Bitcoin-ETFs verlieren 773 Millionen Dollar – On-Chain-Daten positiv
Bitcoin-ETFs verzeichnen Abflüsse von 773 Millionen US-Dollar – On-Chain-Daten signalisieren dennoch eine frühe Akkumulationsphase
Das Wichtigste in Kürze
- Spot-ETFs für Bitcoin verzeichneten am 22. und 23. Oktober Nettoabflüsse in Höhe von 773,5 Millionen US-Dollar.
- Großinvestoren bauten ihre Bestände in weniger als drei Monaten um 243.000 Bitcoin aus.
- Das MVRV-Perzentil deutet aktuell auf eine frühe bis mittlere Akkumulationsphase des Marktes hin.
- Die Abflüsse von den Kryptobörsen übersteigen die Zuflüsse, was das verfügbare Angebot verknappt.
Abflüsse bei Spot-ETFs treffen auf sinkende Kurse
Die Spot-ETFs für den Handel mit Bitcoin verzeichneten am 22. und 23. Oktober signifikante Kapitalabzüge seitens der Anleger. Innerhalb von nur 48 Stunden zogen Marktteilnehmer insgesamt 773,5 Millionen US-Dollar aus den entsprechenden Finanzprodukten ab. Begleitet wurden diese hohen Abflüsse von einem direkten Preisrückgang auf dem Kassamarkt, bei dem der Kurs der führenden Kryptowährung um 3,45 Prozent nachgab.
Die Datenplattform CryptoQuant meldet, dass sich diese Verluste auf den Preischarts auch im Vorfeld des Wochenendes weiter fortsetzten. Für die gesamte Handelswoche vom 20. bis zum 23. Oktober ergaben sich für die Spot-ETFs ausschließlich negative Nettoflüsse. Der kurzfristige Preisrückgang steht in direktem Zusammenhang mit diesem Verkaufsdruck über die Anlageprodukte.
Großinvestoren nutzen die Phase für massive Zukäufe
Während börsengehandelte Fonds Gelder verloren, verhielten sich Großinvestoren auf dem Markt komplett gegensätzlich. Der Analyst CW8900 berichtet, dass sich der Indikator für die einjährige Veränderung der sogenannten Wal-Bestände der positiven Zone nähert. Der allgemeine Verkaufsdruck, der durch die Verteilung der Bestände dieser Großinvestoren entsteht, nimmt laut diesen Daten bereits seit Juli kontinuierlich ab.
Die Veränderung der Bitcoin-Bestände dieser speziellen Nutzergruppe stieg im Zuge dessen von minus 282.000 auf minus 39.000 Bitcoin. In einem Zeitraum von weniger als drei Monaten kauften diese finanzstarken Marktteilnehmer insgesamt 243.000 Bitcoin auf. Das ausgeprägte Kaufverhalten der Großinvestoren stellt einen starken Kontrast zu den Abflüssen bei den börsengehandelten Fonds dar.
MVRV-Perzentil deutet auf eine Unterbewertung hin
Ein spezifischer Metrik-Indikator stützt die Annahme einer beginnenden Erholung des Marktes. Am 1. Juli, als Bitcoin bei 59.300 US-Dollar gehandelt wurde, fiel das sogenannte MVRV-Perzentil auf null Prozent. Bis Ende September erholte sich dieser Wert auf 32 Prozent und korrigierte im Anschluss auf das aktuelle Niveau von 25 Prozent.
Dieser Indikator normalisiert die zugrundeliegenden MVRV-Daten auf einer Skala von null bis 100 Prozent. Extrem niedrige Werte spiegeln dabei eine tiefe Unterbewertung wider, während hohe Werte eine mögliche Markteuphorie sowie überkaufte Phasen anzeigen. Auf Basis dieser historischen Einordnung befindet sich der Markt laut Analysten in einer frühen bis mittleren Akkumulationsphase.
Langfristiger Chart signalisiert einen Wechsel des Marktregimes
Der Preis-Chart im Drei-Tages-Zeitrahmen zeigt aktuell eine klare bullische Struktur. Das übergeordnete Chartbild unterstützt die langfristig positive Sichtweise auf einen grundlegenden Wechsel des Marktregimes. Entsprechende technische Signale deuten darauf hin, dass der Markt nach einer Schwächephase langsam wieder an Stärke gewinnt. Das Zusammenspiel dieser Preisstruktur mit den On-Chain-Daten liefert Signale, die sich deutlich von den rein kurzfristigen ETF-Abflüssen unterscheiden.
Verknappung auf Börsen und Gleichgewicht im Terminmarkt
Seit dem 22. September bleibt der 30-Tage-Börsenfluss durchgehend positiv. Das bedeutet für den Markt, dass mehr Bitcoin von den Handelsplätzen abgezogen als dorthin transferiert werden. Das für Verkäufe sofort verfügbare Angebot auf den Börsen schrumpft somit kontinuierlich. Analyst Axel Adler Jr. ordnet diese andauernde Entwicklung als klares Zeichen für ein gestiegenes Kaufinteresse ein.
Der 30-Tage-Positionierungsindex am Terminmarkt stieg von minus 0,5 in der Vorwoche auf plus 0,3 an. Dieser Wert liegt sehr nahe am Nullpunkt und zeigt, dass Käufer und Verkäufer ein relatives Gleichgewicht aufrechterhalten. Keine der beiden Seiten hat im Bereich der Terminkontrakte aktuell einen klaren Vorteil. Ein Wechsel zu Netto-Zuflüssen an den Börsen kombiniert mit negativen Werten im Positionierungsindex wäre laut Axel Adler Jr. ein starkes Warnsignal für weiteren Abwärtsdruck.
Unsere Einschätzung
Die massiven Abflüsse aus den Bitcoin-Spot-ETFs in der vergangenen Woche verdeutlichen den kurzfristigen Verkaufsdruck durch institutionelle Anleger. Der Terminmarkt zeigt bei einem Positionierungsindex nahe null aktuell eine neutrale Haltung ohne klaren Vorteil für eine der beiden Handelsseiten.
Die langfristigen Indikatoren auf der Blockchain deuten abseits der Börsen auf eine fortgeschrittene Akkumulationsphase hin. Der gezielte Zukauf durch Großinvestoren sowie der kontinuierliche Abfluss der Kryptowährung von den zentralen Handelsplätzen reduzieren das verfügbare Angebot spürbar. Das MVRV-Perzentil untermauert diese Einordnung der Marktlage und zeigt auf der normalisierten Skala, dass die aktuelle Preisbildung weit entfernt von einer überkauften Euphorie-Phase stattfindet.
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