Konkret geht es um einen Entwurf nach Artikel 28 Absatz 1 der Anti-Money Laundering Regulation, Verordnung EU 2024 1624. Dieser Standard befasst sich mit Anforderungen an die Sorgfaltspflicht gegenüber Kunden. Ein weiterer Entwurf nach Artikel 19 Absatz 9 derselben Verordnung legt Kriterien zur Identifizierung von Geschäftsbeziehungen, gelegentlichen und miteinander verbundenen Transaktionen sowie zur Festlegung niedrigerer Schwellenwerte fest. Der dritte Entwurf stützt sich auf Artikel 53 Absatz 10 der Anti-Money Laundering Directive, Richtlinie EU 2024 1640, und behandelt die Meldung wesentlicher Schwachstellen.
Nach Angaben der MGA stellen diese Konsultationen eine wichtige gesetzgeberische Phase dar, da AMLA nun auch den nicht finanziellen Sektor einbezieht. Dazu zählt ausdrücklich der Glücksspielsektor.
Bedeutung für Online- und stationäre Glücksspielanbieter
Die Konsultationsphase ist nach Darstellung der Behörde insbesondere vor dem Hintergrund eines Übergangs zu einer stärker vereinheitlichten und risikosensitiven EU-Gesetzgebung relevant. Für Lizenznehmer im Online- und stationären Glücksspiel eröffnet sich damit die Möglichkeit, sich frühzeitig mit den vorgeschlagenen Maßnahmen auseinanderzusetzen.
Die MGA betont, dass diese Phase Anbietern Gelegenheit bietet, Rückmeldungen einzureichen, die die operativen Realitäten des Sektors widerspiegeln. Dazu zählen sowohl digitale Angebote als auch landbasierte Glücksspielbetriebe. Ziel ist es, dass die künftigen technischen Standards verhältnismäßig ausgestaltet bleiben, angemessen kalibriert sind und sektorspezifische Risiken berücksichtigen.
Für Unternehmen, die unter der Aufsicht der MGA tätig sind, betreffen die Entwürfe insbesondere interne Prozesse zur Kundenidentifizierung, zur Bewertung von Transaktionen und zur internen Meldung möglicher Schwachstellen. Da es sich um regulatorische technische Standards handelt, können sie nach ihrem Inkrafttreten konkrete und verbindliche Anforderungen an die praktische Umsetzung von Geldwäscheprävention stellen.
Fristen und Beteiligungsmöglichkeiten für Lizenznehmer
AMLA hat zwei unterschiedliche Fristen für die Einreichung von Stellungnahmen festgelegt. Rückmeldungen zum Entwurf nach Artikel 53 Absatz 10 der Anti-Money Laundering Directive müssen bis Montag, 9. März 2026, eingereicht werden. Für die Entwürfe nach Artikel 28 Absatz 1 und Artikel 19 Absatz 9 der Anti-Money Laundering Regulation endet die Frist am Freitag, 8. Mai 2026.
Die Einreichung erfolgt direkt über die von AMLA vorgesehenen Kanäle. Die MGA ruft ihre Lizenznehmer ausdrücklich dazu auf, sich aktiv am Konsultationsprozess zu beteiligen und Feedback unmittelbar an die EU-Behörde zu übermitteln.
Darüber hinaus bietet die MGA an, sektorbezogene Anliegen zu erörtern oder bestimmte Aspekte der Entwürfe im Detail zu besprechen. Schriftliche Rückmeldungen können auch mit der Behörde geteilt werden. Diese sollen in die fortlaufende Auseinandersetzung der MGA mit den geplanten Regelungen einfließen.
Einordnung im Rahmen des EU AML Pakets
Die Konsultationen stehen im Zusammenhang mit der Umsetzung des EU AML Pakets. Dieses umfasst unter anderem die Anti-Money Laundering Regulation und die Anti-Money Laundering Directive in ihrer aktuellen Fassung. Laut MGA befindet sich der europäische Rechtsrahmen in einer Phase der Weiterentwicklung hin zu einem stärker harmonisierten Ansatz.
Mit der Einbindung des nicht finanziellen Sektors, zu dem der Glücksspielbereich zählt, erweitert sich der Anwendungsbereich der geplanten technischen Standards. Für international tätige Anbieter, die unter einer maltesischen Lizenz operieren, können sich daraus konkrete Anpassungserfordernisse ergeben, sobald die Standards finalisiert und angewendet werden.
Die MGA unterstreicht in diesem Zusammenhang ihr fortlaufendes Engagement, die Branche bei der Implementierung des EU AML Pakets zu unterstützen. Eine aktive Beteiligung der Marktteilnehmer wird als wesentlich angesehen, um sicherzustellen, dass der entstehende Rechtsrahmen wirksam, verhältnismäßig und praxisnah bleibt.
Unsere Einschätzung
Die von AMLA gestarteten Konsultationen markieren einen formellen Schritt im Gesetzgebungsprozess zur Ausgestaltung technischer Standards im Bereich der Geldwäscheprävention. Für Glücksspielanbieter unter der Aufsicht der Malta Gaming Authority ergeben sich daraus konkrete Beteiligungsmöglichkeiten mit klar definierten Fristen. Da die Entwürfe zentrale Themen wie Kundenidentifizierung, Transaktionsbewertung und die Meldung wesentlicher Schwachstellen betreffen, sind sie unmittelbar für operative Abläufe im Online- und stationären Glücksspiel relevant. Die aktive Mitwirkung von Lizenznehmern kann Einfluss auf die praktische Ausgestaltung der künftigen Standards nehmen, bevor diese verbindlich angewendet werden.
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