Flutter verzeichnet Umsatzrückgang in Großbritannien – Regierung verschärft Vorgehen gegen Schwarzmarkt

Bürogebäude mit abwärts gerichteter Pfeilgrafik, zerbrochener Münzstapel und Regierungsgebäude mit Schild im Hintergrund.

Das Wichtigste in Kürze

  • Flutter Entertainment verzeichnete im vierten Quartal einen Umsatzrückgang von 9 Prozent im Vereinigten Königreich und Irland.
  • Für das Gesamtjahr sank das Konzernwachstum um 1 Prozent, belastet durch die Entwicklung im Heimatmarkt.
  • Die britische Remote Gaming Duty steigt auf 40 Prozent und erhöht damit den steuerlichen Druck auf lizenzierte Anbieter.
  • Die britische Regierung unterstützt eine neue Illegal Gambling Taskforce, die verstärkt gegen den Schwarzmarkt vorgehen soll.
  • International, insbesondere in den USA, wuchs Flutter im vierten Quartal deutlich stärker als im Heimatmarkt.

Umsatzrückgang in Großbritannien belastet das Gesamtjahr

Flutter Entertainment sieht sich im britischen Kernmarkt mit rückläufigen Umsätzen konfrontiert. Im vierten Quartal sank der Umsatz im Vereinigten Königreich und Irland im Jahresvergleich um 9 Prozent. Diese Entwicklung wirkte sich spürbar auf das Gesamtjahr aus: Das Konzernwachstum ging um 1 Prozent zurück.

Konzernchef Peter Jackson verwies gegenüber Investoren darauf, dass sich die Marktbedingungen weiter verschärfen dürften. Insbesondere die anstehenden Steuererhöhungen im April werden laut Unternehmensangaben das Spielverhalten und die Marktmechanik beeinflussen. Flutter habe zwar übergeordnete Maßnahmen zur Abfederung der Effekte geplant, rechne jedoch mit einer Anpassung von Marketingstrategien, Bonusstrukturen und Auszahlungsquoten im Markt.

Jackson betonte, dass rund 30 Prozent des britischen iGaming Marktes auf eine Vielzahl kleinerer Anbieter entfallen, die im Vergleich zu Flutter über eine weniger effiziente Kostenstruktur verfügen. Vor diesem Hintergrund erwartet das Unternehmen Verschiebungen bei Marketingintensität, Großzügigkeit von Angeboten und Return to Player Dynamiken im Jahresverlauf.

Steuererhöhung auf 40 Prozent verschärft Wettbewerbsdruck

Ein zentraler Belastungsfaktor ist die Anhebung der britischen Remote Gaming Duty. Mit 40 Prozent liegt die Steuer künftig über dem Niveau mehrerer anderer europäischer Märkte. Kevin Harrington, CEO für Großbritannien und Irland bei Flutter, bezeichnete die Entscheidung als enttäuschend und mit erheblichen negativen Auswirkungen für die Branche verbunden.

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Nach Unternehmensangaben könnten höhere Abgaben lizenzierte Anbieter gegenüber illegalen Plattformen benachteiligen. Nicht lizenzierte Betreiber zahlen keine britischen Steuern und investieren nicht in Maßnahmen zum Spielerschutz. Harrington verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass in anderen Ländern nach Steuererhöhungen ein Anstieg illegaler Angebote und gleichzeitig sinkende Staatseinnahmen beobachtet worden seien.

Für Flutter ist die Entwicklung besonders relevant, da das Casino Segment zuletzt eine vergleichsweise stabile und wachsende Performance zeigte. Selbst im schwierigen vierten Quartal 2025 konnte das Unternehmen in diesem Bereich Wachstum erzielen. Mit der Steueranhebung steigt jedoch der Margendruck, insbesondere in margenstarken vertikalen Bereichen wie dem Online Casino.

Regierung intensiviert Kampf gegen den Schwarzmarkt

Parallel zur steuerlichen Verschärfung kündigte die britische Regierung eine verstärkte Bekämpfung des illegalen Glücksspiels an. Die neu geschaffene Illegal Gambling Taskforce wird vom Ministerium für Digitales, Kultur, Medien und Sport unterstützt. Glücksspielministerin Baroness Twycross erklärte bei der Jahreshauptversammlung des Betting and Gaming Council, dass erste konkrete Ergebnisse bereits im Laufe dieses Jahres erwartet werden.

Die Taskforce will gezielt Lücken schließen, die dem Schwarzmarkt bislang Handlungsspielräume boten. Im Fokus stehen unter anderem soziale Netzwerke und Zahlungsdienstleister. Finanzielle Sanktionen gegen Unternehmen, die illegale Glücksspielwerbung oder entsprechende Inhalte verbreiten oder ermöglichen, sollen ausgeweitet werden.

Ziel der Maßnahmen ist es laut Regierung, den Zustrom von Spielern zu nicht regulierten Angeboten einzudämmen und damit auch glücksspielbezogene Schäden zu reduzieren. Für lizenzierte Anbieter wie Flutter könnte eine effektivere Durchsetzung bestehender Regeln die Wettbewerbsbedingungen verändern, sofern illegale Plattformen tatsächlich stärker eingeschränkt werden.

Internationale Märkte gleichen Schwäche teilweise aus

Während der britische Markt schwächelt, entwickelte sich das internationale Geschäft von Flutter deutlich dynamischer. Im vierten Quartal stieg der Konzernumsatz insgesamt um 25 Prozent, das bereinigte EBITDA um 27 Prozent.

Besonders stark wuchs das US Geschäft. Dort legte der Umsatz um 33 Prozent zu, während das bereinigte EBITDA um 90 Prozent anstieg. Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Bedeutung des nordamerikanischen Marktes für den Konzern.

Neben Großbritannien stellte auch Indien im vergangenen Jahr eine Herausforderung dar. Laut Jackson reagierte das Unternehmen dort mit schnellen und disziplinierten Maßnahmen auf abrupte regulatorische Änderungen. Er hob die Fähigkeit des Konzerns hervor, flexibel auf regulatorische Eingriffe zu reagieren und operative Anpassungen vorzunehmen.

Flutter sieht sich eigenen Angaben zufolge gut positioniert, um sowohl mit höheren Steuern im Vereinigten Königreich als auch mit regulatorischen Veränderungen in anderen Märkten umzugehen. Gleichzeitig bleibt der britische Markt angesichts seiner Größe und Bedeutung ein zentraler Faktor für die Gesamtentwicklung.

Unsere Einschätzung

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass steuerliche Änderungen und regulatorische Eingriffe direkte Auswirkungen auf Umsatz und Wachstum lizenzierter Anbieter haben. Für Flutter führte der Umsatzrückgang im Vereinigten Königreich zu einem gedämpften Gesamtjahresergebnis, während internationale Märkte, insbesondere die USA, das Wachstum stützten. Die angekündigten Maßnahmen gegen den Schwarzmarkt sind für den britischen Markt relevant, da sie die Wettbewerbsbedingungen zwischen regulierten und illegalen Anbietern beeinflussen können. Für Nutzer und Marktbeobachter bleibt entscheidend, wie sich Steuerpolitik und Durchsetzung in den kommenden Monaten konkret auf Angebot, Marktanteile und regulatorische Stabilität auswirken.

Hinweis: Diese Webseite dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Gewinne im Glücksspiel sind nicht garantiert. Glücksspiel kann süchtig machen. Spiele nur, wenn es in deiner Region legal ist, und informiere dich über die geltenden Gesetze. Beratung: BZgA +49 (0) 800 1 37 27 00 | 18+

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Über den Autor

Janina Frei

Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.
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