Unibet erhält AML-Anordnung der KSA in den Niederlanden

Regierungsgebäude, Schild mit Warnsymbol, gestempelte Dokumente, Lupe über Münzen auf schlichter Hintergrund

Unibet erhält AML-Anordnung in den Niederlanden – KSA beanstandet Mängel bei Kundenprüfung und Transaktionsüberwachung

Das Wichtigste in Kürze

  • Die niederländische Glücksspielaufsicht KSA hat gegen Unibet eine Anordnung wegen Verstößen gegen das Geldwäschegesetz Wwft erlassen.
  • Beanstandet wurden unzureichende Maßnahmen zur Kundenprüfung sowie Mängel bei der Transaktionsüberwachung.
  • Unibet muss finanzielle Schwellenwerte anpassen und die laufende Überwachung von Geschäftsbeziehungen verbessern.
  • Bereits im Dezember verhängte die KSA eine Geldbuße von 4 Millionen Euro wegen Verstößen gegen die Sorgfaltspflicht.

KSA rügt Defizite bei Geldwäscheprävention und Kundenprüfung

Die niederländische Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit KSA hat Optdeck Service Limited, Betreiber der Marke Unibet im niederländischen Markt, eine aufsichtsrechtliche Anordnung im Bereich Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsprävention erteilt. Grundlage ist das niederländische Gesetz zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, das unter der Abkürzung Wwft bekannt ist.

Nach einer Untersuchung kam die KSA zu dem Ergebnis, dass die gesetzlich vorgeschriebene Kundenprüfung nicht ausreichend durchgeführt wurde. Insbesondere stellte die Behörde fest, dass die praktische Umsetzung der Transaktionsüberwachung und internen Kontrollmaßnahmen nicht mit den eigenen Richtlinien des Unternehmens übereinstimmte.

Die Aufsicht verlangte daher, dass Unibet seine internen Verfahren anpasst, um die Überwachung von Spielern und deren Transaktionen wirksamer zu gestalten. Ein Schwerpunkt liegt auf der Überarbeitung finanzieller Schwellenwerte, die bei der Risikoanalyse und bei Prüfmechanismen eine zentrale Rolle spielen.

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Mit der Anordnung ist Unibet verpflichtet, die festgestellten Verstöße abzustellen. Die KSA kündigte zudem eine Nachkontrolle an, die nach Ablauf der gesetzten Fristen erfolgen soll.

Konkrete Fristen für Anpassungen bei Schwellenwerten und Monitoring

Aus veröffentlichten Dokumenten der KSA geht hervor, dass die Frist zur Umsetzung der Maßnahmen im Oktober des Vorjahres verlängert wurde. Die finanziellen Schwellenwerte mussten demnach bis spätestens 17. November 2025 angepasst werden.

Darüber hinaus verlangt die Behörde eine verbesserte fortlaufende Überwachung bestehender Geschäftsbeziehungen sowie der Transaktionen von Kunden. Für diese Maßnahme gilt eine Frist bis zum 14. April 2026.

Die KSA stellte zugleich fest, dass das Unternehmen während der Untersuchung kooperativ auftrat und proaktiv an einem Maßnahmenplan arbeitete. Einige der beanstandeten Verstöße wurden demnach bereits im Laufe des Prüfverfahrens beendet.

Ein Sprecher von FDJ United erklärte, Unibet habe am 24. Juli 2025 eine Mitteilung der KSA im Zusammenhang mit der Einhaltung des Wwft erhalten. Man habe in enger Abstimmung mit der Behörde einen Verbesserungsplan erstellt und inzwischen wesentliche Anpassungen umgesetzt.

Nach Angaben des Unternehmens wurden die finanziellen Schwellenwerte insgesamt gesenkt. Für junge Erwachsene seien zudem altersabhängige Differenzierungen eingeführt worden. Außerdem habe Unibet seine Spielerdatenbanken überprüft und zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um die Anforderungen an die Spielerscreenings zu erfüllen.

Frühere 4-Millionen-Euro-Geldbuße wegen Verletzung der Sorgfaltspflicht

Die aktuelle Anordnung folgt auf eine frühere Sanktion der niederländischen Aufsicht. Im Dezember des vergangenen Jahres verhängte die KSA eine Geldbuße in Höhe von 4 Millionen Euro gegen Unibet. Die Behörde stellte Verstöße gegen die gesetzliche Sorgfaltspflicht im Zeitraum vom 14. Juli 2022 bis zum 1. Juli 2024 fest.

Laut Untersuchung konnten Spieler teilweise mehrere Tausend Euro pro Tag einzahlen, ohne dass bei Anzeichen problematischen Spielverhaltens eingegriffen wurde. Zudem seien Einkommensnachweise erst Wochen später angefordert worden, obwohl bereits erhebliche Verluste entstanden waren.

Die KSA kritisierte ferner, dass gewählte Interventionen zu schwach ausgefallen seien. Genannt wurden unter anderem leicht wegklickbare Pop-up-Fenster. Bei finanziellen Prüfungen seien zudem unzulässige Einkommensquellen berücksichtigt worden, etwa ein Firmenkonto.

Unibet erklärte damals, man nehme die Pflicht zur Bereitstellung einer sicheren Spielumgebung ernst. Mit dem heutigen Wissensstand hätte man in einzelnen Fällen früher eingreifen können. Gleichzeitig widersprach das Unternehmen Teilen der behördlichen Schlussfolgerungen.

Nach Darstellung von Unibet bezog sich die Entscheidung auf einen Zeitraum, in dem die regulatorischen Vorgaben weniger konkret gewesen seien als heute. Seit Oktober 2024 gebe es einen klareren Rahmen für Einsatzlimits. Zudem arbeite das Unternehmen seit September 2024 mit einem neuen System zur Risikoerkennung, das problematisches Spielverhalten schneller identifizieren und strengere Maßnahmen auslösen solle. Die von der KSA genannten Probleme seien auf der Plattform inzwischen nicht mehr möglich.

Regulatorischer Druck auf Aufsicht und Anbieter

Sowohl die aktuelle AML-Anordnung als auch die frühere Geldbuße verdeutlichen die Anforderungen der niederländischen Aufsicht an lizenzierte Anbieter. Im Fokus stehen dabei die Einhaltung geldwäscherechtlicher Pflichten, eine wirksame Transaktionsüberwachung sowie konkrete Maßnahmen zum Schutz von Spielern.

Die KSA betont in ihren Mitteilungen regelmäßig die Bedeutung einer konsequenten Aufsicht für einen verantwortungsvollen Glücksspielmarkt. Im Fall Unibet kündigte sie eine erneute Prüfung nach Ablauf der gesetzten Fristen an. Damit bleibt die Umsetzung der geforderten Maßnahmen Gegenstand weiterer behördlicher Kontrolle.

Unsere Einschätzung

Die von der KSA erlassene Anordnung und die frühere Geldbuße betreffen zentrale regulatorische Pflichten eines lizenzierten Online-Anbieters in den Niederlanden. Im Mittelpunkt stehen die ordnungsgemäße Kundenprüfung nach dem Wwft, die Wirksamkeit von Transaktionsüberwachungssystemen sowie die Umsetzung von Sorgfaltspflichten gegenüber Spielern. Die gesetzten Fristen und die angekündigte Nachkontrolle zeigen, dass die Aufsicht die Einhaltung der Vorgaben überprüfbar und zeitlich verbindlich ausgestaltet hat.

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Über den Autor

Janina Frei

Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.
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