The Star legt Steuerstreit um Junket-Zahlungen bei

Hochhaus neben Dokument mit offiziellem Siegel und Münzstapel mit Warnzeichen vor hellem Hintergrund.

The Star Entertainment legt Steuerstreit mit Finanzbehörde bei – Abschluss betrifft historische Junket-Zahlungen und weitere Auflagen

Das Wichtigste in Kürze

– The Star Entertainment Group hat einen Steuerstreit mit dem Australian Taxation Office zu GST- und Quellensteuerzahlungen beigelegt.
– Der Streit betrifft Zeiträume zwischen 2013 und 2020 im Zusammenhang mit Zahlungen an Junket-Betreiber.
– Von rund 157,9 Mio. AUD geforderter GST und Zinsen erhält das Unternehmen etwa 33 Mio. AUD zurück.
– Für das Geschäftsjahr bis 30. Juni 2026 verbucht The Star eine Belastung von rund 55 Mio. AUD.
– Zusätzlich verhängte die Aufsichtsbehörde in New South Wales Geldstrafen in Höhe von 10 Mio. AUD sowie weitere Auflagen.

Beilegung des Steuerstreits mit dem Australian Taxation Office

The Star Entertainment Group hat seine steuerlichen Auseinandersetzungen mit dem Australian Taxation Office abgeschlossen. Im Mittelpunkt standen die umsatzsteuerliche Behandlung von Rabatten an sogenannte Junket-Betreiber sowie die Berechnung der Quellensteuer auf entsprechende Zahlungen.

Der Vergleich betrifft zwei Zeiträume. Zum einen ging es um die Behandlung von Goods and Services Tax auf Rabatte zwischen Oktober 2013 und August 2017. Zum anderen stand die Methode zur Berechnung der Quellensteuer für den Zeitraum Juli 2014 bis Juni 2020 zur Diskussion.

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Nach Angaben des Unternehmens hatte die Steuerbehörde The Star vorgeworfen, Goods and Services Tax auf Rabatte und Provisionen an Junkets in Höhe von rund 157,9 Mio. AUD nicht korrekt abgeführt zu haben. Dieser Betrag setzte sich aus 81,9 Mio. AUD an primärer Steuerschuld sowie 76 Mio. AUD an Zinsen zusammen.

Zusätzlich wurde ein separater Anspruch in Höhe von 8,4 Mio. AUD im Zusammenhang mit Quellensteuer auf Junket-Rabatte geltend gemacht. Dieser setzte sich aus 6,4 Mio. AUD an primärer Strafe und 2 Mio. AUD an Zinsen zusammen.

Von den insgesamt strittigen Beträgen hatte The Star nach eigenen Angaben bereits rund 88 Mio. AUD an den Commissioner of Taxation gezahlt. Im Rahmen der nun erzielten Einigung erhält das Unternehmen etwa 33 Mio. AUD zurück.

Gleichzeitig kündigte The Star an, für das zum 30. Juni 2026 endende Geschäftsjahr eine Belastung von rund 55 Mio. AUD zu verbuchen. Damit werden die finanziellen Auswirkungen des Vergleichs bilanziell erfasst.

Die Zusammenarbeit mit Junket-Betreibern hatte das Unternehmen bereits im Oktober 2020 eingestellt.

Weitere regulatorische Maßnahmen in New South Wales

Unabhängig vom Steuervergleich sieht sich The Star weiterhin aufsichtsrechtlichen Maßnahmen gegenüber. Im vergangenen Monat verhängte die New South Wales Independent Casino Commission Geldstrafen gegen The Star Sydney in Höhe von insgesamt 10 Mio. AUD.

Zusätzlich wurde eine durchsetzbare Verpflichtung ausgesprochen, weitere 5 Mio. AUD in einen speziellen Fonds einzuzahlen. Dieser Fonds soll die technologische Aufrüstung im Bereich der Finanzkriminalitätsprävention unterstützen.

Laut Mitteilung der Aufsichtsbehörde untersuchte Liquor and Gaming NSW im vergangenen Jahr tausende Verstöße im Casino The Star Sydney. Daraus resultierten vier getrennte Disziplinarverfahren mit folgenden Anordnungen:

– 1,5 Mio. AUD Strafe wegen der Zulassung von durchgehendem Glücksspiel ohne vorgeschriebene Pausen zwischen Mai 2024 und April 2025.
– 3 Mio. AUD Strafe wegen der Umwandlung von Casino-Bonuspunkten in Bargeld bei mindestens 1.898 Kunden zwischen Dezember 2018 und November 2023.
– 500.000 AUD Strafe wegen des Versäumnisses, einem ausgeschlossenen Gast zwischen Februar und Mai 2024 in neun Fällen den Zutritt zu verwehren.
– 5 Mio. AUD Strafe sowie die Verpflichtung zu weiteren 5 Mio. AUD für systemische Mängel im Bereich der Finanzkriminalitätsrisikosteuerung zwischen Juli 2023 und September 2025.

Die zusätzlich vorgesehenen 5 Mio. AUD werden in einem separaten Sanierungsfonds gehalten. Ziel ist es, die technologische Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu verbessern, um regulatorische Anforderungen im Bereich der Prävention von Finanzkriminalität zu erfüllen.

Führungswechsel und laufende Sanierungsprogramme

Der aktuelle Vergleich fällt in eine Phase des Umbruchs für The Star Entertainment Group. Das Unternehmen steht unter neuer Führung, nachdem es im vergangenen Jahr von Bally’s Corporation und Investment Holdings übernommen wurde.

Das Management betonte im Zusammenhang mit den jüngsten Maßnahmen, dass die beanstandeten Vorgänge zwischen Dezember 2018 und September 2025 stattgefunden hätten und damit vor Beginn der aktuellen Führung.

Gleichzeitig verwies das Unternehmen darauf, dass die Aufsichtsbehörde eine schrittweise Zahlung der verhängten Strafen bis zum 30. Juni 2027 erlaubt habe. Parallel dazu investiere man weiter in technologische Verbesserungen im Rahmen des laufenden Sanierungsprogramms.

Die regulatorischen Verfahren und der nun beigelegte Steuerstreit markieren mehrere Jahre intensiver Prüfung der Geschäftsprozesse des Casino-Betreibers.

Unsere Einschätzung

Mit der Einigung im Steuerstreit beendet The Star Entertainment Group ein langjähriges Verfahren zu historischen Zahlungen an Junket-Betreiber. Finanzielle Auswirkungen zeigen sich in einer bilanziellen Belastung von rund 55 Mio. AUD für das Geschäftsjahr 2026, während ein Teil bereits gezahlter Beträge zurückerstattet wird. Parallel bestehen weiterhin aufsichtsrechtliche Auflagen und Geldstrafen in New South Wales, insbesondere im Bereich Spielerschutz und Finanzkriminalitätsprävention. Insgesamt dokumentieren die Maßnahmen eine fortgesetzte regulatorische Überprüfung und strukturelle Anpassungen beim Unternehmen.

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Über den Autor

Janina Frei

Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.
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