BitMart-Gründer bestätigt Krypto-Hack – Millionen in ETH umgeschichtet

Ein rissiger Schild vor einem Server-Rack, umgeben von verstreuten, blanken Goldmünzen.

BitMart-Gründer bestätigt zweiten Krypto-Hack – Millionenbeträge fließen in Ethereum und belasten den Markt

Das Wichtigste in Kürze

  • BitMart-Gründer Sheldon Xia hat einen weiteren groß angelegten Hackerangriff offiziell auf X bestätigt.
  • Erste Untersuchungen zeigen eine Verbindung zu dem kürzlichen Exploit bei Mercado Bitcoin in Höhe von 38 bis 49 Millionen US-Dollar.
  • Die Angreifer tauschen erbeutete Altcoins in Ethereum um und halten aktuell 7.988 ETH im Wert von rund 18,19 Millionen US-Dollar.
  • Die anhaltenden Abflüsse bei Spot-ETFs und makroökonomische Unsicherheiten vor den US-Wahlen verstärken den Druck auf den Kryptomarkt.

Zwei Börsen-Hacks innerhalb von 24 Stunden zeigen auffällige Verbindungen

Der November beginnt am Kryptomarkt mit erheblicher Volatilität und neuen Sicherheitsbedenken. Nach anfänglicher Panik durch einen Exploit in Verbindung mit Binance im Wert von 6,3 Milliarden US-Dollar sorgt nun ein weiterer Vorfall für Unsicherheit. Ein Angriff auf Mercado Bitcoin verursachte einen Schaden zwischen 38 und 49 Millionen US-Dollar. Kurz darauf ereignete sich ein zweiter groß angelegter Hack.

Sheldon Xia, der Gründer der Kryptobörse BitMart, bestätigte diesen zweiten Vorfall kürzlich in einem Beitrag auf der Plattform X. Erste Analysen der On-Chain-Daten deuten auf einen direkten Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen hin. Offenbar besteht die Möglichkeit, dass hinter den Angriffen auf Mercado Bitcoin und BitMart dieselben Täter stecken. Beide Vorfälle ereigneten sich innerhalb eines Zeitfensters von nur 24 Stunden.

On-Chain-Daten belegen die großflächige Umschichtung von Altcoins in Ethereum

Ermittler verfolgen derzeit die Bewegungen der gestohlenen Gelder auf der Blockchain. Die Daten zeigen, dass Altcoins im Wert von rund 11,45 Millionen US-Dollar zwischen verschiedenen Wallets verschoben wurden. Der Hacker von Mercado Bitcoin hat bereits damit begonnen, mehrere Altcoins wie PEPE, AAVE, UNI, ONDO und ENA zu verkaufen. Die Erlöse wandelt der Angreifer systematisch in Ethereum (ETH) um.

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Laut einem Bericht von Arkham Intelligence hat der Täter 31 verschiedene Altcoins an eine Wallet mit der Endung 0x848 transferiert. Dort wurden diese Vermögenswerte für rund 316.000 US-Dollar in ETH verkauft. Besonders beim Token VIRTUAL zeigen sich konkrete Verkaufsmuster. Token im Wert von etwa 1,1 Millionen US-Dollar flossen in eine neue Wallet und werden dort in Tranchen von rund 20.000 US-Dollar veräußert. Der Angreifer hält weiterhin VIRTUAL-Token im Wert von rund einer Million US-Dollar.

Durch diese fortlaufende Umschichtung aus Altcoins heraus hat der Angreifer mittlerweile 7.988 ETH angehäuft. Dieser Bestand entspricht einem aktuellen Gegenwert von etwa 18,19 Millionen US-Dollar. Ethereum rückt als größte Altcoin nach Marktkapitalisierung durch diese massiven Bewegungen stark in den Fokus der Marktbeobachter.

Schwache ETF-Zuflüsse und makroökonomische Faktoren belasten die Marktstimmung

Die aktuellen Hackerangriffe treffen auf einen Markt, der ohnehin von Unsicherheit geprägt ist. Im Vorfeld der US-Zwischenwahlen herrscht eine spürbare Nervosität unter den Anlegern. Der Altcoin Season Index ist unter sein drittes tieferes Tief gefallen, was auf ein ungünstiges Umfeld für alternative Kryptowährungen hindeutet. Die technische Analyse zeigt Ethereum derzeit bei einem Kurs von über 2.300 US-Dollar, während sich der Relative-Stärke-Index im neutralen Bereich befindet.

Ein Blick auf die institutionelle Nachfrage offenbart weitere Schwächen. Die Spot ETH ETFs verzeichnen seit sieben aufeinanderfolgenden Tagen Nettoabflüsse. Die aktuelle Stärke von Ethereum im Verhältnis zum restlichen Markt resultiert daher weniger aus einer echten Nachfrage, sondern eher aus der momentanen Schwäche von Bitcoin. Die Dominanz von Ethereum (ETH.D) ist in dieser Woche um fast zwei Prozent gestiegen.

Ein möglicher Abverkauf der ETH-Bestände birgt das Risiko eines tieferen Marktcrashs

Das größte Risiko für den Markt liegt in den weiteren Schritten der Angreifer. Sollte der Hacker beginnen, seine angehäuften Ethereum-Bestände im Wert von 18,19 Millionen US-Dollar auf den Markt zu werfen, würde dies einen erheblichen Verkaufsdruck erzeugen. Ein solcher Schritt könnte die ohnehin fragile Stimmung weiter verschlechtern.

Die Kombination aus sinkenden Altcoin-Kursen, anhaltenden Abflüssen bei den ETFs und wachsender makroökonomischer Unsicherheit schafft ein schwieriges Marktumfeld. Ein massiver Verkauf der gestohlenen Gelder könnte einen Liquiditätsengpass auslösen. Diese Verkettung negativer Faktoren erhöht die Wahrscheinlichkeit für einen breiteren Einbruch bei den Altcoins deutlich.

Unsere Einschätzung

Die Bestätigung zweier miteinander verbundener Börsen-Hacks durch den BitMart-Gründer und die On-Chain-Daten verdeutlichen die akute Bedrohungslage für Kryptobörsen. Die strategische Umschichtung der erbeuteten Millionenbeträge in Ethereum zeigt ein klares Vorgehen der Angreifer. Die Kombination aus diesen sicherheitsrelevanten Vorfällen, den Nettoabflüssen bei den ETH-ETFs und der allgemeinen Marktunsicherheit vor den US-Wahlen setzt insbesondere Altcoins stark unter Druck. Der Krypto-Sektor steht vor einer Belastungsprobe, da ein Abverkauf der konzentrierten ETH-Bestände die Liquidität weiter verknappen und die Preise drücken könnte.

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Über den Autor

Paula Winkler

Paula Winkler ist bei Kryptocasinos.com die Expertin für Spielersicherheit. Ihre Laufbahn begann im Print-Journalismus - ausgebildet an der Henri-Nannen-Schule, mit einem Bachelor in Politikwissenschaft und Soziologie (Uni Hamburg) und Redaktionsstationen beim Hamburger Abendblatt und der Funke Mediengruppe. 2017 wechselte sie in die iGaming-Branche und verantwortete bei der Tipico Group über mehrere Jahre den Bereich Responsible Gaming & Regulatory Affairs, bevor sie 2023 in das Team hinter KryptoCasinos.com kam. Ihr Hauptthema ist die Transparenz und Sicherheit hinter jedem getesteten Anbieter. Sie schreibt auf Deutsch, Englisch und Schweizerdeutsch.
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