Sri Lanka plant neue Glücksspielregeln bis Ende Dezember
Sri Lanka setzt Frist für neue Glücksspielverordnung bis Ende Dezember – Steuerverluste und fehlende Aufsicht zwingen Regierung zum Handeln
Das Wichtigste in Kürze
- Die Glücksspielbehörde von Sri Lanka strebt die Veröffentlichung neuer Vorschriften für Casinos und Online-Glücksspiele bis zum 31. Dezember an.
- Ab Januar 2026 steigt die Steuer auf Bruttoeinnahmen für große Betreiber von 15 auf 18 Prozent.
- Bislang ist kein einziger Online-Casino-Betreiber bei der Steuerbehörde registriert, was zu erheblichen Einnahmeausfällen führt.
- Die neuen Richtlinien erfordern nach der Veröffentlichung noch eine formelle Zustimmung durch das Parlament.
Fehlende Aufsicht alarmiert den Finanzausschuss des Parlaments
Die staatliche Glücksspielaufsicht von Sri Lanka (GRA) hat den 31. Dezember als verbindlichen Stichtag für die Veröffentlichung neuer Branchenregeln festgelegt. Dieser Schritt folgt auf mehrfache Verzögerungen im Zeitplan. Der Ausschuss für öffentliche Finanzen des Parlaments (COPF) machte im Vorfeld deutlich, dass ausländisch vernetzte Online-Betreiber derzeit ohne ausreichende finanzielle Kontrolle agieren.
Ausschussvorsitzender Harsha de Silva kritisierte die bisherigen Verzögerungen bei der Etablierung einer effektiven Aufsicht scharf. Er warnte davor, dass das Fehlen durchsetzbarer Regeln zu massiven Verlusten bei den Steuereinnahmen führt. Die Regierung steht unter Druck, ungenutzte Steuerpotenziale aus dem Glücksspielsektor schnellstmöglich zu erschließen.
Regulierungslücke im Online-Sektor verursacht Steuerausfälle
Zahlen aus dem Juli verdeutlichen das Ausmaß des unregulierten Marktes. Dem Parlament lagen zu diesem Zeitpunkt Daten vor, wonach Sri Lanka über sechs lizenzierte Casinobetreiber verfügt, von denen fünf operativ tätig sind. Gleichzeitig gibt es 37 lizenzierte Anbieter für Sportwetten und Pferderennen.
Im starken Kontrast dazu steht der Online-Markt. Beamte der Steuerbehörde (Inland Revenue Department, IRD) berichteten, dass zum selben Zeitpunkt kein einziger Betreiber von Online-Casinos bei der Behörde gemeldet war. Diese Diskrepanz zwischen lokalen Anbietern und unregulierten Online-Plattformen zwingt die Behörden nun zu einer schnellen Verabschiedung der ausstehenden Regeln.
Steuererhöhungen für Betreiber und Spieler treten 2026 in Kraft
Als Reaktion auf die fiskalischen Herausforderungen hat die Regierung die Abgabenlast für die Branche erhöht. Betreiber mit monatlichen Bruttoeinnahmen von mehr als einer Million Sri-Lanka-Rupien müssen ab dem 1. Januar 2026 eine höhere Abgabe zahlen. Der Satz steigt dann von 15 auf 18 Prozent.
Auch die Spieler werden stärker zur Kasse gebeten. Die Eintrittsgebühr für Casinos, die von Bürgern aus Sri Lanka verlangt wird, hat sich von 50 auf 100 US-Dollar verdoppelt. Laut dem Jahresbericht 2024 des IRD sammelte die Regierung im abgelaufenen Jahr 29,5 Millionen US-Dollar durch die Wett- und Glücksspielabgabe ein.
Neues Rahmengesetz bündelt alle Glücksspielformen unter einer Behörde
Die formale Grundlage für das Vorgehen liefert das Glücksspielgesetz Nr. 17 aus dem Jahr 2025. Dieses trat am 1. Dezember 2025 in Kraft und schuf die GRA als zentrale Kontrollinstanz. Die Gesetzgebung etabliert einen einheitlichen Rahmen für physische Casinos, Wetten und Online-Glücksspiele.
Die ersten erwarteten Vorschriften konzentrieren sich auf Lizenzgebühren, spezifische Regeln für Online-Angebote und Kontrollen zur Verhinderung von Geldwäsche. Ein zusätzlicher Ministererlass wird künftig genau festlegen, welche Glücksspielaktivitäten überhaupt zulässig sind. Ein internationales Beraterteam hatte die ersten Entwürfe ausgearbeitet. GRA-Generaldirektor Dr. W.M.K.G.A. Wickramasinghe erklärte gegenüber der Zeitung The Sunday Morning, dass diese Entwürfe nach einer Prüfung durch den Ausschuss nun zur Finalisierung bei der Behörde liegen.
Der Jahreswechsel markiert nicht das Ende des Verfahrens
Die Behörde hat in der Vergangenheit bereits mehrere Ziele verfehlt. Eine Frist am 30. Juni verstrich ungenutzt, da im Juli noch zusätzliche Überprüfungen stattfanden. Auch das anschließende Ziel, bis zum 30. November voll einsatzfähig zu sein, konnte die GRA nicht einhalten.
Die Veröffentlichung der Regeln bis zum 31. Dezember ist nur ein Zwischenschritt. Das Gesetz schreibt vor, dass die Verordnungen innerhalb von drei Monaten nach ihrer Veröffentlichung dem Parlament zur Genehmigung vorgelegt werden müssen. Der regulatorische Prozess reicht damit weit in das neue Jahr hinein.
Unsere Einschätzung
Die Festlegung der Frist auf den 31. Dezember durch die Glücksspielaufsicht von Sri Lanka reagiert direkt auf die unzureichende Besteuerung im Online-Sektor. Die Tatsache, dass bislang keine Online-Casinos bei der Steuerbehörde registriert sind, erklärt die Dringlichkeit der parlamentarischen Forderungen. Mit dem neuen Gesetz und der für Januar 2026 angesetzten Erhöhung der Bruttoeinnahmenabgabe baut der Staat ein formelles Gerüst auf, um finanzielle Kontrollen durchzusetzen. Die ausstehende Zustimmung des Parlaments zeigt jedoch, dass die endgültige Umsetzung des neuen Aufsichtsrahmens noch weitere Monate in Anspruch nehmen wird.
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