Unreguliertes Online-Glücksspiel erreicht 5,9 Billionen US-Dollar
5,9 Billionen US-Dollar unreguliertes Online-Glücksspiel 2025 – Mehrheit der Umsätze außerhalb staatlicher Aufsicht
Das Wichtigste in Kürze
- Das weltweite Wettvolumen im unregulierten Online-Glücksspiel erreichte 2025 laut Gaming Compliance International 5,9 Billionen US-Dollar.
- Illegale Anbieter stehen dem Bericht zufolge für rund 78 Prozent der globalen Online-Bruttospielerträge.
- Das Volumen stieg von 5,7 Billionen US-Dollar im Jahr 2024 und 5,1 Billionen US-Dollar im Jahr 2023.
- Prognosemärkte machten 8,7 Prozent der unregulierten Online-Sportwettenumsätze aus.
- Unregulierte Glücksspielangebote erschienen 2024 und 2025 bei mehr als 80 Prozent der illegalen Sportstreams in den USA und Großbritannien.
Studie beziffert globales Ausmaß des unregulierten Online-Glücksspiels
Gaming Compliance International hat in einem neuen Bericht das weltweite Volumen des unregulierten Online-Glücksspiels für das Jahr 2025 auf 5,9 Billionen US-Dollar geschätzt. Erfasst wurde ausschließlich Online-Glücksspiel. Stationäre Wettbüros und landbasierte Casinos blieben ausdrücklich unberücksichtigt.
Im Vergleich zu 2024 mit 5,7 Billionen US-Dollar entspricht das einem Anstieg um 4 Prozent. Bereits 2023 lag das Volumen bei 5,1 Billionen US-Dollar. Der Bericht dokumentiert damit eine fortlaufende Expansion innerhalb von drei aufeinanderfolgenden Jahren.
Nach Angaben von Gaming Compliance International entfallen rund 78 Prozent der weltweiten Online-Bruttospielerträge auf illegale Betreiber. Damit findet der überwiegende Teil der Online-Aktivitäten außerhalb lizenzierter und staatlich beaufsichtigter Systeme statt.
Definition unregulierter Märkte und neue Marktstruktur
Die Studie definiert unreguliertes Glücksspiel als nicht lizenzierte Produkte, die gezielt an lokale Nutzer vermarktet werden. Dazu zählen Sportwetten, Online-Casinos, Poker, Lotterien, Krypto-Glücksspiel sowie Prognosemärkte.
Zur Analyse nutzte Gaming Compliance International automatisierte Überwachungssysteme in Kombination mit manueller Auswertung. Auf dieser Basis wurden sowohl das Wettvolumen als auch die Bruttospielerträge geschätzt.
Der Bericht führt zudem eine dreiteilige Marktstruktur ein: regulierte, unregulierte und sogenannte nicht anerkannte Segmente. Letztere umfassen unter anderem Social Casinos, Sweepstakes-Modelle, Skins-Trading, TikTok-Wettbewerbe und Prognosemärkte. Diese Angebote bilden laut Studie häufig Glücksspielmechaniken ab, ohne formell als Glücksspiel klassifiziert zu sein.
Nach Einschätzung des Unternehmens verschwimmen für Verbraucher zunehmend die Grenzen zwischen diesen Kategorien. Nutzer nähmen die Angebote als einen einheitlichen Marktplatz wahr, auf dem unterschiedliche Produkte parallel zugänglich seien.
Prognosemärkte zwischen Finanzregulierung und Glücksspielaufsicht
Ein besonderer Schwerpunkt des Berichts liegt auf Prognosemärkten. In den USA werden diese als Finanzprodukte durch die Commodity Futures Trading Commission reguliert. Außerhalb der Vereinigten Staaten wertet die Studie entsprechende Angebote hingegen als unreguliertes Glücksspiel.
Für den Super Bowl und damit verbundene Ereignisse schätzt Gaming Compliance International das Handelsvolumen von Prognosemärkten in diesem Jahr auf rund 3,1 Milliarden US-Dollar.
Innerhalb des legalen US-Sportwettenmarktes machen Prognoseplattformen laut Bericht lediglich 0,2 Prozent der Profitabilität aus. Auf der unregulierten Seite liegt ihr Anteil am Umsatz von Online-Sportwetten jedoch bereits bei 8,7 Prozent. Damit gewinnen prognosebasierte Produkte insbesondere im nicht regulierten Umfeld an Bedeutung.
Illegale Sportstreams als Vertriebskanal für Schwarzmärkte
Neben Prognosemärkten sieht Gaming Compliance International illegale Sportübertragungen als Wachstumstreiber des Schwarzmarkts. Nach Angaben der Studie tauchten unregulierte Glücksspielangebote 2024 und 2025 bei mehr als 80 Prozent der illegalen Sportstreams in den USA und Großbritannien auf.
Diese Verknüpfung zwischen nicht autorisierten Übertragungen und Glücksspielwerbung kann die Reichweite entsprechender Anbieter deutlich erhöhen. Der Bericht warnt, dass diese Entwicklung das Wachstum des Schwarzmarkts im Jahr 2026 weiter beschleunigen könnte.
Internationale Regulierungsansätze und Marktentwicklung
Prognosemärkte stehen nicht nur in den USA unter regulatorischer Beobachtung. In Brasilien wurden kürzlich 28 Prognoseplattformen blockiert, nachdem die Behörden entsprechende Märkte für illegal erklärt hatten. Im Gegensatz dazu lizenzierte Gibraltar Anfang dieses Jahres seinen ersten regulierten Anbieter für Prognosemärkte.
Parallel verschärfen Regierungen in Australien und Großbritannien ihre Regeln für Glücksspielwerbung. Die Studie erscheint zudem vor dem Hintergrund separater Marktdaten von H2 Gambling Capital. Demnach erreichte der britische Offshore-Glücksspielmarkt 2025 ein Volumen von 16,6 Milliarden Pfund, nach 5 Milliarden Pfund im Jahr 2019.
Diese Zahlen verdeutlichen, dass sich ein erheblicher Teil der Nachfrage in Offshore- und nicht regulierte Bereiche verlagert hat. Laut Gaming Compliance International stehen Aufsichtsbehörden damit vor einer strukturellen Herausforderung, da ein Großteil der Aktivitäten jenseits lizenzierter Systeme stattfindet.
Unsere Einschätzung
Die vorgelegten Daten von Gaming Compliance International zeigen, dass das unregulierte Online-Glücksspielvolumen 2025 einen neuen Höchststand erreicht hat und einen Großteil der weltweiten Online-Bruttospielerträge ausmacht. Prognosemärkte und die Verbreitung über illegale Sportstreams spielen dabei eine wachsende Rolle. Gleichzeitig reagieren einzelne Staaten mit unterschiedlichen regulatorischen Maßnahmen, von Blockierungen bis hin zu gezielten Lizenzvergaben. Für Nutzer und Marktteilnehmer bedeutet das ein zunehmend fragmentiertes Umfeld, in dem regulierte und unregulierte Angebote parallel existieren.
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